Insider verkaufen Biotech-Aktien
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 24. Juni 2003 18:00 Uhr
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"Wir gehen davon aus, dass die Anleihen ihre höchsten Kurse gesehen haben", so Donald Straszheim von Straszheim Global Advisors. "Die Investoren wären klug, wenn sie auf dem derzeitigen Niveau nicht zu gierig wären – dem niedrigsten Zinsniveau seit 40–50 Jahren. Kommt unsere Einschätzung zu früh? Vielleicht ... (Aber) der Anleihenmarkt hat 2002–2003 begonnen, so auszusehen, wie die Nasdaq von Juni 1999 bis März 2000. Zu weit, zu schnell. Zu gut, um von Dauer zu sein."
"Wenn die Erinnerungen und ihre Lektionen verblassen", so Straszheim weiter, "dann bezahlen die Investoren den Preis. Die letzte Verdoppelung des Nasdaq Composite brauchte nur 9 Monate (2.524 Punkte am 18. Juni 1999 auf das Topp von 5.048 Punkten am 10. März 2000). Der Anleihenmarkt hat vergleichbare Kursgewinne verbuchen können ... die Rendite der 5jährigen Anleihen steht bei 2,21 % – nach 6,35 % im Juni 2000 und 4,34 % im Juni 2002. Was für eine Bewegung! ... Das sieht für uns wie ein Topp bei den Bondpreisen aus."
Auch beim Aktienmarkt sieht es ein bisschen nach einer Topp-Bildung aus, und – vielleicht, nur vielleicht ist jetzt der Punkt der Erschöpfung nahe ... Die Handelsaktivitäten der letzten Woche erinnerten an die letzte Stunde eines Tanzmarathons in den 1950ern. Die einst feschen Nasdaq und Dow stehen zwar noch, aber sie sind ganz schön ermüdet ... lassen sie uns ihnen den Preis geben für den längsten Tanz, aber man sollte nicht erwarten, dass sie noch lange tanzen ... diese Kinder sind müde! Ein Zeichen der Müdigkeit: Die Aktien der ersten Reihe – die Blue Chips – laufen den spekulativen Aktien – den Biotechs und Hightechs – hinterher. Mit anderen Worten: Die schlechtesten Aktien steigen am meisten!
Alan Newman von CrossCurrents betont, dass die Biotechaktien seit Anfang März fast 50 % gestiegen sind. Er hat sich die Biotechgesellschaften, die im Merrill Lynch Biotech Holders Trust (BBH) enthalten sind, angesehen. Dabei hat er entdeckt, dass nur die Hälfte dieser Unternehmen überhaupt Gewinne macht, und diese haben ein durchschnittliches KGV von 58. Ein weiteres interessantes Faktum: Von den Unternehmens-Insidern haben nur 5 eigene Aktien gekauft, dafür 94 verkauft; das Verhältnis von verkauften zu gekauften Aktien lag bei 67 zu 1. "Dasselbe kann man bei den Halbleiteraktien sehen", so das Barron's Magazin. "9 der 10 Top-Performer haben ein durchschnittliches KGV von 77,3 (der zehnte Topp-Performer schreibt rote Zahlen). Das Verhältnis der von Insidern verkauften zu gekauften Aktien liegt bei 1.665 zu 1."
Ganz einfach – seit Mitte März haben die hässlichen Aktien die Rally angeführt. Ein weiteres Zeichen, das für eine Erschöpfung spricht, ist die Tatsache, dass die Popularität der Börse steigt.
Alan Abelson schreibt dazu im Barron's Magazin: "Laut einer Umfrage von Merrill Lynch unter Fondsmanagern sind diese fast voll investiert – die Cashbestände sind auf minimale 4 % des Fondsvermögens gefallen. Offensichtlich haben sie keine Angst vor Rückschlägen mehr ( ...) Laut der letzten Umfrage von Investors Intelligence sind 60,2 % der Fondsmanager bullisch, 16,2 % stehen auf der Bärenseite."
Leider ist der Aktienmarkt keine Demokratie; ihm ist es egal, was die Mehrheit glaubt oder hofft. Der Aktienmarkt ist ein Autokrat, und es macht ihm Spaß, die Mehrheit zu frustrieren. Er hat Spaß daran, das zu tun, was am wenigsten erwartet wird ...
Der Selloff am Aktienmarkt muss nicht sofort beginnen ... aber er sollte. Auch nach einem dreijährigen Bärenmarkt sind die Aktien noch teuer. "1982 hatten die Aktien ein durchschnittliches KGV von 7,9 und eine Dividendenrendite von 6,3 %, das Kurs-Umsatz-Verhältnis lag bei rund 0,33", so das Barron's Magazin. "Heute haben die Aktien ein KGV von durchschnittlich 28, eine Dividendenrendite von 2 % und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,3. Mit anderen Worten – dieser Markt ist alles andere als billig. Diese Bewertungen klingen mehr nach dem Topp eines Bullenmarktes als nach dem Boden eines Bärenmarktes."
Machen Sie sich fertig für den letzten Tanz.