So geht moderne Geldberatung heute!

Können Sie sich noch erinnern? Früher war es chic, Bankkauffrau oder Bankkaufmann zu sein. Wer ein Banker war, der war ein gemachter Mann oder Frau - bis zur Rente! Der Job versprach viel Geld und Prestige. Teilweise ist dies ja immer noch so - siehe die Herren Ackermann & Co. Aber zu wessen Lasten geht dies eigentlich? Doch wohl eher zu Ihren Lasten, aber auch zu Lasten des normalen Bankberaters. Geht es Ihnen auch so wie mir? Schauen Sie sich Ihren Bankmitarbeiter in der Filiale manchmal mitleidig an und haben Gedanken im Kopf wie: hoher Vertriebsdruck, der will nur an mein Geld und meint es nicht ehrlich oder im schlimmeren Fall auch Abzocker? Tauschen möchte ich mit den Herren Bankberater nicht, ganz ehrlich!
Die Stiftung Warentest hat kürzlich seinen Bankentest aus 2009 wiederholt. Zur Erinnerung: Schon damals hat keine der deutschen Banken in Punkto Beratung mit "gut" abgeschnitten. Das Ergebnis im Juli 2010 ist nicht viel besser. Bei 21 getesteten Instituten wurde dreimal die Note "Befriedigend" und zwölfmal die Note "Ausreichend" vergeben. 6 Institute sind schlichtweg durch die Prüfung gefallen. Darunter finden sich unter anderem die Postbank, Targobank (ehemals Citibank) oder auch die HypoVereinsbank. In der Schule hieß das früher: 6! Setzen! Da bekommen doch Banken-Slogans, wie "Unterm Strich zähl ich.", "Erfrischend einfaches Banking auf Augenhöhe" oder "Leistung aus Leidenschaft." gleich eine ganz andere Bedeutung.
Natürlich halten Kritiker dagegen, dass es sich bei den Untersuchungen um Stichproben oder Momentaufnahmen handelt. Jeder hat schließlich einmal einen schlechten Tag. Stimmt! Aber die Tatsache, dass sich seit der letzten Momentaufnahme in 2009 nicht viel getan hat in Punkto Qualitätsverbesserung, lässt Ottonormalverbraucher doch ins Grübeln kommen.

Mein Rat an Sie:

1. Machen Sie sich vorher schlau und gehen Sie gut vorbereitet in ein Bankgespräch.

Im Idealfall bittet Sie Ihr Bankberater, verschiedene Unterlagen zum Termin mitzubringen und sich selbst erste Gedanken über Ihre Geldziele zu machen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat hierzu eine sehr gute Checkliste veröffentlicht, die ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann. Schon durch das bloße "Sich mit der Materie auseinandersetzen" werden Sie selbstsicherer in das Bankgespräch hineingehen und auf Augenhöhe mit Ihrem Berater sprechen können.

2. Investieren Sie nur in Anlagen, die Sie auch wirklich verstehen.

Es muss Ihnen nicht peinlich sein, wenn Sie Anlageinstrumente wie geschlossene Immobilienfonds oder Zertifikate nicht auf Anhieb verstehen. Fragen Sie nach und lassen Sie sich diese Instrumente genau erklären. Auf unserer Seite http://www.investor-verlag.de/boersenwissen zum Beispiel finden Sie viele Erklärungen rund um das Thema Geldanlage.
Oder fragen Sie doch einfach den Chefredakteur Ihres Börsenbriefes. Er steht Ihnen in fachlichen Verständnisfragen gerne Rede und Antwort. Kennen Sie zum Beispiel schon unser neues Tool www.investor-fragen.de? Hier können Sie Ihrem Redakteur Ihre fachliche Frage stellen und Sie erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Antwort. Bei uns gibt es keine langen Warteschleifen oder tagelanges Warten auf eine Rückmeldung!

3. Geben Sie Ihre Finanzangelegenheiten in unabhängige Hände!

Es wird Ihnen selten bis nie passieren, dass Ihnen ein Bankberater der Bank X ein Anlageprodukt der Bank Z anbietet. Das Interesse der Banken ist klar: Die eigenen Produkte müssen an den Mann gebracht werden. Vorgegebene Verkaufsziele müssen erreicht werden.

Eine Auswahl an Alternativen erhalten Sie in der Regel nur von unabhängigen Finanz- und Vermögensdienstleistern. Aber auch diese sind in irgendeiner Art und Weise provisionsabhängig. Auch hier läuft es wieder darauf hinaus, dass Sie für sich eine eigene Entscheidung treffen müssen: Welche Art der Anlage bevorzuge ich? Wie ist mein zeitlicher Anlagehorizont? Welches Risiko bin ich bereit zu tragen?
Die Leser unserer Börsenbriefe haben diesen Schritt bereits getan. Sie haben bewusst eine Anlagestrategie ausgewählt, die zu ihren Bedürfnissen passt. Unsere Redakteure leben nicht von irgendwelchen Provisionen. Sie erhalten kein Geld dafür, dass sie eine bestimmte Anlage empfehlen. Im Gegenteil: Sie können frei von jeglichen äußeren Interessen ihre Anlagen auswählen. Unsere Redakteure sind nur sich selbst und den Interessen ihrer Abonnenten verpflichtet. Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Unsere Börsendienste sind komplett anzeigenfrei. Denn nur so können wir unseren Lesern eine objektive Berichterstattung und Anlageempfehlung garantieren, die frei von Interessen Dritter sind.

Egal, für welche Anlage Sie sich schlussendlich entscheiden: Ob Sparbuch, Aktiendepot oder auch Fondsanlage: Wichtig ist, dass Sie die Verantwortung für Ihr Geld bitte nicht vollends aus der Hand geben. Informieren Sie sich fortlaufend, was mit Ihrem Geld passiert. Auch an der Auskunftsbereitschaft erkennen Sie, ob Ihr Berater es ehrlich mit Ihnen meint oder doch eher für seine eigenen Interessen einsteht.

Ich wünsche Ihnen eine gute Börsenwoche!
Ihre
Sandra Witscher

Sandra Witscher
Verlagsleiterin Investor Verlag

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