Investieren in Eisenerz
Miriam Kraus; Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 4. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
heute wollen wir Griechenland mal Griechenland sein lassen und uns mit einem Gastbeitrag meines Kollegen Andreas Lambrou entspannen, der dem Thema überdrüssig geworden ist und uns stattdessen auf eine andere wichtige Entwicklung aufmerksam machen möchte.
Wir lesen uns morgen wieder - wie gewohnt - zum Wochenrückblick!
Damit verabschiede ich mich für heute von Ihnen und übergebe das Wort an Kollege Lambrou...
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
Andreas Lambrou schreibt:
in den letzten Wochen wurde das Marktgeschehen an den Aktien- und Rohstoffmärkten vor allem von Griechenland bestimmt. Dabei fand ein Ereignis, dass ich für besonders wichtig halte, leider kaum Beachtung.
Es handelt sich dabei um die Eisenerzpreise!
Die auf dem Markt verfügbaren Menge an qualitativ hochwertigen Erzen hat sich 2009 extrem stark zurückgebildet. Nachdem China seine Stahlproduktion wieder auf Weltrekordwerte hochgefahren hat, ist in China kaum mehr gutes Eisenerz zu bekommen. Dabei arbeiten die Stahlwerke in Osteuropa, Russland, den USA und weiten Teilen Westeuropas noch immer mit deutlich geringerer Kapazitätsauslastung. Die angekündigten "Stimulationsprogramme" und der Auf- und Ausbau bzw. die längst überfällige Erneuerung der Infrastruktur, vornehmlich in den ehemaligen Ostblockstaaten, werden aber selbst in einer wirtschaftlichen Stagnationsphase immense Stahlmengen benötigen. So hat Japans Stahlproduktion schon wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Sie erkennen daran, dass Stahl selbst in einem Land, dass 20 Jahre Stagnation durchlebt hat, noch immer äußerst begehrt ist. Gekoppelt mit dem Wachstum in Asien bleibt Stahl weltweit deshalb zwar zyklisch, aber mit Sicherheit ein Wachstumsmarkt.
50% Preisanstieg bei Eisenerz in diesem Jahr praktisch vorprogrammiert
Auch die Financial Times schrieb vor kurzem, dass der vertraglich zugesicherte Eisenerzpreis in diesem Jahr voraussichtlich um 50% auf mindestens 90 USD pro Tonne steigen wird. Diese Einschätzung deckt sich auch mit meinen Beobachtungen, die ich während der Teilnahme an den letzten Konferenzen hier in Asien mitbekommen habe. So wird China auch 2010 unaufhörlich wachsen und dafür riesige Mengen an Stahl benötigen. Das Problem ist nur, dass Eisenerz in hohen Konzentrationen nur in wenigen Regionen vorkommt.
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