Insideraktivitäten nehmen zu – Puma, Krones und Metro im Fokus
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. April 2010, 14:30 Uhr
ENL5454
die Transaktionen von Top-Managern sind zuletzt wieder deutlich angestiegen. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt haben sich die Konzerninsider aber nicht nur in eine Richtung - nämlich nach oben - orientiert, sondern auch kräftig Aktien verkauft. Es ist derzeit einfach von jedem was dabei - Käufe wie Verkäufe.
Natürlich machten die Manager dabei wieder als 1A-Kontraindikatoren auf sich aufmerksam. Vor allem Orders bei Puma, Krones und Metro fanden Beachtung. Beim fränkischen Sportartikel-Riesen Puma beispielsweise hat Vorstandschef Jochen Zeitz zum ersten Mal seit fast vier Jahren wieder Aktien seines Unternehmens gekauft. 224,61 Euro hat er für jede der insgesamt 4.500 Papiere gezahlt, und damit insgesamt rund 1,011 Mio. Euro seines privaten Vermögens in eigene Aktien investiert. Dieser Insiderkauf ist ein Wink in Richtung der Analystenschar, welche derzeit die Puma-Aktie eher mit durchwachsenen Bewertungen bedenkt.
Laut dem Informationsdienst Bloomberg sehen die 30 Analysten, welche die Puma-Aktie aktuell beobachten kaum noch Potenzial nach oben. Bis jetzt lag Herr Zeitz jedoch vollkommen richtig. Seit seinem Investment Mitte März hat die Aktie ordentlich zugelegt, Ende März durchbrach die Aktie sogar kurzzeitig die 240 Euro-Marke. Das Aktienpaket legte damit innerhalb von nur zwei Wochen gut 70.000 Euro an Wert zu.
Krones: Vorstandschef investiert eine halbe Million Euro
Auch Volker Kronseder, Vorstandschef bei Krones und einer der aktivsten deutschen Konzerninsider der letzten Monate, hat erneut bei eigenen Aktien zugegriffen. Er investierte am 24. März etwas mehr als eine halbe Million Euro in ein Paket Krones-Aktien. Auch dieses Aktienpaket hat im guten Marktumfeld bereits deutlich an Wert zulegen können. Das Plus hier bereits gut 29.000 Euro.
Und dass, obwohl der Abfüllanlagenhersteller am selben Tag erstmals in seiner fast 60-jährigen Geschichte einen Verlust hatte verkünden müssen. Mit einem Minus von 34,5 Mio. Euro blieb Krones knapp unter den eigenen Prognosen. Grund für die Abweichung sei informierten Kreisen zufolge eine überraschende Steuernachforderung in Brasilien von rund 10 Mio. Euro gewesen. 2010 will das Unternehmen jedoch in die Gewinnzone zurückkehren. Man peile ein Ergebnis von über 10 Mio. Euro an, so Finanzchef Hans-Jürgen Thaus in der EURO am Sonntag.
Metro: Gleich mehrere Insiderkäufe und Trennungsgerüchte
Auch die Aktie des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro hat in den vergangenen Wochen spürbar an Wert gewonnen. Und das, obwohl der Einzelhandelsverband HDE für 2010 keine nennenswerte Steigerung der Konsumnachfrage sieht. Die Analysten ließen es mehrheitlich Abstufungen regnen. Trotzdem hielt das den Metro-Vorstand Olaf Koch nicht ab, bei eigenen Aktien zuzuschlagen. Innerhalb einer Woche erwarb der Finanzvorstand 10.600 Metro-Aktien im Gegenwert von rund 450.000 Euro. Sein erzielter Schnittkurs 42,42 Euro. Ihm folgte Vorstandschef Eckhard Cordes. Nur wenige Tage später kaufte dieser 3.500 Papiere seines Konzerns zum Kurs von 43,77 Euro. Gegenwert der Transaktion: rund 150.000 Euro.
Die Aktie legte in den Tagen darauf ordentlich zu. Mitte dieser Woche lag CFO Koch mit seinem erworbenen Aktienpaket bereits gut 8 Prozent im Plus.
Es wundert wenig, dass die beiden Vorstände gerade dieser Tage zugriffen. Nur wenige Tage später Drang über EURO am Sonntag die Meldung an die Öffentlichkeit, dass man sich bei Metro früher als geplant von der Kaufhauskette Kaufhof trennen wolle. Der Konzernumbau laufe auf Hochtouren. 2009 hatte Kaufhof lediglich rund 61 Mio. Euro zum erwirtschafteten Konzerngewinn von 2 Mrd. Euro beigetragen. Zu wenig, so der Tenor der Analysten. Diese gehen nun davon aus, dass eine Konzentration auf das Kerngeschäft von Metro die Ertragskraft des Konzerns steigern wird. Die Reaktion der Analysten auf diese Meldung folgte auf dem Fuße. Als erstes stufte die WestLB ihr Kursziel für Metro auch 50,50 Euro hoch. Weitere dürften folgen.
Die deutschen Insider beweisen also derzeit erneut ein ausgesprochen glückliches Händchen. Das zeigt uns, dass es sich durchaus immer wieder lohnt, den Herren aus den Chefetagen bei ihren Investments auf die Finger zu schauen.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach