Interview mit Jim Rogers zum Thema Erdöl
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 09. Dezember 2005 12:00 Uhr
ENL5462
*** Thema Ölpreis.
Gestern habe ich mich mit meinem Kollegen Daniel Wilhelmi (mit dem ich gerade in einer verlagsinternen "Arbeitsgruppe Vogelgrippe" zusammenarbeite) über das "schwarze Gold" unterhalten.
Vorgestern hatten mir zwei Leser vorgeworfen, ich würde Interviews mit unbekannten Personen bringen. Nun, diesen Vorwurf brauche ich mir heute sicherlich nicht anzuhören. Denn heute kann ich Ihnen ein Exklusiv-Interview mit dem legendären Investmentprofi und Rohstoff-Experten Jim Rogers präsentieren.
Mein Kollege Daniel Wilhelmi hat offensichtlich einen guten Draht zu ihm, denn er konnte Jim Rogers im Rahmen der "Gewinnen-Messe" persönlich sprechen, und zwar recht lange. Herr Wilhelmi hatte mir einen Teil seines Interviews am 28.10. zukommen lassen, ich hatte es hier im Trader's Daily veröffentlicht.
Als ich mich gestern mit Daniel Wilhelmi unterhielt, kam das Gespräch auf den Ölpreis. Und da stellte sich heraus, dass es noch einen zweiten Teil des Interviews gibt, in dem es um den Ölpreis geht. Keine Frage, dass ich diesen Interview-Teil für den Trader's Daily haben wollte. Et voilà! An dieser Stelle ein "Danke" an Herrn Wilhelmi. Denn hier ist der zweite Teil des Interviews:
*** Daniel Wilhelmi:
Für den letzten Abschnitt des Rohstoff-Teils des Interviews möchte ich gerne zum Öl kommen. Was ist Ihre Meinung zu Öl?
Jim Rogers:
Nun, auch hier gilt: Ich bin in Öl investiert. Denn es hat keinen bedeutend großen Ölfund in der Welt seit über 35 Jahren gegeben. Alle großen Ölfelder weltweit schrumpfen. Die Nachfrage steigt weiterhin an. Und selbst wenn die Nachfrage nicht weiter steigt, sondern nur noch seitwärts läuft, so geht das Angebot doch immer weiter zurück. Es hat einfach keine neuen wichtigen Ölfunde gegeben. Da können Sie sogar jedes große Ölunternehmen fragen. Die werden es Ihnen das Gleiche sagen: Das Angebot geht zurück. Sie können ihre verbrauchten Reserven nicht mehr kompensieren. Also wird der Ölpreis hoch bleiben und über die nächsten Jahre sehr viel höher ansteigen.
Daniel Wilhelmi:
In Ihrem neuen Buch "Abenteuer eines Kapitalisten" berichten Sie über Ihre Reise nach Zentralasien. Und Sie zeigen sich sehr skeptisch bezüglich der politischen Instabilität und den dortigen Regierungssituationen. Diese Länder sind für massive Öl- und Gasreserven bekannt. Denken Sie, dass diese unsicheren politischen Situationen den Ölmarkt belasten und damit den Ölpreis beeinflussen werden?
Jim Rogers:
Zuerst: Sie sagen, dass diese Länder dafür bekannt sind, solche Reserven zu besitzen. Diese Länder sagen, dass sie diese Reserven besitzen. Aber kennen Sie eine Geologen, der dort war und das überprüfen dürfte? Viele Länder sagen, dass sie über große Ölreserven verfügen. Ich kenne jedenfalls niemanden, der in diesen Ländern war und die Reserven bestätigen konnte. Diese Regierungen sind dafür bekannt, dass sie in der Vergangenheit schon oft gelogen haben. Natürlich hat es in Zentralasien Ölfunde gegeben. Aber außer dem Fall, dass diese Regierungen etwas wissen, was sonst niemand von uns auf der Welt weiß, zeigen diese Ölfunde keine gigantischen Ölreserven. Und ich meine "gigantisch" in dem Sinne einer Größe, die wir brauchen, um die Ölprobleme der Welt zu lösen. Und das ist der Haken. Es wird ständig Öl gefunden. Jeden Tag. Aber was wir wirklich brauchen, sind gigantische Ölfelder in Elefantengröße. Und solche gigantischen Ölfelder in Elefantengröße sind seit über 35 Jahren nicht mehr gefunden worden.
Daniel Wilhelmi:
In Ihrem Buch schreiben Sie auch sehr skeptisch über Russland und die dortige Situation. Wie könnte dies den Ölpreis beeinflussen?
