Insider im Fokus: Krones
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 3. Februar 2010, 14:30 Uhr
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der Getränke- und Verpackungsmaschinenhersteller Krones ist derzeit in aller Munde. Vor allem bei den Analysten. Holger Schmidt von Equinet beispielsweise stufte Krones von "Verkaufen" auf "Kaufen" und hob gleichzeitig das Kursziel von 28,00 Euro auf beachtliche 44,00 Euro an. Nord/LB-Analyst Thomas Wybierek hob das Kursziel am gleichen Tag von 38,00 auf 41,00 Euro an und beließ seine Empfehlung auf "Kaufen". Und auch das Bankhaus Lampe sieht Rückenwind für die Aktie des Maschinenbau-Spezialisten und verpasste Krones das "Prädikat Kaufen" mit Ziel 43,00 Euro.
Woher kommt die plötzliche Euphorie der Expertenschar für die Bayern? Noch vor einigen Wochen sah das ganz anders aus. Das Geschäftsjahr 2009 stand bei Krones nämlich ganz im Zeichen der weltweiten Krise. Neben drastischen Auftragsrückgängen und damit einhergehender Kurzarbeit, droht erstmals in der Firmengeschichte ein Geschäftsjahr mit Verlust. Im Gesamtjahr 2009 dürften die Erlöse um rund 22 Prozent auf 1,86 Mrd. Euro zurückgegangen sein, unter dem Strich wird dies für einen Verlust von etwa 25 Mio. Euro in den Büchern sorgen. Diese Entwicklung wiegt doppelt so schwer, da man bei Krones bisher scheinbar konjunkturresistente Stabilität gewohnt war.
Doch nun stehen die Ampeln wieder auf Grün. Der Getränke- und Verpackungsmaschinenhersteller zeigt sich zunehmend optimistisch für das laufende Jahr. Die Auftragslage habe sich im vierten Quartal 2009 bereits wieder deutlich verbessert, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir werden im ersten Halbjahr 2010 eine auskömmliche Auslastung haben und damit definitiv die Rückkehr zum Gewinn schaffen", fügte er hinzu. Auch im zweiten Halbjahr dürfte sich diese Tendenz fortsetzen. Auf der Umsatzseite peile man 2010 wieder die 2 Mrd. Euro-Marke an. Die Rückkehr auf den alten Wachstumspfad prognostiziert er - "wenn die Dinge gut laufen" - für 2012.
Insider bekräftigen Trendwende mit Aktienkäufen
Auch die Konzernfamilie Kronseder, die selbst mehr als 50 Prozent der Aktienanteile an ihrem Unternehmen hält, demonstriert aktuell Zuversicht. Und wie macht man das am Besten? Richtig, man kauft weitere Anteile zu. Das taten die Familienmitglieder Nora und Leopold Kronseder vor einigen Tagen auch. Zwar waren die beiden Aktienpakete mit jeweils 335 Anteilen im Gegenwert von rund 12.400 Euro eher klein, doch hier zählt die Symbolwirkung. Wenn die Familie von Vorstandschef Volker Kronseder mal wieder zukauft, dann zeigt das Zuversicht und Vertrauen in das eigene Unternehmen.
Die Analysten jedenfalls sind nun voll des Lobes für den Spezialmaschinenbauer aus Neutraubling. Besonders die Empfehlung von Equinet überraschte mich. Holger Schmidt vollführte eine astreine 180-Grad-Wendung. Erst Anfang Januar hatte er Krones nach einem Presseinterview auf "Sell" mit einem Kursziel von 28,00 Euro belassen. Drei Wochen später sieht er den Abfüllanlagen-Bauer wieder an Fahrt aufnehmen. In seiner Studie heißt es, Treiber seien insbesondere der asiatische und afrikanische Markt. Daneben habe der Preisdruck nachgelassen und die Kostenspareinnahmen entfalteten weitere Wirkung. Statt 28,00 Euro sieht er den fairen Wert der Papiere nun bei 44,00 Euro. Was für eine Trendwende, auch bei der Bewertung.
Die Aktie vollzog nach den Lobeshymnen der Analystenschar einen wahren Freudensprung nach oben. Innerhalb von nur einer Woche legte das Papier von Kursen um 34/35 Euro auf aktuell 39,73 Euro zu. Selbst wenn für Krones 2010 nach Plan läuft und man die von den Analysten in Aussicht gestellten rund 1,40 Euro je Aktie an Gewinn erreichen kann, ergibt das ein aktuelles 2010er KGV von nicht mehr ganz so günstigen 28. Hier brauchen Anleger schon Mut die "Welle der Euphorie" mitzureiten.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach