Inverse Zinsstruktur
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 16. Juni 2008, 07:00 Uhr
ENL5462
Auch die vergangene Woche verlief alles andere als nach dem Geschmack der Bullen. Der Dax gab erneut mehr als ein halbes Prozent auf 6765 Punkte nach.
Damit hat sich der Markt schon relativ deutlich vom Erholungshoch bei 7230 Punkten entfernt. Erstaunlich ist, dass parallel zu den Kursverlusten sich auch das Sentiment merklich eingetrübt hat.
Stimmungstief
Mittlerweile gibt es nämlich fast genau so viele Bären wie Bullen. Es scheint fast so, als ob die Anlegerschaft auf schlechter werdende Zeiten vorbereitet ist. Mittlerweile wird gar in Mainstream-Medien darauf hingewiesen, dass man auch auf tendenziell fallende Kurse setzen und davon profitieren kann.
Inflation auf der agenda"
Ferner überrascht, dass nicht nur die Massenmedien sondern nunmehr auch die mächtigsten Notenbanker der Welt das Mega-Thema Inflation besetzen. In den letzten Tagen hat dies selbst Fed-Chef Ben S. Bernanke verlautbaren lassen. Die spannende Frage bleibt aber, ob die sog. Währungshüter tatsächlich den wohlfeilen Worten Taten folgen lassen!
Antwort der Märkte
Ungeachtet der Verbalakrobatik der Verantwortlichen nehmen die Anleger am Rentenmarkt mögliche Zinsanpassungen der Notenbanken vorweg. Allein in der vergangenen Woche zog die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um mehr als ein Viertelprozent auf nunmehr 4,64 Prozent an. Auch jenseits des Atlantiks legte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,26 Prozent zu.
Renditesprung am kurzen Ende
Auch am kurzen Ende kam es in jüngster Vergangenheit zu gewaltigen Verschiebungen. So rentieren mittlerweile zweijährige US-Staatanleihen um sage und schreibe 60-Basispunkte höher. Auch in Deutschland vollzog sich eine Zeitenwende. Erstmals seit dem Jahr 2000 erhält man für zweijährige Papiere mehr als für zehnjährige Bundesanleihen. Für wachsame Beobachter ist eine umgekehrte Zinskurve ein überaus wichtiges Alarmzeichen für kommende rezessive Tendenzen.
Ölmarkt unbeeindruckt
Indes stabilisiert sich der Preis fürs schwarze Gold im Bereich um 135 Dollar. Obwohl Saudi-Arabien eine Opec-Sondersitzung angekündigt hat und die Finanzminister der G8-Staaten zu einer höheren Produktion aufriefen, deutet wenig darauf hin, dass die Mega-Hausse" zu einem raschen Ende kommt.
Ungeachtet der G8-Forderung schloß indes Opec-Chef Khelil am vergangenen Donnerstag eine Förderausweitung aus.
Gold schwächelt
Im Gegensatz zum schwarzen Gold tut sich das gelbe Edelmetall weiter sehr schwer, aus der Konsolidierungszone zwischen 850 und 950 Dollar nach oben auszubrechen. Kurzfristig wird der Goldpreis extrem stark von der Euro-Dollar-Entwicklung beeinflusst (Dollar-Erholung auf 1,538).
Rein saisonal betrachtet könnte die Korrektur noch etwas anhalten. Ab September jedoch dürfte der Edelmetallzug wieder deutlich das Tempo erhöhen. Nach wie vor gilt es also, an Sommertagen mit Kursdellen die Eintrittskarten für die goldene Gipfelfahrt zu lösen...
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