Insider im Fokus: Gerry Weber
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 4. November 2010, 14:30 Uhr
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Gerhard Weber, Konzernchef und Namensgeber der erfolgreichen Modekette Gerry Weber, zählte 2008 zu den aktivsten Konzerninsidern in Deutschland. In einer der schlimmsten Börsenkrisen kaufte er innerhalb weniger Monate (Juni bis November 2008) 331.158 Aktien seines Unternehmens und investierte damit knapp 5,77 Mio. Euro seines privaten Vermögens in das eigene Unternehmen (ich berichtete Ihnen damals an dieser Stelle mehrfach darüber).
Mit dieser Strategie erwies sich der Konzernchef als astreiner Kontraindikator. Denn er investierte zu der Zeit, als der SDAX, in welchem die Aktien von Gerry Weber enthalten sind, knapp 50% verlor. Auch die Aktie von Gerry Weber büßte in diesem Zeitraum gut 45% ihres Börsenwertes ein. Doch Gerhard Weber nutzte jeden weiteren Rücksetzer um weitere eigene Anteile zuzukaufen. Sein Durchschnittskurs aller in dieser Zeit getätigten Aktienkäufe lag bei 17,42 Euro.
Aktuell notiert die Aktie der Modekette bei Kursen um 35 Euro, nahm zuletzt ein Allzeithoch nach dem anderen. Einen deutlichen Kursausbruch vollzog das Papier Anfang September als der SDAX-Wert den Widerstand bei 27,00 Euro nahm. Innerhalb weniger Wochen kletterte das Papier ohne nennenswerte Rücksetzer um knapp 40% nach oben.
Erfolgreiches Insiderhändchen: Gerhard Weber erzielt 100% Kursgewinn
Gerhard Weber darf sich nicht nur über sein erfolgreiches Näschen bei seinen Insiderkäufen freuen, die ihm aktuell ein Kursplus von 100% bescheren. Auch die Geschäfte seines Konzerns laufen weiterhin glänzend. Dafür sprechen auch die jüngst veröffentlichten Q3-Zahlen des Retail-Geschäftes - dem Einzelhandelssegment der Modekette.
Starkes Retailgeschäft
Die Gruppe Gerry Weber konnte im Quartal Juli bis September 2010 ihre Retail-Umsätze auf 29,7 Mio. Euro steigern. Das entspricht einer Zunahme um 14,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Retail-Bereich, der die vom Unternehmen im In- und Ausland in Eigenregie geführten Houses Of Gerry Weber umfasst, ist das wachstumsstärkste Segment der Gruppe. In den ersten neun Monaten 2009/2010 hatten sich die eigenen Einzelhandelserlöse um rund 27% von 101,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 124,7 Mio. Euro verbessert. Sie trugen in diesem Zeitraum damit knapp ein Drittel zum Konzernumsatz von 432,3 Mio. Euro bei.
"Diese Entwicklung bestätigt unsere Strategie, auf jüngere Kollektionen mit einer noch edleren Aussage zu setzen. Wir treffen damit exakt den Geschmack unserer Kundin, die hochwertige Qualität und ein modernes Design will", erklärte der Vorstandsvorsitzende Gerhard Weber.
Für das Gesamtjahr sieht sich das Unternehmen hervorragend aufgestellt, seine Wachstumsziele zu erreichen. Die Konzernerlöse werden sich im laufenden Geschäftsjahr auf cirka 620 Mio. Euro belaufen (Vorjahr: 594,1 Mio. Euro) bei einer gleichzeitigen Steigerung der EBIT-Marge auf 13% (Vorjahr: 12%). In den Folgejahren will Gerry Weber wieder zweistellige Umsatzzuwächse erzielen, die sich nicht nur auf den eigenen Retail-Bereich beziehen, sondern auch das weltweite Wholesale-Geschäft betreffen. In zwei bis drei Jahren soll die EBIT-Marge auf 15% steigen.
Fazit: Trotz des massiven Kursanstiegs der letzten Wochen ist die Aktie von Gerry Weber mit einem geschätzten 2010er KGV von 14,5 und 12,9 für die in 2011 prognostizierten Gewinne noch immer moderat bewertet. Das scheint auch Vorstandsmitglied Doris Strätker so zu sehen. Sie erwarb Ende Oktober ein Paket mit 1.500 Gerry Weber-Aktien zum Kurs von 34,00 Euro je Anteil und investierte 51.000 Euro.
Herzliche Grüße
Ihre
Cindy Bach
