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Insiderhandel ist kein Kavaliersdelikt

Am Freitag konnten Sie es in allen größeren Zeitungen lesen: die deutsche Justiz geht wieder einmal mit aller Macht gegen mutmaßliche Anlagebetrüger vor. Nein, dieses Mal sind nicht die Banken gemeint sondern Insider. Den Vorwurf der Marktmanipulation müssen sich Unternehmer, Aktienhändler, Journalisten und jetzt sogar Aktionärsschützer gefallen lassen.

Die Geschichten ähneln sich immer wieder: Einzelpersonen oder kleine kriminelle Grüppchen kaufen Aktien wertloser Unternehmen und jubeln diese dann in der Öffentlichkeit hoch. Es finden sich immer Menschen, die diesen Empfehlungen blind folgen. Wer möchte es ihnen verübeln? Schließlich hören sie auf den vermeintlich guten Tipp eines Experten. Das Problem ist, dass die Initiatoren dieser Jubeltirade ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht und die Aktien wieder zu hohen Kursen verkauft haben, bevor das Aktienkartenhaus in sich zusammen bricht. Die breite Masse der Anleger begreift zu spät, dass es sich bei den Unternehmen doch nicht um die „Perlen“ in ihrem Depot handeln.

 

Der Investor Verlag distanziert sich ausdrücklich von jeglicher Art von Insiderhandel und Marktmanipulation!

Seit Jahren bieten wir unseren Kunden qualitativ hochwertige Börseninformationen. Alle Mitarbeiter und auch Chefredakteure unserer Börsenbriefe haben sich bestimmten Leitsätzen verpflichtet. Und doch ist der Weg zur Sippenhaft nicht weit. Kaum findet sich in der Branche ein „Schwarzes Schaf“, wird oftmals den Wettbewerbern gleiches schändliches Handeln unterstellt. Ich als Geschäftsführerin des Investor Verlags möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir diese Art des Börsentreibens nicht gutheißen.

Bereits vor Jahren haben wir uns eigene Maßstäbe gesetzt, die teilweise über gesetzliche Regelungen hinausgehen. Unsere Philosophie haben wir in unserem „Handbuch für den Privatanleger“ zusammen gefasst. Daraus möchte ich Ihnen einige unserer Leitsätze aufzählen:

 

Leitsatz 3: Performance-Kontrolle bei allen Börsendiensten

Ein unabhängiges Vermögenscontrolling-Unternehmen überprüft alle Anlageempfehlungen der einzelnen Börsendienste. Damit können Sie sicher sein, dass alle genannten Performancezahlen auch tatsächlich realisiert worden sind. Jede einzelne Empfehlung wird bis zum Verkauf weiter verfolgt – und fällt nicht irgendwann „zufällig“ aus dem Portfolio, wenn sie sich als Underperformer herauskristallisiert hat.

 

Leitsatz 4: Interne Compliance-Richtlinien gegen Frontrunning

Alle Chefredakteure, Redakteure und Verlagsmitarbeiter haben sich vertraglich verpflichtet, strenge Regeln gegen Insiderhandel einzuhalten. Diese Vereinbarung ist noch strenger gefasst als das Wertpapierhandelsgesetz, dessen Einhaltung von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) kontrolliert wird. Damit gewährleisten wir, dass sich niemand auf Kosten der Kunden durch gezielte „Kurspusherei“ bereichern kann.

 

Leitsatz 5: Alle Beiträge werden durch Experten und Gutachter geprüft

Alle Ausgaben der Börsendienste, alle Analysen und Anlageempfehlungen werden vor ihrer Veröffentlichung von unabhängigen Gutachtern gelesen und korrigiert. Alle sind ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet. So werden Fehler und Falschaussagen verhindert — und Sie können sich voll und ganz auf die Richtigkeit der Inhalte verlassen.

 

Das Image der Börsengeschäfte ist abermals beschädigt

Der Schaden, der durch Insiderhandel und Kursmanipulation entsteht, ist immens. Vom materiellen Verlust vieler tausender Privatanleger ganz abgesehen ist der Imageschaden für die professionellen Börsenakteure ein viel größerer. Diese kriminellen Handlungen tragen mitnichten dazu bei, das verlorene Vertrauen in die Börsen- oder Aktienkultur zu erhöhen. Und doch brauchen wir dringend ein gesundes Verhältnis zur Geldanlage. Oder haben Sie noch das Glück, auf eine adäquate Rente hoffen zu dürfen?

Henrik Voigt, Chefredakteur des Börsenbriefes Dax Profits und des kostenlosen Newsletters Dax Daily hat es bereits im Juli 2010 in seinem Börsenkommentar sehr schön auf den Punkt gebracht, als er sich über die neue EU-Marktmissbrauchsrichtlinie geäußert hat:

„… das neue Gesetz ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es sollte deshalb möglichst strikt ausfallen und zügig verabschiedet werden, damit die Finanzmärkte nicht nach und nach zu reinen Zockerbuden verkommen… Umso wichtiger ist es, wieder zu Moral und Fairness zurückzufinden. Nötigenfalls eben auch mit schärferen Gesetzen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Börsenwoche!

Ihre
Sandra Witscher