Investoren erhöhen ihre Risikopositionen
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 23. Januar 2012, 17:00 Uhr
ENL5454
hoffentlich haben Sie trotz des trüben Wetters ein angenehmes Wochenende verbracht. Wenigstens verlaufen die Märkte seit Wochen in einem derartig ruhigen Umfeld, dass insofern keine außergewöhnliche Erholung für geplagte und gestresste Investoren notwendig wäre. Schwer zu sagen, warum wir gerade jetzt in den Genuss dieser starken Kurserholung kommen, die den DAX sogar am vergangenen Donnerstag über die sehr hartnäckige Hürde seines gleitenden 200-Tage-Durchschnitts geschoben hat.
Meiner Meinung nach lohnt es nicht, sich über die Ursachen von Kursbewegungen den Kopf zu zerbrechen. Denn bekanntlich schwanken die Indizes zwischen überkauften und überverkauften Marktzuständen. Einmal sind die Investoren bereit höhere Risiken einzugehen, nur um dann wieder jegliches Risiko zu meiden. Trader bezeichnen dieses Wechselspiel auch gerne als Risk on and Risk off". Darüber hinaus geht die Börse natürlich immer gerne den Weg, der der Mehrheit der Anleger die größten Schmerzen bereitet.
Diesmal könnte ein Grund für den Kursaufschwung das neuerliche Bestreben der hochverschuldeten Länder Italien, Spanien und Portugal sein, den endgültigen Rettungsschirm ESM per Saldo zu verdoppeln. Sowohl der italienische Ministerpräsident Monti, als angeblich auch der ebenfalls aus Italien stammende EZB Präsiden Draghi, fördern diesen Plan. Dadurch könnte dann die nach der Abwertung Frankreichs faktisch unmöglich gewordene Hebelung des Rettungsschirms doch noch funktionieren.
Innerer Markt unberührt von der Verzögerung in Griechenland
Obwohl während der gesamten vergangenen Woche, und nicht erst seit dem letzen Wochenende, ein Scheitern des griechischen Schuldenschnitts in der Luft lag, hält sich der innere Markt mehr als respektabel. Sogar der kurzfristig reagierende 10-Wochen-Indikator ist völlig unbeeindruckt. Dies deutet darauf hin, dass die starken Hände diese Möglichkeit entweder bereits einkalkuliert haben, oder davon überzeugt sind, dass vor allem die Hedgefonds und Banken, die auf griechischen Staatsschulden sitzen, doch noch zu einem größeren Opfer jenseits des bereits vereinbarten hälftigen Schuldenverzichts bereit sind.
Quelle: stockcharts.com
Jedenfalls handelt der wichtigste kurzfristige Indikator des inneren Marktes, der den Prozentsatz der Aktien zählt die oberhalb ihrer wichtigen 50-Tage-Linie handelt, seit Jahresbeginn (Ziffer 1) in einer dynamischen und positiven X-Spalte. Die Anzahl der Aktien, die ihre wichtige 50-Tage-Linie knacken konnte, vergrößert sich substanziell. Dies belegt, dass frisches Kapital in den Markt fließt. Sehr positiv ist die Tatsache, dass die X-Spalte sogar die fallende bärische Widerstandslinie übersteigen konnte. Ein Wermutstropfen ist hingegen die relativ starke Überhitzung des breiten Marktes der NYSE. Immerhin ist der 10-Wochen-Indikator mittlerweile bei 83 % angekommen, und damit tief in die überkaufte Zone eingedrungen, die bei 70 % beginnt. Solange der Indikator aber nicht in einer 0-Spalte unter die 70-%-Marke kippt, bleiben die Bullen im Vorteil und Sie sollten sich nicht voreilig aus Positionen drängen lassen.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Nebenwerte Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Travel Trader
Ihr Börsendienst mit dem globalen Insidernetzwerk
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Travel Trader
