Inverse SKS oder Doppelboden?
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 31. März 2008 18:00 Uhr
ENL5454
Da ich heute einen Termin habe, nur kurz zu den Charts:
Man kann die Leistung der amerikanischen Indizes zum Wochenende nicht wirklich als stark bezeichnen. Mir fehlt etwas die Aufwärtsdynamik und natürlich die Anschlusskäufe. Mit anderen Worten: Ich sitze hier, starre auf die Charts und hoffe, dass endlich neue Käufer den Markt über die wichtigen Marken heben, ansonsten wird es, wie gesagt, eng.
Die inverse SKS
Heute hat der Dax einen ersten Versuch gestartet, das Gap (im Chart unten als grünes Rechteck zu erkennen) zu schließen, ist daran jedoch gescheitert. Das ist insofern bullish, da normalerweise die Intraday-Trader darauf setzen, dass eine derart klare Kurslücke geschlossen wird.
Man sieht den kurzen Spike in die Kurslücke. Es kann jetzt sein, dass sich eine dynamische Aufwärtsbewegung entlang der blau gestrichelten Prognoselinie entwickelt. In diesem Fall hätten wir eine „inverse Schulter-Kopf-Schulter“ (SKS) Formation, die eine starke Umkehrformation darstellt.
Ausbruchsgaps müssen nicht unbedingt geschlossen werden
Dass das Gap somit offen bleiben würde, wäre nicht ganz so schlimm. Wenn sich nach einem entscheidenden Tief ein solches Aufwärtsgap bildet, handelt es sich um ein sogenanntes „Ausbruchsgap“. Nach der klassischen Charttechnik müssen diese nicht unter allen Umständen geschlossen werden. Man kann es sogar als bullishes Zeichen interpretieren, wenn es offen bleibt, schließlich sind die Bullen in der Lage die Trader, die über Leerverkäufe auf den Gapschluss setzen, hochzukaufen.
Weitere Prognoselinien
Aber ich hab Ihnen in diesem Chart auch noch die anderen Möglichkeiten eingezeichnet: Die grüne Prognoselinie würde relevant, wenn das Gap doch noch geschlossen wird und die Kurse an der unteren Linie abprallen, um anschließend über das alte Gapniveau nach oben auszubrechen.
Wichtige Signal- / Kauflinie ist die Nackenlinie
Für diese beiden Varianten gilt: Es wird erst bullish, wenn die so genannte Nackenlinie (dunkelblau) nach oben gebrochen wird. Erst dann wäre die inverse SKS abgeschlossen und könnte als Bodenformation den Trendwechsel anzeigen.
Das eigentliche Kurzsiel dieser inversen SKS läge bei 7000-7100 Punkten, mehr ist es nicht. Aber, wie gesagt, sie könnte trotzdem den Trendwechsel anzeigen, also zu weiter steigenden Kursen führen.
Die W-Formation / der Doppelboden
Es gibt auch noch eine weitere Variante, hier rot dargestellt. Der Kurs läuft noch einmal zu den Tiefs und prallt spätestens an der 6150er Marke ab. In diesem Fall würde sich eine W-Formation oder ein Doppelboden bilden. Auch das könnte die Kurse wieder auf die 6600 Punkte Marke treiben, die in diesem Fall die Signallinie für den Trendwechsel wäre.
Und darunter wird es dunkel
Sollte der Dax jedoch das Tief nach unten dynamisch und nachhaltig auflösen, müssen wir mit Kursen von 5400 Punkten im Dax rechnen.
Viele Grüße
Jochen Steffens