Jim Rogers:
Nun, die Russen beuten ihre Bodenschätze aus, so schnell sie nur können. Auch die russische Regierung war in der Vergangenheit nicht gerade dafür bekannt, die Wahrheit zu sagen. Und selbst diese Regierung hat zugegeben, dass ihre Ölförderungen schon bald rückläufig sein werden. Denn sie haben die Reserven schon weit ausgeschlachtet und haben keine gigantischen neuen Ölfunde gemacht. Und selbst wenn sie solche Funden vorweisen könnten, würde das nicht mehr ausreichen, um die Rückgänge in den alten Ölfeldern aufzufangen. Einer der Gründe, warum ich optimistisch für Rohstoffe bin, ist, dass im nächsten Jahrzehnt weniger und weniger Rohstoffe aus Russland kommen werden.
Daniel Wilhelmi:
Auch über Ethanol wird viel geredet. Sehen Sie eine Zukunft für Ethanol?
Jim Rogers:
Es ist keine Frage, dass sich alle möglichen Formen alternativer Energien steigender Nachfrage erfreuen werden, wenn die Energiepreise hoch bleiben und weiter und weiter steigen. Ethanol ist eine dieser vielen Alternativen, ob es aus Zucker oder aus Mais gewonnen wird. Denn man kann es aus verschiedenen Quellen gewinnen und deshalb werden Sie noch viel über Ethanol hören. Aber: Es dauert eine lange Zeit, bis solche Energieformen in wirklich relevanten Größenordnungen auf den Markt kommen.
Daniel Wilhelmi:
Wenn Sie das brandneue Buch "Die Abenteuer eines Kapitalisten" von Jim Rogers oder sein Basiswerk zu Rohstoffen "Rohstoffe-der attraktivste Markt der Welt" kaufen möchten, dann klicken Sie einfach auf www.jimrogers.de. Das gesamte Interview mit Jim Rogers finden Sie auf der Homepage des Börsendienstes Taipan. In dem achtseitigen Interview erfahren Sie, warum Jim Rogers so bullisch für Uran ist, welche besonderen Faktoren die Sojabohnen, Mais- und Weizenpreise nach oben treiben werden, ob wir im Solar-Sektor tatsächlich eine Blase haben und welche zwei Branchen seine Favoriten in China sind. Nutzen Sie einfach das kostenlose Probeabo, um sich diese exklusiven Investment-Informationen eines der erfolgreichsten Wall Street-Investoren aller Zeiten zu sichern. Dieses Interview wurde exklusiv geführt und wird seiner voller Länge nur für Leser des Börsenbriefes Taipan zugänglich gemacht. Mit dem Erhalt Ihrer Probeausgabe erhalten Sie die Zugangsdaten, mit denen Sie das Interview sofort herunterladen können.
Klicken Sie deshalb kurz auf diesen
und melden Sie sich noch heute für Ihr kostenloses Probeabo und die nächste Taipan-Ausgabe mit dem Interview von Jim Rogers an.
*** Wenn Sie den Trader's Daily bereits länger lesen bzw. ertragen, dann werden Sie wissen, dass ich den Antworten von Jim Rogers 100 %ig zustimme. Besonders im Bereich "Ethanol" sehe ich – genau wie er – sehr großes Potenzial. Beim Börsendienst "Rohstoff Signale" habe ich deshalb nicht nur einen Erdöl-Call mit Hebel 5 empfohlen, sondern seit Monaten (oder schon Jahren?) auch Zertifikate auf Zucker – denn daraus kann Ethanol hergestellt werden. Auch Mais habe ich mittlerweile abgedeckt. Der Zuckerpreis steigt und steigt auch schon seit Monaten, Mais allerdings noch nicht. Immerhin bietet das Nachzüglern eine gute Einstiegsmöglichkeit. Falls das was für Sie sein könnte: Nicht nur "Taipan" bietet ein Probeabo an, sondern auch mein Dienst "Rohstoff Signale" – hier der Link:
Informationen Rohstoff Signale Probeabo
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Adventswochenende!
Michael Vaupel
ähnliche Beiträge:
- Blick in die Medien: Interview mit Jim Rogers
- Interview mit Rohstoffguru JIM ROGERS
- Interview mit Rohstoffguru JIM ROGERS
- Blick in die Medien: Interview mit Jim Rogers
- Interview mit Jim Rogers
- Die Rohstoffhausse geht weiter - Interview mit Rohstoffguru Jim Rogers
- Interview zum Thema "strategische Metalle"
- Was Jim Rogers zur chinesischen Währung sagt
- Hedgefonds - Investmentlegende Jim Rogers äussert sich
Artikel weiterempfehlen