Investieren in Argentinien (Teil 2 von 2)
Carl Delfeld (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 8. September 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
(Fortsetzung des Artikels von gestern)
Investieren in Argentinien birgt auch Gefahren... Aber das Gewinnpotential kompensiert diese
Was würden manche Länder nicht für einwenig Inflation tun? (Nicht wahr, Japan?)
Argentinien hat hiervon genug. Der offizielle Konsumentenpreisindex stieg innerhalb des letzten Jahres um 11%, obwohl die Regierung Lohnerhöhungen um 25% für die Arbeiter bewilligte und vor kurzem die Steuern um 20% angehoben hat. Außerdem hat Argentinien seit 2007 nur halb so viel ausländische Investitionen angezogen wie Chile.
Alles in allem bewegt sich Argentinien jedoch in die richtige Richtung...
- Die Ratingagentur Fitch hat erst vor kurzem Argentiniens Bonität heraufgestuft
- Das Land hat es erfolgreich geschafft, einen Großteil der notleidenden Schulden auf spätere Jahre überzurollen. Das verschafft der Regierung mehr Luft.
- China hat kürzlich ein Abkommen mit Argentinien geschlossen. Das Land wird $10 Milliarden in Argentiniens marodes Eisenbahnnetz investieren und eine U-Bahn in der Stadt Cordoba bauen.
- Argentinien ist eines der wenigen Länder, dessen Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gerade einmal 9 notieren.
Wir können Sie mit dieser Situation Geld verdienen?
Argentinien: Großartiger Wein... Talentierte Fußballspieler... Herausragende Aktien
Aufgrund der hohen Gewinnmöglichkeiten habe ich einen Korb aus sieben gleichgewichteten argentinischen Unternehmen zusammengestellt, deren Aktien alle an den US-Börsen gehandelt werden. Es war im Grunde genommen so, als ob ich mir einen eigenen ETF zusammengestellt hätte.
Das war am 28. Mai und bis jetzt sind sechs der sieben Aktien im Plus und der Korb liegt insgesamt mit 16,8% vorne, während der MSCI World Index in diesem Zeitraum nur auf +0,7% kommt.
Drei der sieben Aktien sind Banco Macro (NYSE: BMA), Telecom Argentina (NYSE: TEO) und YPF Sociedad Anonima (NYSE: YPF).
Bei einem anderen Unternehmen namens MercadoLibre (Nasdaq: MELI) denke ich darüber nach, es dem Korb hinzuzufügen. Es ist eine Art ebay für Argentinien (tatsächlich hat eBay auch einen Anteil von 18% an MELI). Das Geschäftsfeld der Firma aus Buenos Aires reicht bis nach Los Angeles und Insider des Unternehmens besitzen happige 35% der Aktien.
Lassen Sie mich diesen Artikel mit einer Frage abschließen: Glauben Sie, dass es wahr ist, dass Sie, um große Gewinne einzufahren, die Anlegerherde meiden und stattdessen auf kaum beachtete Länder schauen müssen?
Ihre Antwort sollte ein lautes „Ja“ sein.
Natürlich kommt dabei nicht jedes notleidende Land in Frage. Aber als Daumenregel lässt sich festhalten, dass Sie Gewinne mitnehmen sollten, wenn die Bewertungen und die Erwartungen hoch sind.
Erfolgreiches Investieren wünscht Ihnen
Carl Delfeld