Inspirierende Zuversicht
Dave Gonigam in Traders Daily
vom 13. März 2009, 12:00 Uhr
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Die übliche Weisheit besagte heute morgen, dass Aktien am Anfang einer Erholung stünden. Und soweit ich weiß, trifft das auch zu. Fachleute sagen ,der Markt sei überverkauft.
Es ist ein Minenfeld. Zuerst sind die Banken im letzten Quartal 2008 explosionsartig immer stärker den Derivaten ausgesetzt worden.
„Citibank, die Bank of America, die HSBC USA, Wells Fargo Bank und J.P. Morgan Chase berichten, dass ihre momentan Nettoverlustrisiken aus Derivaten - das sind Wetten die wie Versicherungen wirken und die an Kredite oder andere zugrunde liegende Wertpapiere gebunden sind - bis zum 31. Dezember auf 587 Milliarden Dollar hoch geschossen seien." So berichten McClatchy Newspapers. "Begraben in den Regulierungsberichten zum Ende des Jahres, die von McClatchy untersucht wurden, spiegeln diese Zahlen einen Anstieg um 49% in nur 90 Tagen."
Ach, diese Zahlen erfassen noch nicht die Risiken aus Derivaten, die von der Bank of America aufgenommen wurden, indem sie Merrill Lynch gekauft haben. Dieser Deal wurde erst im Januar geschlossen.
„Aufgrund des Handels mit Derivaten", sagt McClatchy, „könnten Unternehmenspleiten eine Kettenreaktion auslösen, die die Banken um hunderte von Milliarden von Dollar in Absicherungen bringt, die sie auf riskante Schulden gekauft haben oder sie dazu zwingen, gewaltige Summen aufzubringen, um für die Schulden aufzukommen,. die sie abgesichert haben."
Mit anderen Worten, lauert das Monster der Credit Default Swaps immer noch da draußen. „Der Handel mit Credit Default Kontrakten hat die Sorgen der Investoren entfacht, weil sie in einem unklaren Privatmarkt gekauft haben, der zu großen Teilen außerhalb der Reichweite der Regulatoren von der Regierung liegt. Niemand, außer denen, die die Instrumente in den Händen halten, weiß, wer wem was schuldig ist. Nicht einmal die Banken und die Versicherer können die Risiken genau berechnen.
Das weckt kein Vertrauen, oder?
Und das bringt uns zu der Angelegenheit mit dem König der Credit Default Swaps, AIG... Jetzt erfahren wir, dass AIG die vierte Rettung erringen konnte, indem man den „Regulatoren erzählte, ein Zusammenbrechen des Unternehmens würde die Geldmarktfonds lähmen, die europäischen Banken zwingen, Kapital aufzubringen, und dazu führen, dass die Lebensversicherer, die im Wettbewerb stehen, pleite machen und den Anteil des Steuerzahlers am Unternehmen auslöschen" heißt es in einer Notiz vom 26 Februar, die von Bloomberg zitiert wurde.
Was ist vor diesem Hintergrund von Ben Bernankes Äußerung gegenüber dem Kongress in der vergangenen Woche zu halten - nachdem er, ohne Zweifel, diese Notiz gelesen hatte? Er sagte: „Wenn es einen einzelnen Fall in diesen vergangenen 18 Monaten gegeben hat, der mich noch stärker verärgert hat, dann fällt mir nur AIG ein. AIG hat eine gewaltige Lücke im regulatorischen System ausgenutzt, es gab keine Aufsicht in der Abteilung der Finanzprodukte, es war ein Hedgefonds, der im Grunde genommen an ein großes und stabiles Versicherungsunternehmen angegliedert wurde."
Natürlich hatte Bernanke selbst die Aufsicht über die Banken, die das Geld an die Abteilung der Finanzprodukte bei AIG verliehen hat. Solange er den Vergleich mit einem Hedgefonds anbringen will, sollte man auch darauf hinweisen, dass ein Hedgefonds ebenso wenig reguliert wird, dass aber Bernanke auch hier die Aufsicht über die Banken hat, die diesen Fonds Geld leihen.
Das weckt nicht wirklich Vertrauen, oder?
Hinzu kommt, dass Tim Geithner sagt, er würde noch einige weitere Wochen brauchen, ehe er weitere Details über die Rettungspläne der Banken habe. In dieser Zeit wird es endlose Lecks und Versuchsballons geben, um herauszufinden, was hängen bleibt und was nicht.
Wie dem auch sei. Während ich das hier schreibe ist der Dow um 122 Punkte nach oben geklettert und das kann sehr gut der Anfang einer Erholungsphase sein. Eine Erholung an einem Markt mit stetig fallenden Kursen, aber immerhin eine Erholung.
Eine Prognose von UBS, die Gold bei 2.500 Dollar sieht, sagt mehr über das langfristige Bild aus, „Nachdem einige Hedgefondsinvestoren, die im vergangenen Jahr Geld erwirtschaftet haben, indem sie gegen die Investmentbanken gewettet haben, kaufen heute Gold als Möglichkeit, gegen die Zentralbanken zu wetten", schreibt die Financial Times.
Ja, das klingt schon eher richtig.