Investieren Sie in chinesische Fachidioten und Schlaumeier – Teil 1
Chris Mayer in Traders Daily
vom 30. Januar 2009, 13:00 Uhr
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Chinas Rolle in der Weltwirtschaft ist größer als je zuvor. Selbst inmitten einer weltweiten Krise ist Chinas Potential so enorm, dass es die Auffassungsgabe übersteigt. Was folgt sind einige Gedanken über Chinas Potential - und eine gute Möglichkeit, wie man sogar heute auf einen der chinesischen Wachstumssektoren setzen kann.
Wenn die chinesische Wirtschaft auch weiterhin mit der aktuellen Geschwindigkeit wächst, dann wird sie die Vereinigten Staaten in 18 Jahren eingeholt haben. Sie wird natürlich nicht 18 Jahre lang so wachsen wie heute - zumindest nicht kontinuierlich. Sie wird manchmal etwas schneller und manchmal etwas langsamer wachsen und jeder darf selber raten, welche Wachstumsrate letzten Endes dabei herauskommen wird. Dass man rät, wie es in 18 Jahren aussieht, hat vermutlich keinen Erfolg.
Und dann geht diese Vermutung ja auch davon aus, dass die Vereinigten Staaten da bleiben, wo sie gerade sind. Auch das ist nicht wahrscheinlich. Die amerikanische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr geschrumpft und es sieht so aus, als würde sie auch im Jahr 2009 schrumpfen. Gleichzeitig ist China eine der wenigen großen Ökonomien, die immer noch wächst, wenn auch langsamer. Die Folge ist, dass China im Jahr 2009 den Vorsprung sogar noch stärker ausbauen kann. Wie Ting Lu, ein Ökonom von Merrill Lynch mit Sitz in Hongkong feststellt, „war die Spanne zwischen den Wachstumsraten Chinas und anderer großer Länder im Jahr 2007 gewaltig. Diese Spanne wird im Jahr 2009 vermutlich sogar noch größer ausfallen."
Wenn die Weltwirtschaftskrise II auch weiterhin die Ökonomien der Welt befällt, dann bleibt China eine gespannte Feder des Wachstums. Auch wenn China heute die zweit- oder drittgrößte Ökonomie der Welt ist, ist China immer noch ein relativ armes Land. Und die Ressourcen sind bislang noch kaum angezapft.
Das gewaltige Potential Chinas ist schwer zu erfassen. Schon jetzt hat China das größte Gebäude der Welt gebaut (den Terminal am Flughafen Bejing) und die längste Brücke über den Ozean. China hat die schnellsten Züge der Welt und den größten Damm. Und wie John Pomfret, ehemaliger Bürochef der Washington Post of Bejing, feststellt, ist: „China eine Nation der Erbauer, der großen Pläne, des Gigantismus." Er nennt die chinesischen Ingenieure mit die größten Risikoträger der Welt. Es sind Fachidioten mit viel Mut."
Die Qighai-Tibet Eisenbahnlinie war eine andere große Ingenieursleistung. Die chinesischen Ingenieure, die man schon zuvor für die besten Eisenbahnbauer der Welt hielt, bauten diese Bahnstrecke auf dem schwierigen und sich bewegenden Permafrost zwischen Lhasa und Golmud im westlichen chinesischen Hinterland. Die Eisenbahnstrecke verläuft über hunderte von Kilometern durch ein hinterhältiges Plateau.
Der Autor Abraham Lustgarten beschreibt in Chinas Great Train diese Gegend als "zeitweilig gefrorener Sumpf, Seen und durchweichten Permafrost, der sich aktiver hebt und verlagert als irgendeine andere geologische Umgebung auf der Welt - der höchste Punkt liegt 4000 Meter über dem Meeresboden. Die Wagen der Züge werden mit normalem Luftdruck versehen wie Flugzeuge und es wird Sauerstoff hineingepumpt.
Nachdem diese Strecke des Qinghai-Tibet im Jahr 2006 öffnete, kamen die Reichtümer Tibets ans Licht. Das Ministerium für Land und Rohstoffe erschloss gewaltige Rohstofffunde - große Kupferadern, Zink, Blei, Eisen, Gold, Silber und andere Mineralien.