Interview mit Prof. Dr. Wilhelm Hankel
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 13. Januar 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
heute habe ich etwas besonders interessantes für Sie.
Statt eines Artikels möchte ich auf ein m.E. sehr gutes Video-Interview mit Prof. Dr. Wilhelm Hankel verweisen, welches ich kürzlich online auf YouTube entdeckte.
Dem ein oder anderen Leser wird der Name Prof. Wilhelm Hankel vielleicht schon ein Begriff sein. Falls nein, so habe ich hier nochmals einen kurzen Abriss:
Prof. Hankel ist ein recht bekannter deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Währungsspezialist, der oft mit konträren Ansichten zur "Weisheit" der heutigen Ökonomenmasse auffällt (und damit natürlich auch seine Kritiker hat). Er selbst gehört zu den Eurokritikern der ersten Stunde und versuchte mit ein paar anderen Professoren sogar damals die Einführung des Euros vor Gericht zu verhindern, da er der festen Überzeugung war und nach wie vor ist (und dafür m.E. auch ein paar sehr interessante Argumente hat), dass der Euro Deutschland und Europa schadet, schadete und noch sehr stark schaden wird.
Wilhelm Hankel blickt auf eine lange, sehr erfolgreiche und bewegte Karriere mit zahlreichen Hoch- und (wie jeder Mensch natürlich auch) dem ein oder anderen Tiefpunkt zurück. Besonders interessant ist z.B. auch, dass Prof. Hankel maßgeblich an der Entwicklung der Bundesschatzbriefe beteiligt war. Darüber hinaus war Hankel u.a. Leiter der Abteilung Volkswirtschaft und Planung der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Leiter der Abteilung Geld und Kredit im Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) unter Prof. Karl Schiller und er führte die Terminbörse in Frankfurt am Main ein (Dies alles sind jedoch nur einige sehr kleine Ausschnitte aus Herrn Prof. Hankels Vita und seinem Schaffen...).
In dem besagten Interview, das insgesamt ca. 12 interessante Minuten geht, nimmt Hankel Stellung zu den Fragen, wie es mit der aktuellen Krise seiner Einschätzung nach weiter geht und was noch vor uns liegen dürfte bzw. wie geeignet die aktuelle Politik zur "Krisenbekämpfung" tatsächlich ist.
Ich denke, das Interview sollte sich auf jeden Fall jeder einmal ansehen, der sich für den weiteren Fortgang der aktuellen Krise interessiert und den "Hurrah"-Medienmeldungen und entsprechenden Politikeraussagen vom kommenden wirtschaftlichen Aufschwung nicht ganz traut. Hier sind die Links zu den beiden m.E. sehr sehenswerten Teilen:
Interview mit Prof. Hankel (Teil 1 / 2)
Interview mit Prof. Hankel (Teil 2 / 2)
Eine kurze Anmerkung noch: Wenn Herr Hankel von Deflation bzw. Inflation spricht, bezieht er sich dabei nicht auf die Definition im Sinne der österreichischen Schule und die damit verbundene Weitung der ungedeckten Geldmenge, sondern auf Preisanstiege bzw. Preisverfall.
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Richard Williams (14.01. 2010 13:25 Uhr):
Herr Hahn sucht immer noch nach den Ursachen der Finanzkrise über Google und zitiert den radikalen Freimarktwirtschaftler Peter Schiff, der seinen eigenen Anlegern keine gute Dienste erwiesen hat. Er hat sich vor einiger Zeit über die BüSo-Partei abwertend geäussert. Sie der deutsche Ableger der Larouche-Bewegung in Amerika. Larouch hat bereits in den 90er die Ursachen für die Krise dargelegt, davor gewarnt und Lösungen vorgeschlagen. Herr Prof. Hankel stimmt mit seiner Analyse überein. Experten, die andere aufklären sollen, wie Herr Hahn, sollten besser informiert sein. Die Ideologie der freien Wirtschaft hat den Banken erlaubt, diese Katastrophe herbeizuführen.
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