Investitionen in Asien
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 13. Oktober 2006 07:30 Uhr
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*** Investitionen in Asien
Langfristig ist Asien fast mit Sicherheit eine bessere Wette für ihre Investitionen als die Vereinigten Staaten, sagt mein alter Freund Mark Faber. Er sprach mit dem Magazin Wirtschaftswoche und stellte fest, dass die Löhne in Asien deutlich steigen, während sie in den USA stagnieren. In China hat sich das Pro-Kopf-Einkommen beispielsweise in den letzten beiden Jahrzehnten verdoppelt.
Mehr noch, Asien wird zunehmend unabhängiger von den USA. Anstatt Waren an Leute zu verkaufen, die sie nicht brauchen und die nicht dafür bezahlen können, wird Asien bald an seine eigene, ständig wachsende Klasse der Verbraucher verkaufen. In China sind beispielsweise 84% der Autokäufer Erstkäufer. Sie haben noch nie zuvor ein Auto besessen. Und überlegen Sie nur, wie viele Leute in China immer noch ihr ganzes Leben ohne Arbeitsplatten aus Granit bestreiten. Es raubt einem doch den Atem.
Ein „gewaltiger Wohlstandstransfer“, vom Westen in den Osten sei unterwegs, sagt er. Das wird nicht nur dazu führen, dass Asien reicher wird ... es wird auch die Menschen im Westen zu einem geringeren Lebensstandard verdammen, ganz einfach, weil die Menschen im Westen sich heute zum ersten Mal seit der industriellen Revolution mit den Asiaten um die knappen Rohstoffe streiten müssen. Ganz Asien verwendet nur 22 Millionen Barrel Öl am Tag ... das ist die gleiche Menge wie in den USA. Aber Asien hat die zwölffache Bevölkerung.
China konsumiert pro Kopf knapp 1,7 Barrel Öl ... eine Menge, die kaum größer ist als der Pro-Kopf-Verbrauch in den USA vor Beginn der industriellen Revolution. Asien hat noch viel aufzuholen, aber das tut es schnell. Und das wird deutlich höhere Ölpreise bedeuten ... und auch die Preise anderer natürlicher Ressourcen, die für die moderne Entwicklung entscheidend sind, werden steigen.
*** Eher gewusst?
Aus den Nachrichten der BBC erfahre ich, dass der jüngste Nobelpreisträger für Wirtschaft eigentlich nur einen Punkt erklärt hat, den ich schon viele Male auf diesen Seiten erklärt habe. Wenn Investoren, Verbraucher und Geschäftsleute erst einmal auf die Tricks der Fed hereinfallen – die ‚Liquidität’ verkauft als handelte es sich um zusätzliche Kaufkraft – dann läuft die Party. Sie erwarten Inflation und hören auf, die Wirtschaft weiter auszubauen. Stattdessen steigen die Preise, während die Wirtschaft stagniert. Die Aufgabe der Fed besteht nun darin, die Inflationserwartungen zu justieren, so dass sie weiter inflationieren können, ohne dass jemand dahinter kommt. Andernfalls ist die Folge eine Stagflation.
