Inverse Zinsstrukturkurve
Bill Bonner in Investors Daily
vom 16. Februar 2006 18:00 Uhr
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Am Dienstagmorgen wehte ein roter Ballon, an dem eine Nachricht befestigt war, an meinem Bürofenster im siebten Stock vorbei. Wer hatte den wohl verloren? Wessen Herz würde gebrochen sein, weil er diesen Ballon nicht erhielt? Oder würde er in den Armen einer Prinzessin landen, die ihn verdient hat und sie durch einen Zufall erfreuen?
Die Liebe liegt am Valentinstag in der Luft. Ich liebe meine Freunde. Ich liebe meine Familie. Ich liebe die Leser dieser Zeilen.
Und ja, ich liebe auch meine Arbeit.
Und ich liebe sie deshalb, weil sie so leicht fällt ... und weil sie so unterhaltsam ist.
Was ist das eigentlich, meine Arbeit? Eigentlich geht es dabei darum, mit dem Finger auf Esel zu zeigen und über sie zu lachen. Und heute werde ich sogar noch verwöhnt. Egal wo ich auch hinsehe, ich sehe einen solchen Esel.
Da gibt es den neuen Vorsitzenden der Fed, Ben Bernanke. "Was wird er wohl jetzt machen", fragen sich die Zeitungen.
"Ich kaufe Anleihen", sagte ein Freund von mir der mit Hedgefonds zu tun hat, "weil die amerikanische Wirtschaft mit Sicherheit nachgeben wird."
Beweise für eine Abschwächung der amerikanischen Wirtschaft erreichen mich in Form einer inversen Zinsstrukturkurve. Es ist diese Kurve, die sich umgestülpt hat, was bedeutet, dass ein Kreditnehmer billiger kurzfristig Geld leihen kann als langfristig. Das passiert nicht besonders häufig.
Normalerweise gilt, dass je länger man Geld leihen will, desto mehr will ein Kreditgeber dafür haben – weil das Risiko natürlich im Laufe der Zeit steigt. Je weiter man in Zukunft blickt, desto wahrscheinlicher wird es, dass etwas Unvorhergesehenes passieren könnte.
Aber wenn man der aktuellen Kurve glaubt, dann passiert gerade ein Wunder. Die Zeit hat angefangen, die Risiken herabzusetzen. Diese inverse Zinsstrukturkurve sagt, dass es morgen schon einen Tornado oder ein Erdbeben geben könnte – aber mit Sicherheit nicht in den nächsten dreißig Jahren. Ich lache schon jetzt, und ich werde vielleicht eine ganze Zeitlang nicht aufhören können.
Und doch steht es genau so da: Man kann billiger kurzfristig Geld leihen, als mittelfristig ... nur langfristig ist es auch billiger als mittelfristig. Irgendetwas ist da mit Sicherheit nicht in Ordnung. Und normalerweise folgt ein Konjunkturrückgang, wenn so etwas passiert.
"Die Politik der Fed ist zu restriktiv", sagen die Analysten. Es gibt einen "Überschuss an Ersparnissen", sagt Ben Bernanke achselzuckend. All diese lüsternen Ersparnisse drücken zu genau dem Zeitpunkt auf die langfristigen Zinssätze, zu dem die Fed kunstvoll versucht, die kurzfristigen nach oben zu drücken. Und so gibt es dann eine inverse Zinsstrukturkurve.