Investitionsmöglichkeiten in Wasser
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Juni 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Investitionsmöglichkeiten in Wasser
Zunächst einmal gibt es natürlich keine direkte Anlagemöglichkeit, in Ermangelung von Wasserfutures oder ähnlichem. :-)
Dafür besteht allerdings grundsätzlich die Möglichkeit der Investition in Aktien von Unternehmen, die direkt oder indirekt vom Wasserboom profitieren.
Hierfür sollten sie vor allem folgende drei Sektoren im Auge behalten:
1. Wasserinfrastruktur
Also Hersteller von Pumpen, Filtern, Rohrleitungen und Kläranlagen. Das Potenzial dieser Branche ist gewaltig, denn allein für die Modernisierung und Sicherstellung der bestehenden Wasserversorgung müssen laut Schätzungen der Weltbank in den nächsten 10 Jahren weltweit rund 600 Milliarden US-Dollar investiert werden.
2. Wasserversorgung
Da weltweit die Staaten zunehmend mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben, wird der Betrieb von kommunalen Wasserversorgungswerken immer stärker in den Privatsektor überführt. Vorreiter in diesem Privatisierungsprozess sind Großbritannien, Frankreich und die USA. Ein französisches Aktienunternehmen besitzt beispielsweise heute schon über 100 Millionen Kunden und ist damit der größte private Wasserversorger der Welt. Aber auch in China versucht man die enormen Investitionssummen mit Hilfe von Privatfinanzierungen zu bewerkstelligen.
3. Getränkehersteller
Schlussendlich ist die sauberste Lösung für den Konsum von Wasser der Kauf von abgefülltem Wasser in Flaschen. Besonders in den Schwellen-und Entwicklungsländern ist der Flaschenkonsum in den letzten Jahren drastisch gewachsen, denn die Verbraucher merken immer mehr, dass sauberes Trinkwasser fast nur noch auf diesem Weg zu erhalten ist. So ist Mexiko trotz seiner breiten Armutsschicht der hinter den USA liegende weltweit zweitgrößte Konsument von abgefülltem Wasser in Flaschen. In China stieg der Verbrauch von Flaschenwasser zwischen 1999 und 2004 um 250 Prozent. In Indien hat sich der Verbrauch von Flaschenwasser seit dem Jahr 2000 verdreifacht.
Aber - beobachten Sie sich selbst - auch in den Industrienationen steigt der Verbrauch an Flaschenwasser rapide an. Oder trinken Sie noch aus dem Hahn? Ich beobachte diese Verhaltensänderung schon seit Jahren mit wachsendem Interesse. Während ich, wie ich zugeben muss mein Leben lang nur sehr selten einmal Wasser aus dem Hahn trank, haben dies meine Großeltern früher immer getan. Seit einigen Jahren sind sie aber ebenfalls komplett auf Mineralwasser umgestiegen.
Ich vermute allerdings in Deutschland hat das weniger damit zu tun, dass der Qualität des Hahnenwassers nicht vertraut würde - denn diese soll ja bekanntlich zum Teil sogar über der des Flaschenwassers liegen - sondern vielmehr mit Wasserspargedanken und ja vermutlich auch mit einem gewissen Standard, der sich nun eben durchgesetzt hat.
Nun, zumindest liegt Deutschland im weltweiten Vergleich mittlerweile auf Platz 6 der Flaschenwasserverbraucher. Nach den USA, Mexiko, China, Brasilien und Italien, aber vor Frankreich, Indonesien, Spanien und Indien. Interessant diese Mischung, nicht wahr?!
So long liebe Leser...so viel für heute einmal...am nächsten Montag geht's dann weiter mit den Wasserindizes und einer TAD-Empfehlung aus dem Wassersektor die innerhalb von zwei Monaten 20 % Kursgewinn brachte...bis morgen dann zum gewohnten Wochenrückblick..
Ihre Miriam Kraus
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