Insider: Vornehme Zurückhaltung im Aufwärtstrend
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 31. Januar 2012, 14:30 Uhr
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während der deutsche Aktienmarkt weiter munter gen Norden strebt und die Börse gar den besten Jahrestart seit langer Zeit hinlegte, üben sich die deutschen Konzerninsider in vornehmer Zurückhaltung. Nur sehr wenige Vorstände und Aufsichtsräte einer deutscher Aktiengesellschaften haben in der zurückliegenden Börsenwoche, die immerhin mit einem Plus im DAX von 1,7% überzeugte, Anteile am eigenen Unternehmen gekauft. Das gab es meiner Einschätzung nach sehr lange nicht. Aber: Zuletzt hat dafür auch kaum jemand von den Insidern Aktien verkauft.
Wenn die Stimmung auf dem Parkett aber so gut ist, warum ziehen sich die Konzerninsider dann zurück. Wissen Sie mehr? Ist ihr Fernbleiben ein Indiz dafür, dass es sich bei der laufenden Rally nur um eine Erholungsrally in einem Bärenmarkt handelt? Ich sage nein. Die Insider verhalten sich quasi wie immer.
Meine Erfahrungen bei der Analyse von Insidertransaktionen in den vergangenen fünf Jahren haben mir vor allem eines gezeigt: Konzerninsider sind erstklassige Kontraindikatoren. Sie kaufen dann, wenn sich alle vom Markt verabschieden. Auch in der jüngsten Börsenkrise von August bis Oktober vergangenen Jahres, als die Märkte massiv einbrachen, waren es die Top-Manager, Aufsichtsräte und Großaktionäre, die sich in rauen Mengen mit Aktien ihrer Unternehmen eindecken. Und was ein echte antizyklischer Investor ist, der kehrt der Börse eben den Rücken, wenn im laufenden Aufwärtstrend alle auf den "Zug der guten Stimmung" aufspringen.
Siemens wird vorsichtiger - Aktie fällt - Finanzchef steigt ein
Noch ein sehr schönes Beispiel für das antizyklische Agieren der Insider zeigt sich anhand des jüngsten Insiderkaufes bei Siemens. Während der DAX-Wert nach Vorlage der Q1-Zahlen und einem für 2012 vorsichtig gestimmten Konzernchef Peter Löscher auf der Hauptversammlung am vergangenen Dienstag deutlich nachgab, nutzte Vorstandskollege Joe Kaeser einige Tage später den zurück gekommenen Aktienkurs, um zwei kleine, aber feine Aktienpakete in sein privates Depot zu packen.
Er erwarb seine 845 Anteile in zwei Tranchen zu einem Schnittkurs von 73,45 Euro. Bedenkt man, dass die Aktie im April vergangenen Jahres noch bei knapp 100 Euro notierte und sich an der guten Aufstellung von Siemens nichts Wesentliches geändert hat - was sich sicher auch Joe Kaeser gedacht hat, der ja die Bilanzen des Konzerns als Leiter Corporate Finance bestens kennen sollte - dann kann man seinen Einstieg auf dem aktuellen Kursniveau nur unterstreichen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach