Investieren mit Optionsscheinen IX
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 11. Juni 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Hallo und herzlich willkommen liebe Leser,
zum 9. Teil von Investieren mit Optionsscheinen". Heute möchte ich mich wie am vergangenen Freitag versprochen noch einmal mit dem Aufgeld beschäftigen, diesmal aber in Bezug auf einen Put.
Wie sich sicher erinnern werden haben wir am Freitag in Bezug auf den Call definiert, dass uns das Aufgeld sagt um wie viel der Bezug des Basiswertes mittels Optionsschein teurer wäre, als wenn wir den Basiswert direkt kaufen würden.
Die Folge daraus - so haben wir erkannt - ist, dass wir das Aufgeld, vom Emittenten auch als Prämie angegeben als sehr einfaches Analyseinstrument nutzen können, wenn wir zwei gleich ausgestattete Optionsscheine miteinander vergleichen und dabei schlicht den günstigeren wählen.
Was für Calls gilt, gilt natürlich auch für Puts, nur eben - na ja äh - anders herum". Dieses na ja äh anders herum" kann und will ich an dieser Stelle sicher nicht so stehen lassen.
Deshalb nun hier eine eigene Definition für den Put:
Das Aufgeld bei einem Put drückt aus um wie viel der direkte Verkauf des Basiswerts billiger wäre als wenn wir einen Put kaufen würden und diesen sofort ausübten.
Zur Untermauerung wenden wir uns an dieser Stelle jetzt nun wie üblich dem fiktiven Rechenbeispiel zu.
Also hier wieder unsere fiktiven Eckdaten, diesmal aber leicht variiert und an das Erfordernis eines Puts angepasst:
Nehmen wir an der Basiswert sei Aktie A.
Der Basispreis/Ausübungspreis beträgt 50 Euro.
Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1.
Die Laufzeit beträgt 1 Jahr.
Der Preis des Optionsscheins beträgt 10 Euro.
Der aktuelle Kurs der Aktie A beträgt 45 Euro.
Und wir kaufen eben einen Put. Gut, wenn Sie nun beschließen sollten den Put auszuüben, d.h. Aktie A dem Emittenten für 50 Euro anzudienen, dann hätten Sie im Endeffekt 55 Euro bezahlt (Preis des Optionsscheins + aktueller Kurs der Aktie A [ denn Sie müssten ja Aktie A im fiktiven Szenario erst auf dem Markt kaufen und dann an den Emittenten verkaufen]) . So viel zur Summe.
Nun aber zur Rechung und hier heißt es aufgepasst, denn die Formel gleicht fast der Formel für den Call vom Freitag, mit einem winzigen Unterschied:
((Ausübungspreis - Optionsscheinpreis - aktueller Kurs des Basiswerts) x 100) / aktueller Kurs der Basiswerts = Aufgeld Put.
Sie haben's schon bemerkt: das Plus-Zeichen vor Optionsscheinpreis verwandelt sich schlichtweg in ein Minus-Zeichen im Vergleich zur Call-Formel.
Also berechnen wir:
(( 50 - 10 - 45 ) x 100) / 45 = - 11,11
Fazit: im vorliegenden fiktive Beispiel beträgt das Aufgeld 11,11 %.
Daraus resultiert natürlich wieder: wenn Sie einen Schein mit weniger Aufgeld finden, dann kaufen Sie den.
Abschließend ist zu sagen, dass natürlich weder im fiktiven Beispiel vom Freitag noch in dem von heute jemand auf die Idee kommen sollte den Call bzw. Put vorzeitig also mit Verlusten auszuüben. Das Aufgeld ist daher nur ein Analyseinstrument zum Auffinden des günstigsten Scheins zum Kauf, also zum Einstieg. Daraus kann sich aber auch die Möglichkeit ergeben durch den bloßen Verkauf des Optionsscheins schließlich einen Gewinn zu generieren. Für die Ausübung sollte sich dann aber doch erst einmal Ihre Markterwartung erfüllen. ;-)
So viel für heute! Am Freitag geht's weiter in alter Frische...bis dahin und
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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