Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Dax 30
vom
ich persönlich fand die letzten Tage an der Börse extrem langweilig. Bewegung war kaum vorhanden und ich konnte entsprechend wenig Trades anbringen.
Bewegungsarmut in allen Basiswerten
Im Prinzip ist die Zeit damit günstig, das verschobene Markt-Update heute nachzuholen. Allerdings spiegelt sich die Bewegungsarmut in allen einzelnen Basiswerten wider. Die Zeichen stehen auf Seitwärtsbewegung. Dies gilt sowohl für die Devisen, Gold uns Silber, das Öl und auch für die Indizes. An den bisherigen Einschätzungen hat sich daher auch kaum etwas geändert.
Ich möchte Ihnen daher heute lieber ein Update für den DAX geben. Das komplette Markt-Update folgt dann wie gewohnt am kommenden Montag. Eventuell ziehe ich es auch auf Freitag vor.
Bevor ich jedoch zum DAX-Update komme, noch einige interessante Hinweise.
Staatliche Garantien führen nicht zwingend zu einer Belastung der Steuerzahler
Das staatliche Garantien nicht zwingend zu einer Belastung der Steuerzahler führen, konnte nun Deutschlands größte "Bad Bank" zeigen. Die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) gibt ihre restlichen Garantien in Höhe von 15 Milliarden Euro an den Bund zurück. Damit wären sämtliche Garantien von ursprünglich 124 Milliarden Euro des Bankenrettungsfonds Soffin abgelöst.
Vielleicht lässt die Nachricht ja auch das Konstrukt des Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM), über den ich am letzten Freitag berichtete, in einem anderen Licht erscheinen.
"Giftpapiere können auch im Wert steigen"
Ich kann mich noch gut an den Aufschrei in den Medien und bei den Menschen erinnern. Von einem Milliardengrab war die Rede und man warf dem Staat Verschwendung von Steuergeldern vor.
Währenddessen hatte ich Ihnen stets hier im Wave Daily berichtet (unter anderem am 1. und 6. Oktober 2010), dass die Papiere, die in die Bad Bank ausgegliedert wurden, in der Zukunft auch durchaus wieder an Wert gewinnen können (lesen Sie hierzu insbesondere meinen Artikel vom 01. Oktober, in dem ich genau dies so schrieb), wenn sich die Lage nach der Finanzkrise beruhigt hat. Und danach sieht es derzeit aus.
Panikmache der Medien - die Realität ist meist deutlich sonniger
Wundert es Sie, dass diese aktuelle Nachricht kaum in den Medien verbreitet wurde? Sicher nicht, Medien verkaufen sich eben nicht über positive Nachrichten. Panikmache ist da schon eher gut für die Auflage.
Lassen Sie sich also nicht von der Medienpolitik aus der Ruhe bringen. Man hört und liest nur schlechtes in den Nachrichten, die Realität ist aber meist deutlich sonniger.
Dazu passt auch folgende Meldung:
Starke Gewinne lassen Bewertung günstig erscheinen
Im Handelsblatt las ich kürzlich, dass die DAX-Unternehmen mit 53 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr so viel verdient haben wie noch nie. Zudem schrieben erstmals in der deutschen Unternehmensgeschichte alle Konzerne des DAX schwarze Zahlen. Und während die Umsätze "nur" um durchschnittlich 12,7 % zulegten, explodierten die Nettogewinne regelrecht um 148 %.
Ich sehe da derzeit wenig Gründe, warum das Allzeithoch im DAX nicht bald wieder erreicht werden sollte. Durch die starken Gewinne ist die Bewertung trotz starker Kursgewinne nach wie vor günstig.
Diese Information passt auch gut zur folgenden fortgeführten DAX-Analyse. Zuvor noch neue Zahlen zur Inflation. Ich rechne inzwischen fest mit einem Zinsschritt der EZB im April.
Zinsschritt der EZB immer wahrscheinlicher
In den USA steigen die Erzeugerpreise um 9,3 %, die nominalen Auftragseingänge um 5,7 %.
Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, wird sich der Verbraucherpreisindex in Deutschland im März voraussichtlich um 2,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhen und gegenüber Februar voraussichtlich um 0,5 % steigen.
(Die endgültigen Ergebnisse für März 2011 werden am 12. April 2011 veröffentlicht.)
Zuvor wurden schon die Außenhandelspreise in der vergangenen Woche bekannt gegeben. Der Index der Einfuhrpreise stieg im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,1% und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,9 %. Im Januar 2011 hatte die Jahresveränderungsrate + 11,8 % betragen, im Dezember 2010 lag sie bei + 12,0 %.
Der Index der Ausfuhrpreise erhöhte sich im Februar 2011 im Vergleich zum Februar 2010 um 5,4% und bezogen auf den Vormonat stieg der Ausfuhrpreisindex um 0,4%.