Augen auf beim Geldabheben am Automaten!
Vor einigen Wochen erlebte ich eine böse Überraschung. „Mein“ Geldautomat neben der Post war nicht mehr da, einfach abgebaut. Zugegeben, ich bin keine Postbankkundin und der Automat war von zu Haus noch nicht einmal fußläufig gut zu erreichen. Aber mir entstanden hier nie Gebühren beim Geldabheben und außerdem liegt der Geldautomat auf dem Weg ins Büro.
Das Zauberwort heißt „Cash Group“ und meine Bank gehört dazu. Das bedeutet, dass ich 7.800 inländische Geldautomaten der Cash Group-Banken kostenfrei nutzen darf. Sollten Sie Kunde folgender Banken sein, dann gilt dieser Service auch für Sie: UniCredit Bank AG – HypoVereinsbank, Commerzbank, comdirect bank, DAB bank, Deutsche Bank, Postbank, norisbank, Berliner Bank, Bankhaus Neelmeyer.
Ärgerlich wurde es für mich bisher, wenn keine dieser Banken in Reichweite war. Dann kamen schon mal 4 – 10 Euro Gebühren für das Geldabheben bei einem „Fremdinstitut“ zusammen. Nun könnten Sie sagen: Pech gehabt, als Kundin der Sparkasse oder auch der Volks- und Raiffeisenbanken könnten Sie auf ein weitaus größeres Filialnetz und entsprechend mehr Geldterminals zurückgreifen. Aber seien Sie mal ehrlich: so eine Entscheidung für oder gegen eine Bank trifft man ja nicht nur anhand der Bankautomatengebühren.

Die teilweise völlig überhöhten Preise der Banken waren auch dem Verbraucherministerium ein Dorn im Auge. Denn oftmals stehen die von den Banken und Sparkassen verlangten Gebühren in keinster Weise in einem angemessenen Verhältnis zu den erbrachten Leistungen. In einem ersten Schritt nun haben sich die Banken und Sparkassen – auf Druck des Ministeriums - darauf geeinigt, die Kunden im Vorfeld über anfallende Gebühren zu informieren. Sie als Kunde können seit dem 15.1.2011 selbst entscheiden, ob Sie bereit sind, die angezeigte Gebühr zu zahlen oder die Abhebung kostenfrei abzubrechen. Danke liebe Banken für diese neue Entscheidungsfreiheit!
Keine Einigung dagegen gab es bisher auf eine einheitliche Gebühr für Geldabhebungen bei einem fremden Kreditinstitut. Während sich die privaten Banken auf einen maximalen Preis in Höhe von 1,95 Euro geeinigt haben, konnten sich die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken nicht dazu durchringen, diese Gebührenschwelle mitzutragen. Ihr Argument: Privatbanken dünnen immer mehr ihr Filial- und Automatennetz aus und sparen damit Kosten, die sie indirekt auf die Sparkassen und Volksbanken abwälzen.
In der vergangenen Woche nun wurde ich zur Abwechslung auch einmal positiv überrascht: Die freundliche Rewe-Kassiererin fragte mich nach meinem Wochenendeinkauf , ob ich auch noch Bargeld benötigen würde. Auf meine fragenden Blicke hin meinte sie, dass ich ab einem Einkaufswert von 20 Euro bis zu 200 Euro abheben könne. Der Markt sucht sich eben seine eigenen Mittel und Wege!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Börsenwoche!
Ihre
Sandra Witscher
Sandra Witscher
Verlagsleiterin Investor Verlag