Insider im Fokus: Deutsche Lufthansa
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 28. September 2011, 14:30 Uhr
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diejenigen unter Ihnen, welche den Insider Daily schon seit einigen Jahren lesen, wissen sicher, dass in meiner Rubrik "Insider im Fokus" zumeist Werte aus dem Nebenwertesegment zu finden sind. Heute haben wir mal einen "großen Vogel" auf dem Radar: die Deutsche Lufthansa.
Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte vergangene Woche ihre Aktionäre mit einer Gewinnwarnung geschockt. Aus den für 2011 angepeilten 4%-Aufschlag auf den operativen 2010er Gewinn werde wohl nichts. Die Passagierzahlen im August waren deutlich zu schwach ausgefallen. Auch die Vorausbuchungen für die kommenden zwei Quartale seien eher verhalten. Die Anleger reagierten geschockt und schickten die Aktie auf Talfahrt. Die charttechnisch wichtige Kursmarke von 10 Euro hielt nicht. Aktuell notiert der DAX-Wert knapp darunter, bei 9,93 Euro.
| Datum | Name Insider | Stellung | Art | Anzahl | Kurs in Euro | Volumen in Euro |
| 22.09.2011 | Stephan Gemkow | Finanzvorstand | Kauf | 3.000 | 9,48 | 28.434 |
| 21.09.2011 | Stefan Ziegler | Aufsichtsrat | Kauf | 2.500 | 9,89 | 24.713 |
| 25.08.2011 | Christoph Franz | Stellv. Vorstandschef | Kauf | 13.600 | 10,95 | 148.920 |
| 24.08.2011 | Carsten Spohr | Vorstand | Kauf | 2.000 | 10,77 | 21.540 |
Während viele Anleger verschreckt das Weite suchen, nutzen Finanzvorstand Stephan Gemkow und Aufsichtsrat Stefan Ziegler das Kursniveau, um Anteile am eigenen Unternehmen zu kaufen. Die Tranchen sind mit Volumina von jeweils um die 25.000 Euro sicherlich Peanuts. Doch die Käufe haben eine ganz klare Symbolwirkung: Ausbleibendes Gewinnwachstum hin oder her. Die Aktie ist günstig, war es vor dem jüngsten Ausverkauf schon. Schließlich hatte der stellvertretende Konzernchef Christoph Franz schon Ende August zu Kursen knapp unter 11 Euro zugegriffen und 13.600 Lufthansa-Anteile in sein privates Depot gepackt. Damals gab es das Papier schon deutlich unter dem Buchwert je Aktie von 16,91 Euro. Jetzt ist das KBV nochmals deutlich gesunken, auf 0,58. Damit ist eine der größten Airlines der Welt nur noch mit knapp 60% ihres Buchwertes an der Börse bewertet. Der Konzern erzielt genau das Sechsfache an Umsatz dessen, was der Aktienmarkt der Kranich-Airline derzeit an Börsenwert zugesteht. Es gibt also jede Menge Zahlen, welche die gnadenlose Unterbewertung bestens belegen. Zudem haben zahlreichen Analysten ihre Gewinnprognosen für Lufthansa nach der Gewinnwarnung markant zurückgestuft. Das schafft Raum für positive Überraschungen.
Damit diese gelingen, hat Lufthansa schnell reagiert. Vorstandsmitglied Carsten Spohr erklärte: "Wir nehmen einen Teil der zusätzlich vorgesehenen Kapazität aus der Planung, indem wir Frequenzen reduzieren, einzelne Verbindungen streichen, kleinere Flugzeuge einsetzen." Man müsse solche Entscheidungen früh treffen, anstatt mit leeren Flugzeugen in der Krise hinterher zu fliegen. So sieht gutes Vorab-Krisenmanagement aus.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
P.S.: Ebenfalls sehr interessant sind die Insiderkäufe bei Jungheinrich (siehe Tabelle unten). Die Aktie hat seit Ende Juli knapp 35% an Wert verloren. Im aktuellen Marktumfeld keine Ausnahme, aber: derzeit zeichnet sich eine Bodenbildung im Bereich von 19/20 Euro ab. Bei dem führenden Gabelstapler- und Lagertechnikhersteller wurde seit Anfang August wieder mehrfach durch Insider zugekauft. Aktuell hat Aufsichtsrat Wolff Lange über seine LJH-Holding mal wieder ordentlich zugegriffen. Er investierte nochmals knapp eine halbe Millionen Euro. Ein Kaufsignal?