Investieren Sie in Aktien, nicht in Staaten
Jürgen Schmitt in Insider Daily
vom 16. Februar 2010, 14:30 Uhr
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heute präsentiert Ihnen der Insider Daily einen interessanten Gastbeitrag von Jürgen Schmitt, Chefredakteur des AKTIEN-MONITOR. In seinem Strategie-Papier analysiert er Woche für Woche die neusten Entwicklungen an den Aktienmärkten und informiert Sie darüber, wie Sie die gegenwärtige Situation einordnen und welche Strategie Sie verfolgen sollten.
Investieren Sie in Aktien, nicht in Staaten
Die derzeitige Debatte um Guido Westerwelles Wortwahl zum Thema "Hartz IV" zeigt deutlich, woran unser Land derzeit krankt. Ich bin ja schon einmal froh, überhaupt ein wirtschaftspolitisches Lebenszeichen der neuen Regierung zu hören. Bislang war ich mir noch gar nicht sicher, ob diese ihre "Arbeit" überhaupt schon aufgenommen hat. Zwar geht es auch hier im Vorfeld der Landtagswahlen in NRW in erster Linie um Wahlkampf (Westerwelle hätte wohl besser auf das Wirtschaftsministerium als auf das Außenministerium setzen sollen), doch inhaltlich legt der FDP-Chef den Finger durchaus in die richtige Wunde. Deutschland kann sich derzeit einfach nicht noch mehr Sozialstaat leisten und muss schleunigst zusehen, mehr für die Wirtschaft, für Forschung und vor allem für Bildung zu investieren. Nur so ist es möglich, zum einen Menschen wieder in größerem Umfang aus Hartz IV in eine gut bezahlte Arbeit zurückzubringen und zum anderen Deutschland dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten.
Die Anleihenblase muss und wird irgendwann platzen
Auf dem jüngsten Lesertreffen in Berlin (auf dem ich leider sehr grippegeschwächt referierte) habe ich noch einmal mein Appell wiederholt, dem trügerischen Schein der Sicherheit von Staatsanleihen zu misstrauen. Nach wie vor emittieren die Länder rund um den Globus auf Teufel komm raus neue Anleihen, um den hohen Schuldenlasten Herr zu werden. Mit neuen Schulden alte Schulden bedienen geht auf Dauer aber nicht gut, erst recht nicht, wenn wieder die Zinsen steigen und das Kapital aus Anleihen flüchtet. Ob dies bereits kurzfristig oder erst in 3 oder 5 Jahren geschieht, ist eigentlich unerheblich. Die einzige Chance (mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit) ist und bleibt eine weltweite, längerfristige Phase mit hoher Inflation. Sobald sich die gigantischen Geldsummen aus den Anleihemärkten über die Realwirtschaft ergießen, wird die Weltwirtschaft wieder kräftig Fahrt aufnehmen, dann werden Sachwerte in die Höhe schnellen. Aktien werden in diesem Szenario eine sehr wichtige Rolle spielen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Kleinlein HJ (16.02. 2010 16:06 Uhr):
Das Maß jeder Gesellschaftspolitik und Volkshygiene muss ein Einkommen sein, das alle, die keinen Job haben in unserem Land leben läßt. Den Rest des Kuchen muss man so verteilen, dass der Abstand zu Hartz4 gewährleistet ist. Das bedeutet , die teils dekadent lebende selbsternannte Leistungselite bereit sein sollte, etwas von ihren "Goldenen Wasserhähnen " abzugeben. Das ist Strukturpolitk von unten , aber noch lange kein Sozialismus. MFG HJK
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