Besuchen Sie uns auf der Edelmetall & Rohstoffmesse 2010 in München

Liebe Leserinnen und Leser,

bereits zum 6. Mal findet die Internationale Edelmetall- und Rohstoffmesse in München (Eventarena, Olympiapark München) statt. Am 5. und 6. November treffen sich Privatanleger und Profis aus der Edelmetall- und Rohstoffbranche und diskutieren über die neuesten Trends. Vertreten sein werden Bergbauunternehmen aus aller Welt, Münzhändler, aber auch Dienstleister, die im Rohstoff- und Edelmetallsektor tätig sind. Nähere Informationen, unter anderem auch zum Programm, finden Sie unter www.edelmetallmesse.de

Unsere Experten des Investor Verlags auf der Edelmetall- und Rohstoffmesse

Auch wir werden dieses Jahr wieder mit einem eigenen Stand vertreten sein. Besuchen Sie den Investor Verlag am Stand 2.12. Viele „Ihrer“ Redakteure freuen sich, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Freitag 5.11.
Friedrich Lange (Oxford Club): 9.30 – 12 Uhr sowie 14 – 17.30 Uhr
Martin Stephan (Travel Trader): 12 – 13.30 Uhr

Samstag, 6.11.
Friedrich Lange (Oxford Club): 9.30 – 12 Uhr sowie 14 – 17.30 Uhr
Markus Miller (Kapital&Steuern vertraulich): 11 – 14 Uhr
Martin Stephan (Travel Trader): 12 - 14.30 Uhr
Andreas Lambrou (Tiger & Dragon, Rohstoff-Investor, Global Power Trader): 14 – 16 Uhr

Im Vorfeld hatte ich Gelegenheit, mit einigen unserer Rohstoff- und Edelmetallexperten des Investor Verlags ins Gespräch zu kommen. Ich habe sie gefragt, wie sie zu Rohstoffen und Edelmetallen – im Speziellen zu Gold – stehen. Lesen Sie nachfolgend die sehr interessanten, teilweise konträren Einschätzungen unserer Redakteure:

Warum sollten Anleger in Rohstoffen und Edelmetallen aus Ihrer Sicht in einem durchschnittlichen Depot aktuell übergewichtet werden?

Friedrich Lange (Oxford-Club): Sachwerte schlagen weiterhin Papierwerte. Dieser Trend der vergangenen Jahre wird sich weiter verstärken. China und andere Emerging Markets decken sich mit Rohstoffen massiv ein. Der Westen verschläft hier seine Zukunft. Wir befinden uns seit zwei Jahren im "Krieg um Rohstoffe". Jüngstes Beispiel sind die Seltenen Erden. Darüber hinaus wird von diesen Ländern ein Teil der üppigen Devisenreserven in Gold angelegt, um zu diversifizieren. Ein geringer Teil, der aber bereits höhere Preise ergibt. Und immer mehr Anleger entdecken Gold ebenfalls, um sich abzusichern gegen unhaltbare Zahlungsversprechen vieler Regierungen. Hinzu kommen noch verstärkend die Gold-ETF.

Markus Miller (Kapital & Steuern vertraulich): Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Anleger Sachwerte als strategische Absicherung (Risikoversicherung) ansehen sollten, um sich vor latenten Systemrisiken im Staaten-, Wirtschafts- und Bankensektor zu schützen. Allerdings befürworte ich eine ausgewogene Mischung aus Sachwerten im Allgemeinen und Geldwerten. Anlagen in Gold und Silber sollten sich ebenfalls gleichgewichtet im Depot jedes Anlegers befinden.

Martin Stephan (Travel Trader): Bei den Rohstoffen sollten insbesondere Edelmetalle, die monetären Charakter besitzen, gut abschneiden – ich rede von Gold und Silber. Da diese erweiterte Finanzkrise aber nicht zwingend eine inflationäre, sondern auch eine deflationäre Ausbildung erfahren könnte, sollte die präferierte Anlageklasse jene sein, die vermeintlich auch in der Deflation Wert erhält. Damit scheiden Aktien und die meisten Rohstoffe aus, auch Silber dürfte es schwer haben. Anders hingegen Gold! Da jeder stark rezessive oder deflatorische Impuls in der jetzigen angeschlagenen Situation der Finanzbranche das ganze System, auch unser Gesellschaftssystem, ins Wanken bringen würde, bleibt nur Gold als werthaltiges Substitut für Geld übrig.

Andreas Lambrou (Tiger&Dragon, Rohstoff-Investor, Global Power Trader): Gold ist der einzige wahre Wert, der über Generationen seine Kaufkraft erhalten konnte. Es gibt keinen vergleichbaren Vermögenswert, der die Kaufkraft so sicher erhält. Voraussetzung für eine Anlage in Gold, am besten in physischer Form, ist allerdings, dass Anleger einen längerfristigen Investitionshorizont von mindestens 20 Jahren besitzen. Kaum jemand weiß, dass die Goldpreisentwicklung seit 1960 deutlich besser verlief, als der Dow Jones Index. Obwohl in diesem Zeitraum die USA eine ihrer stärksten Wachstumsphasen hatte und Aktien, von der Mehrheit der Anleger, immer noch als das generell bessere Investment angesehen werden. Angesichts der verheerenden Staats- und Privatverschuldung passt sich der steigende Goldpreis nur den veränderten Rahmenbedingungen an. Da ich kein Ende der Schuldenspirale erwarte, wird Gold seine Outperformance tendenziell auch mittelfristig – das heißt über die nächsten 5 Jahre – beibehalten.

Welcher Edelmetall- oder Rohstoffmarkt ist für Sie der derzeit interessanteste?

