Insider im Fokus: Leoni
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. Oktober 2009, 14:30 Uhr
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nach drei Quartalen mit schrumpfenden Geschäften sieht der Autozulieferer und Kabelhersteller Leoni die Talfahrt gestoppt. Der Chef des Automobilzulieferers Leoni, Klaus Probst, blickt trotz des aktuell schwierigen Marktumfelds zuversichtlich in die Zukunft. "Der positive Trend des zweiten Quartals hat sich für Leoni im dritten Quartal bestätigt", sagte Probst der "Börsen-Zeitung". Der Umsatz dürfte zwischen Juli und Ende September bei knapp 500 bis 530 Mio. Euro liegen. Das bereinigte operative Ergebnis werde voraussichtlich positiv ausfallen.
Für das Gesamtjahr stellte Probst einen Umsatz von knapp 2,2 Mrd. Euro in Aussicht. "Wir sind damit besser unterwegs, als noch vor einigen Monaten gedacht." Auch beim Ergebnis sehe es etwas besser aus. "Aus heutiger Sicht könnte der Jahresverlust etwas geringer ausfallen als mit 135 Mio. Euro bisher angekündigt." Im ersten Halbjahr hatte Leoni wegen der massiv gedrosselten Autoproduktion einen Verlust von 88 Mio. Euro eingefahren.
Hohes Wachstum für 2010 angekündigt
Auch für das kommende Jahr zeigte sich der Leoni-Chef optimistisch. "Wir wollen stärker wachsen als der Markt." Die Autobranche werde in Europa um rund zehn Prozent zulegen. "Dieses Wachstum wollen wir ausgehend von den wohl knapp 2,2 Mrd. Euro übertreffen." Gleichzeitig versprach Probst einen deutlichen operativen Gewinn.
Das sah in den ersten sechs Monaten dieses Jahres alles noch wesentlich düsterer aus. Im ersten Halbjahr stand vor Zinsen und Steuern ein Verlust von 78 Mio. Euro in den Büchern, bereinigt waren es 41 Mio. Euro.
Aktienverkauf soll Bilanz stärken
Leoni hatte Anfang Oktober in großem Stil eigene Aktien verkauft, um den Schuldenberg ein wenig zu verkleinern. Der Nürnberger Konzern platzierte rund 2,9 Mio. Anteilsscheine bei institutionellen Anlegern in Deutschland, Europa und den USA. Bei einem Preis von 14,50 Euro je Aktie erzielte Leoni damit insgesamt rund 42,5 Mio. Euro brutto.
Mit dem eingenommenen Geld will Leoni seine Eigenkapitalquote von zuletzt 21,3 Prozent verbessern und die Schuldenlast verringern. Zum 30. Juni standen Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 600 Mio. Euro in den Büchern. Dennoch bestehe kein Liquiditätsbedarf, sagte ein Sprecher des Konzerns. Man habe noch freie Kreditlinien über 300 Mio. Euro. Auch die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung sehe er in den nächsten Jahren nicht, falls keine größeren Zukäufe anstünden. Leoni habe über eine Anleihe 600 Mio. Euro bis mindestens 2013 zu durchschnittlich fünf Prozent finanziert.
Der Aktien-Verkauf hat den Kurs der Leoni-Papiere natürlich noch einmal ordentlich unter Druck gesetzt. Im Endeffekt überwog jedoch die Erleichterung. Nicht zuletzt befindet sich der Automobilzulieferer durch diesen Schritt auf dem Wege der Besserung. Die Aktie des MDAX-Konzerns legte um 3,4 Prozent auf etwas mehr als 15 Euro zu. Auch aktuell kann diese wichtige technische wie psychologische Kursmarke verteidigt werden. Das lockt die Käufer an. Es dürfte also weitergehen mit dem Aufwärtstrend.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag.
Ihre
Cindy Bach