Cindy Bach nimmt in ihrem Börsennewsletter Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt regelmäßig „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien
vom
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
verschiedenste Analysen in der Vergangenheit haben gezeigt: Unternehmensinsider schlagen in den meisten Fällen mit ihren Aktienkäufen den DAX um Längen. Dennoch haben viele Anleger noch immer nicht begriffen, dass Insidertransaktionen ein rechtmäßiges und erfolgreiches Instrument zur Trendbestimmung beim Aktieninvestment sind und sie deshalb vom Wissen dieser diskreten Geschäfte profitieren können.
Das Forschungsinstitut für Asset Management an der RWTH Aachen wertete kürzlich für das Finanz- und Wirtschaftsmagazin „Capital“ alle 4.117 Deals der vergangenen drei Jahre aus. Die empirischen Ergebnisse der Untersuchung hätten demnach klar gezeigt, dass Insider sehr erfolgreiche Investoren sind. Im Schnitt habe der Kursgewinn nach 30 Tagen bei rund 8% gelegen.
Dass das in „bockigen“ Märkten kurzfristig auch mal nicht ganz so laufen kann, hatte ich Ihnen bereits in einer der zurückliegenden Insider-Daily-Ausgaben erläutert. Doch an der grundsätzlich langfristigen Aussagekraft von Insiderkäufen und –verkäufen ändert sich deshalb nichts. Der Erfolg der Manager beruht auf dem Prinzip des antizyklischen Investments. Die Bosse erwerben Aktien, nachdem sie gefallen sind und steigen aus, wenn die Papiere den Markt übertroffen haben. Ich will Ihnen heute ein erfolgreiches Beispiel mit aktuellem Bezug vorstellen.
Die Deutsche Börse auf der Erfolgswelle
Dass die Aktie der Deutsche Börse AG von den schwierigen Märkten zu Anfang des Jahres profitieren konnte, wurde in den kürzlich bekannt gegebenen Quartalszahlen mehr als deutlich. Während andere mit Ergebnisrückgängen und Beeinträchtigungen von US-Hypothekenkrise und schwachem Dollar zu kämpfen hatten, steigerte die Deutsche Börse dank starker Handelsumsätze an den Finanzmärkten und der Übernahme der US-Optionsbörse ISE ihren operativen Gewinn (Ebita) im ersten Quartal um 42 Prozent auf 425,8 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 644,5 Mio. Euro.
Schon das Geschäftsjahr 2007 war für die Deutsche Börse AG mit Rekorden bei Umsatz und Ergebnis glänzend gelaufen. Der Jahresüberschuss lag bei 912 Mio. Euro im Vergleich zu 669 Mio. Euro im Vorjahr. Ein Plus von 36 Prozent. Der Umsatz kletterte auf 2,2 Mrd. Euro.
Von dem glanzvollen Abschneiden seines Konzerns muss auch Finanzvorstand Thomas Eichelmann schon seit vergangenen August überzeugt gewesen sein. In der nachfolgenden Tabelle sehen sie die kontinuierlichen Insiderkäufe des Vorstandmitgliedes in den letzten 10 Monaten.
| 18.03.2008 | Thomas Eichelmann | Kauf | 3.100 | 80,86 | 250.666 | ISIN DE000TB1AKP0 - Discount Zertifikat, Fälligkeit: 26.06.2009 |
| 10.09.2007 | Thomas Eichelmann | Kauf | 1.000 | 76,88 | 76.880 | |
| 15.08.2007 | Thomas Eichelmann | Kauf | 3.000 | 79,82 | 239.450 | |
| 03.08.2007 | Thomas Eichelmann | SBE | 1.850 | 136,22 | 252.007 | ISIN DE000DB0PLY8 - Discount-Zertifikat, Cap: EUR 80,00, Fälligkeit: 18.09.2008 |
| 02.08.2007 | Thomas Eichelmann | Kauf | 3.000 | 82,60 | 247.792 |
Aktuell notiert die Aktie der Deutschen Börse bei rund 102 Euro. Thomas Eichelmann kann sich also schon jetzt über deutliche Zugewinne freuen. Dennoch haben die Papiere seit Jahresbeginn rund 26 Prozent verloren – in 2007 gehörten die Aktien allerdings mit einem Plus von fast 95 Prozent zu den Überfliegern im DAX. Schafft die Aktie eine Fortsetzung in 2008? Eichelmann setzt darauf.
Wie steht es bei der Deutschen Börse in 2008?
Erst Anfang dieser Woche wurde die Deutsche Börse einem Medienbericht zum leistungsstärksten europäischen Unternehmen „gekürt“. Vor dem Schweizer Unternehmen Nobel Biocare Holding und Nokia führe die Deutsche Börse die Liste der sogenannten European BW50 an, berichtete am Montag die Wirtschaftszeitschrift «Business Week» unter Berufung auf eine von ihr durchgeführte Bewertung. Demnach seien in die Bewertung das Umsatz- und Gewinnwachstum über drei Jahre, die Nettogewinnspanne, die Aktien- und die Eigenkapitalrendite der Unternehmen eingeflossen. Insgesamt seien 50 europäische Firmen betrachtet worden.
Und so wundert es schlussendlich auch wenig, dass Finanzvorstand Thomas Eichelmann seinen Investoren stellte für das Geschäftjahr 2008 erneut eine zweistellige Erhöhung der Dividende und weitere Aktienrückkäufe in Aussicht stellte.
Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Mittwoch.
Ihre
Cindy Bach
P.S.: Ich will Ihnen schon einmal vorab verkünden, dass der FID-Verlag und meine Redaktion in Kürze einen BRANDNEUEN, HEIßEN INSIDERDIENST mit zahllosen spannenden Insideranalysen und den besten Insideraktien starten. Diesen wöchentlichen mehrseitigen E-Mail-Brief – welchen mein Kollege Marcus Neugebauer vom TurdaroundBrief und ich leiten werden – darf ein ausgewählter Leserkreis vorab drei Monate GRATIS testen. Ich werde Sie natürlich hier sofort informieren, wenn Sie sich dafür registrieren können, damit Sie diese einmalige Chance nicht verpassen.