Friedrich Lange (Oxford-Club): Silber. Das "Gold des kleinen Mannes " hat im Vergleich zu Gold erhebliches Aufholpotential und gewinnt immer mehr an monetärer Bedeutung. Übrigens: Über etliche Jahrhunderte war Silber das Währungsmetall - und nicht Geld.

Markus Miller (Kapital & Steuern vertraulich): Investitionen in das Edelmetall Silber und Agrarrohstoffe.

Martin Stephan (Travel Trader): Neben Gold vor allem Silber, vor allem dann, wenn die Inflation obsiegt. Und ganz generell Uran und Geothermie. Gerade Uran steht vor einer Wiederentdeckung aufgrund der umfangreichen, weltweit anzutreffenden Planungsexplosion für neue Reaktoren. Die aktuell noch gedrückten Preise werden bald vergessen sein. Gute Uranaktien, sowohl von Produzenten als auch erfolgreichen Explorern, stehen daher für mein Dafürhalten vor einer Vermehrfachung.

Andreas Lambrou (Tiger&Dragon, Rohstoff-Investor, Global Power Trader): Von den Edelmetallen finde ich momentan Silber am interessantesten, die Unterbewertung ist hier noch markanter, als beim Gold. Zudem halte ich Palladium für ein überaus gutes Investment, da es wie auch Silber in der Industrie ebenfalls eine starke Verwendung findet und immer knapper wird. Ferner ist Mais eine gute Anlage, da man hier neben der Nahrungsmittelversorgung auch auf die Alternativenergien spekuliert. Kaum bekannt, aber dennoch sehr lukrativ sind Jatropha Investments – eine neue Form des Bioöls - sowie Seltene Erden.

Wie stehen Sie zu den Höchstpreisen, die derzeit für Gold gezahlt werden? Hat der Goldpreis bereits seinen Zenit erreicht?

Friedrich Lange (Oxford-Club): Ich habe vor zwei Wochen - zwei Tage vor dem Zwischenhoch exakt zum Zwischenhoch - auf eine fällige Konsolidierung der Edelmetalle hingewiesen und zu einigen Gewinnmittnahmen (bis zu 1.500%) geraten. Der OXFORD CLUB rechnet mit einer scharfen Konsolidierung in einem weiterhin intakten, langfristigen Aufwärtstrend. Vor drei Jahren habe ich als Kursziel für Gold die Marke von 3.000 US$/Unze und für Silber 100 US$/Unze genannt. Wir bewegen uns darauf sukzessive zu. Seit dem Jahr 2000 hat der OXFORD CLUB damit eine glückliche Hand bewiesen.

Markus Miller (Kapital & Steuern vertraulich): Es gibt derzeit keine Höchstpreise, weil die Zahlen und Kurse relativiert werden müssen. Von einem Zenit kann in keinster Weise gesprochen werden! Inflationsbereinigt liegt der historische Höchstkurs von Gold circa bei 2.400 US-Dollar!

Martin Stephan (Travel Trader): Der aktuelle Preis von Gold ist absolut irrelevant, er hat keine Aussagekraft. Es gibt auch kein Zielpreis für Gold. Solange die Geldkreierung über die Schuldenaufnahme so expansiv von statten geht, Zentralbanken sogar mindestens Staatsanleihen, manche auch Unternehmensanleihen aufkaufen, wird der Goldpreis sukzessive weiter zulegen. Ich denke daher eher in Regionen wie „wie lange“ als „wie hoch“. Angesichts der aktuell zu erwartenden Entwicklung in Bezug auf staatliche Neuverschuldung und Anleihekäufe von Seiten der FED und Bank Of Japan wird sich der Goldpreis in den kommenden 6 Monaten mehr oder minder stetig nach oben bewegen. Dollarpreise von rund 1.700 würden mich daher im ersten Halbjahr 2011 nicht überraschen.

Andreas Lambrou (Tiger&Dragon, Rohstoff-Investor, Global Power Trader): Gold ist aktuell fair bewertet und kann durchaus auch einmal 20% korrigieren. Der Goldpreis hat seinen langfristigen Höchstpunkt aber noch lange nicht erreicht. Der Goldpreis spiegelt die ungehemmte Liquiditätsausweitung der Weltnotenbanken wider. Diese Papiergeldflut ist ein weltweites Problem und deshalb investieren vermögende Anleger in Gold. Zudem gehe ich fest davon aus, dass wir noch eine Goldpreisblase erleben werden. Erst wenn große Anlegerkreise hysterisch dem Gold nachlaufen, wird es Zeit sein das Gold zu verkaufen. Eine Übertreibung ist aber historisch bewiesenermaßen dann der Fall, wenn die Preise innerhalb eines Jahres dramatisch – um das rund Doppelte – steigen. Deshalb halte ich, in einer Übertreibung, Zielkurse von 3.000 bis 5.000 US-Dollar pro Unze für absolut möglich. Sollte die US-Notenbank komplett den Verstand verlieren und eine Hyperinflation auslösen, dann sind sogar noch höhere Preise möglich.

4 Experten – 4 Meinungen. Das Ergebnis ist wenig überraschend, spiegelt es doch die höchst unterschiedlichen Meinungen an den Märkten wider. Im Hinblick auf die kommende Messe bin ich mir sicher, dass Sie von der Meinungsvielfalt der Edelmetall- und Rohstoffexperten nur profitieren können. Verfolgen Sie in München viele interessante Diskussionen und holen Sie sich wertvolle Anregungen für Ihre Depotgestaltung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Börsenwoche!

Ihre Sandra Witscher

Sandra Witscher
Verlagsleiterin Investor Verlag

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