Bei BBC heißt es: „Professor Phelbs hat sich damit befasst, das Verhältnis zwischen den Arbeitslosenzahlen und der Inflation zu erklären, das von einigen Ökonomen zuvor als Kompromiss bezeichnet wurde. Er behauptet, dass die Inflationserwartungen in der Wirtschaft verankert werden, und trotz hoher Beschäftigungszahlen zu Stagflation führen können. Das bedeute auch, dass, falls die Inflationserwartungen im Rahmen bleiben, die Wirtschaft mit geringeren Arbeitslosenzahlen weiterlaufen kann, als es andernfalls der Fall wäre. „Diese Einsichten haben dazu beigetragen, Zentralbanken dazu zu bewegen, prompt die Inflationserwartungen zu zügeln.“
Professor Phelbs sagt über seine Arbeit: „Ich habe versucht, die Leute wieder in unser Wirtschaftsmodell zurückzuführen und im Besonderen versucht auch ihre Erwartungen darüber, was andere wirtschaftliche Akteure zur gleichen Zeit oder in der Zukunft tun werden, mit in Rechnung zu stellen.“
*** Ein Leserbrief
„Das Problem mit den Obdachlosen“, klagte ich gegenüber meiner Tochter Maria zuletzt, „ist, dass sie bei Sonnenaufgang noch nicht auf den Beinen sind ... dass sie nicht erfinderisch sind und auch nicht sehr geschäftstüchtig.“
Daraufhin habe ich angefangen Ideen zu entwickeln, was ich tun würde, wenn ich ohne Dach über dem Kopf wäre. Als erstes, dachte ich, würde ich die Stadt verlassen. Man kann in Arkansas besser als in Paris oder London ohne Geld in den Taschen leben.
„Aber selbst in den großen Städten könnte ein Obdachloser sein Leben deutlich verbessern. Ich würde, dachte ich, während ich mich weiter für das Thema erwärmte, eine Hängematte in den Bäumen im Park aufhängen. Dazu würde ich ein System aus Flaschenzügen verwenden, so dass ich in der Lage wäre, leicht rein und wieder raus zu kommen ... und während des Tages würde ich alles zusammenpacken, so dass es niemanden stört.“
Als ich diese Pläne so in Amerika veröffentlichte, schrieb ein ernster Leser zu dieser kleinen Brainstormingsession:
„Mir ist sehr wohl aufgefallen, dass ihre letzten Sätze über die Obdachlosen nur geschrieben wurden, um ihren Punkt zu verdeutlichen, doch sind sie so armselig und leichtfertig geschrieben, dass sie letzten Endes die Sache in einer Weise schlimmer machen, die Sie vermutlich nicht beabsichtigten. Bitte beachten Sie auch Folgendes:
New York hat ein deutlich größeres Wirtschaftsvolumen als Arkansas, mehr Geld, mehr Lebensmittel, mehr Unterschlupfmöglichkeiten, mehr Arbeit. Wenn man obdachlos ist, dann bricht man das Gesetz schon, wenn man an öffentlichen Plätzen schläft, so dass die Anonymität der Großstädte ein großer Vorteil ist. Abgesehen davon, wenn Arkansas ein solches Mekka für die Obdachlosen wäre, würden sie dann nicht dort in Scharen zusammenlaufen? Bestehen sie etwa darauf in den großen Städten entlang der Küste zu leben, nur weil sie stur an der Liebe für die Landschaft und das kulturelle Klima festhalten?
Bei Ihrer Baumhausidee bedenken Sie nicht die grundlegenden Notwendigkeiten für Schutz und Sicherheit. Was würde die anderen Obdachlosen davon abhalten, den Baum hochzuklettern und sich in der gleichen Sekunde, in der Sie gehen, Ihr Zeug unter den Nagel zu reißen? Würde dieses Baumhaus, wenn einmal der Winter angefangen hat, nicht ziemlich offen erkennbar sein? Denken Sie, dass die Polizei eine Ausnahme machen würde, wenn sie das Eigentum der Stadt als dauerhaften Wohn- und Lagerort in Beschlag nähmen? Wollen Sie auch bei Schnee und Sturm noch in einer Hängematte in einem Baum wohnen?
Ein gewisser Anteil der Leute auf der Straße sind einfach nur Schnorrer, aber viele von ihnen sind sehr arbeitsame Leute, die durch geistige oder physische Krankheiten davon abgehalten werden, mit allen anderen zusammen zu arbeiten. Ein anderer Teil von ihnen ist vermutlich nie dafür geschaffen gewesen, in einer industriellen Gesellschaft zu funktionieren. Die Schnorrer sind lediglich die, die am stärksten ins Auge fallen.
Ich frage mich einfach nur, ob Ihnen irgendetwas davon in den Sinn gekommen ist.“
Antwort des Autoren: Nein.