Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom
Liebe Leserin, lieber Leser,
am Dienstag reichte es mir im Nebenwerte Daily nicht für alle Impressionen von der internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse in München, denn die Zeit war wieder einmal Mangelware. So sehr ich die interessanten Gespräche mit Ihnen, den Kollegen und den Explorern bei diesen Veranstaltungen immer wieder genieße, stapelt sich dann doch die Arbeit, wenn ich wieder nach Hause komme. Gerade herrscht Hochbetrieb bei den Quartalszahlen. Angesichts der vielen Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind die Berichte der Produzenten, Zulieferer und Bohrfirmen ganz besonders interessant. Sie zeigen uns ein ungeschminktes Bild der Situation, die gerade für die kleinen Produzenten als durchaus ernst einzustufen ist.
Die kleinen Produzenten kämpfen zunehmend ums Überleben
So bot sich auf der Messe auch das traurige Bild eines erst in der vergangenen Woche "verunglückten" Juniorproduzenten mit verwaistem Standplatz - Macmin Silver wurden vom Handel ausgesetzt, nachdem benötigtes Kapital für den weiteren Ausbau der Produktion nicht beschafft werden konnte. Aber Macmin Silver ist kein Einzelfall. Gerade von den kleinen Produzenten kämpfen angesichts der rapide fallenden Rohstoffpreise immer mehr ums Überleben. Sie können nicht einfach wie die Großen die teuerste Mine dicht machen und von den restlichen Einnahmen leben. Wer nur eine Mine hat und womöglich gerade auch noch eine zweite aufbaut, der steht bei diesen extremen Entwicklungen schnell mit dem Rücken an der Wand.
Wo sollten Sie jetzt investieren - ein wichtiges Thema auf der Messe
Diese Situation war ein wichtiges Gesprächsthema auf der Messe: Welche Firmen werden die ohne Zweifel äußerst kritische Lage am ehesten überleben? Sollten Anleger jetzt eher in die unglaublich günstig gewordenen Produzenten investieren oder sind Sie bei den Explorern besser aufgehoben, die noch nicht so abhängig sind von den zu erzielenden Rohstoffpreisen? Welche Möglichkeiten haben die Firmen, Kapital zu beschaffen, solange der Kreditmarkt so ausgetrocknet ist? Wie können sie angesichts von Kursnotierungen vieler Firmen im Bereich von wenigen Cents extreme Verwässerungen der Aktienanzahl bei unumgänglichen Kapitalerhöhungen vermeiden? Welche Faktoren sind jetzt für die Bewertung von Explorern, Entwicklern bzw. Produzenten besonders wichtig?
"Die Bewertungen sind spottbillig"
Natürlich gibt es auf diese schwierigen Fragen keine allein selig machende Antwort. Es kommt auf den Einzelfall und die spezielle Konstellation einer Firma an. Generell gilt aber, dass die Unternehmen extrem günstig sind. So bemerkte Evy Hambro, Manager des renommierten Blackrock World Mining-Fonds, neulich in einem Interview: "Die Bewertungen sind spottbillig. Viele Unternehmen kosten an der Börse nur ein Fünftel dessen, was investiert werden müsste, um dieselbe Mine neu zu erschließen. Das gab es noch nie. Der bisherige historische Tiefpunkt lag bei 50 bis 60 Prozent." Doch wenn das Geld ausgeht, nützt das einer Firma und uns als Anlegern nichts mehr. Dann profitiert evtl. ein "Geier", der die Reste zu einem Spottpreis übernimmt, aber Angestellte und Anleger können im negativsten Fall ziemlich leer ausgehen.