Insiderverkäufe
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 19. Oktober 2010, 08:30 Uhr
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heute eröffnen die Aktienmärkte etwas unter den gestrigen Schlusskursen, da die nachbörslich veröffentlichten Quartalszahlen von Apple und IBM zwar gut ausfielen, sich aber auch Haare in der Suppe finden lassen (insbesondere im Ausblick von Apple). Nach den deutlichen Kurssteigerungen im Vorfeld der Zahlenbekanntgabe und den extrem überzogenen Erwatungen verwundert es nicht weiter, dass Apple nachbörslich 7 Prozent verliert (IBM minus 4 Prozent).
Die gestrigen Wirtschaftsdaten fielen unterdessen erneut gemischt aus. Der amerikanische NAHB-Hausmarktindex überraschte mit einem moderaten Anstieg (dem ersten seit fünf Monaten), während die US-Industrieproduktion mit ihrem unerwarteten Rückgang enttäuschte. Dass der Markt dennoch steig, war sicherlich der freudigen Erwartung der nachbörslichen Apple-Quartalszahlen geschuldet. Aber die Letzten beißen bekanntlich die Hunde.
Die heute veröffentlichten Wirtschaftdaten sind übrigens nicht weniger wichtig. Vor allem auf die ZEW-Konjunkturerwartungen um 11:00 Uhr sollten Sie achten, da deren Trendverlauf ein direkter Vorläufer für das Wachstum in der Eurozone ist, wie ich Ihnen in einer meiner Urlaubs-Ausgaben zeigte. Zuletzt näherte sich der Indikator ja bereits gefährlich der Nulllinie an, während die führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für den weiteren Verlauf deutlich herunterschrauben mussten. Nachbörslich steht zudem noch eine Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke an.
Bemerkenswert finde ich auch den Umstand, dass derzeit die Insiderverkäufe bei börsennotierten Unternehmen in Deutschland massiv ansteigen. Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige haben in der Woche vom 4.10. bis zum 8.10. Aktien im Wert von rund 40 Mio. Euro abgestoßen - so viel wie seit August 2009 nicht mehr. Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) sagte in einem 'Handelsblatt'-Artikel dazu, dass diese Zahlen nach dem fast gleichförmigen Verlauf in diesem Jahr eine Sondersituation zeigen. Bislang hätten die Topmanager bei DAX-Ständen von 5.700 bis 5.800 Punkten gekauft und bei Niveaus über 6.200 Zählern verkauft. Das sei auch diesmal der Fall, jedoch in deutlich größerem Umfang als bisher und zeige die Entschlossenheit der Firmenlenker und –aufseher. Die positive Stimmung an den Börsen scheinen also weder die Vorstände zu teilen noch die Wirtschaftsdaten zu untermauern. Nichts als heiße Luft?