Interessante Parallele
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 12. Dezember 2007 12:00 Uhr
ENL5454
*** Neue Zahlen aus China: Im November erreichte der chinesische Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA ein Plus von 26,3 Mrd. Dollar.
Eins ist klar: Wenn die chinesische Währung gegenüber dem Dollar frei schwanken könnte, dann würde sie steigen.
Die chinesische Führung erlaubt zwar nur kleine Aufwertungsschritte…die werden wir aber ziemlich sicher sehen! Meine Empfehlung: Ein Zertifikat, welches auf einen gegenüber dem Dollar steigenden Yuan setzt, ist für 2008 angesagt.
Übrigens geht die chinesische Führung wirtschaftspolitisch weiterhin vernünftig vor. Der derzeitige Boom (aktuell zweistellige Wachstumsraten) wird nicht etwa noch angefeuert, sondern leicht gedämpft:
So hat die chinesische Zentralbank gerade den Mindestreservesatz erhöht. Chinesische Banken können nun nicht mehr so viel Geld wie bisher ausleihen. Dieser Schritt „an sich“ ist nicht bedeutend – er ist aber ein aufschlussreiches Zeichen.
*** Gerade entdecke ich eine interessante Parallele:
Letzte Woche Freitag schrieb ich hier im Trader´s Daily etwas über Simbabwe, verwies auf die explodierende Inflation (geschätzte 8000% pro Jahr) und schrieb dazu:
„Ein klassisches Beispiel für `bad governance´.“
Kaum einen Tag später: EU-Afrika-Gipfel in Lissabon.
Die deutsche Bundeskanzlerin kritisierte in ihrer Eröffnungsrede unerwartet offen (keine typische Sonntagsrede!) ein Land: Simbabwe. Und sie nannte Simbabwe ein Beispiel für einen Staat mit schlechter Regierungsführung (auf neudeutsch „bad governance“ genannt).
Ich war baff. Könnte es sein, dass die Bundeskanzlerin ebenfalls zur Trader´s Daily-Gemeinde gehört?
Unabhängig davon fanden ihre offenen Worte hier im namibischen Fernsehen Anklang: Es wurde gemeldet, dass Deutschland Wert auf Einhaltung von Menschenrechten legt und gegen Korruption ist, und das auch offen sagt.
Nicht das Schlechteste, was über Deutschland vermeldet werden kann, oder?
Beste Grüße,
Michael Vaupel