Interview mit Rohstoffguru JIM ROGERS
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. November 2008, 20:00 Uhr
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Was macht eigentlich Jim Rogers? Fragen mich immer wieder interessierte Anleger, die meistens mit Rohstoffen Geld verloren haben, denn sie kamen zuhauf von 2006 und 2007 spät aber vielleicht doch nicht zu spät auf den Trend.
Vor allem die Rohstoffe und Rohstoffaktien gaben im laufenden Bärenmarkt massiv nach. Da die Rückgänge in diesem Jahr extrem stark ausfielen, stehen die Rohstoffe gemessen am CRB Index auf dem Niveau von Ende 2003 und sogar auf dem Hochpunkt von 1989.
Nicht viel besser als eine Deutsche Bank Aktie, die sogar unter dem Niveau von 1989 steht.
Ist die Deutsche Bank Aktie damit eine gleich schlechte Anlage wie Rohstoffe? Ich denke nicht, denn wenn man berücksichtigt wie viele Banken allein in diesem Jahr Pleite gemacht haben und Anlegern 100% Verlust bescherten, ist der Einbruch der Rohstoffpreise zwar horrend, aber noch nicht das Ende der Welt.
Der grosse Vorteil bei den Rohstoffen ist nämlich, dass diese im Gegensatz zu Aktien niemals Pleite gehen können. Dagegen steuert jede Aktie egal wie bekannt oder nicht irgendwann in den Konkurs. Egal ob sie General Motors, Chrysler oder Ford heisst. Oder kennen Sie einen römischen Streitwagenproduzenten, der heute noch an der Börse gehandelt wird?
Doch heute möchte ich nicht meine bescheidene Meinung kundtun, dass tue ich ja jeden Tag, sondern möchte schreiben, was ein gewisser Jim Rogers jetzt zum Einbruch der Rohstoffpreise sagt. Schliesslich hatte er den Boom schon Ende der 90er kommen sehen und folgerichtig unter 20 Dollar pro Barrel Öl und bei 1,500 Dollar pro Tonne, Kupfer empfohlen.
Beide Rohstoffe sind ja schon zum Synonym für Anleger in diesem Sektor geworden und notieren nach wie vor über 100% höher als 1998, während die grossen Börsenindizes im gleichen Zeitraum nichts gemacht haben.
Doch wie geht jetzt die Reise weiter? Ich vermute mal, dass es sich alles um Energie-, Agrarrohstoffe sowie Gold und Silber drehen wid, wenn die nächste Erholung der Rohstoffe ansteht. Auch Industriemetalle werden sich aber auch spätestens dann massiv erholen und vielleicht sogar neue Höchststände erreichen, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass bei aktuellen Kosten/Ertragsrelationen keine einzige neue größere Mine in Produktion gehen wird und weniger Angebot bedeutet auch wiederum steigende Preise, selbst dann wenn die Nachfrage rezessionsbedingt schwächer wird.