Insider im Fokus: Constantin Medien
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. Juli 2009, 14:30 Uhr
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wir haben Sommerloch - das kann man zumindest interpretieren, wenn man das derzeitige Verhalten deutscher Konzerninsider in Augenschein nimmt. Die Zahl der Insider-Käufe ist in den vergangenen zwei Wochen auf den niedrigsten Stand seit Februar 2007 gesunken. Beunruhigend ist das dennoch nicht. Es bedeutet lediglich, dass deutsche Top-Manager auf Sicht von drei Monaten weder besonders stark steigende noch besonders stark fallende Kurse erwarten - Sommerloch also. Nichts desto trotz gab es sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite einige beträchtliche Transaktionen zu verzeichnen.
Constantin Medien: Aufsichtsrat kauft zu
Die auffälligsten Käufe gab es zuletzt bei der Fernsehproduktionsfirma Constantin Medien. Aufsichtsratsmitglied Dieter Hahn stockte seinen Anteil am Unternehmen von 2,8 Prozent auf 3 Prozent auf. In der Summe investierte er 392.000 Euro. Der Kauf erfolgte in drei Tranchen am 6./7.und 8. Juli zum Durchschnitts-Kurs von 1,96 Euro.
Bei Constantin Medien handelt es sich um die ehemalige EM.TV. Das mittelständische konzernunabhängige Medienunternehmen konzentriert sich auf die Bereiche Sport, Film sowie Sport- und Event-Marketing. Im Bereich Sport betreibt der TV-Produzent unter anderem den Fernsehsender DSF sowie die Plattform Sport1.de.
Die Produktionsfirma befindet sich derzeit in der Phase radikaler Neustrukturierung. Zum Ende des ersten Halbjahres gab der Aufsichtsrat grünes Licht für eine Radikalkur im Sportbereich durch Vorstandschef Bernhard Burgener: Der machte Nägel mit Köpfen und räumte zunächst personell ordentlich auf. Der zuständige Vorstand Rainer Hüther muss gehen, auch DSF-Chef Oliver Reichert verlässt das Unternehmen.
Auch in Sachen Programmgestaltung wurde ordentlich neukonzipiert. So produziert Constantin in den kommenden Spielzeiten Liga Total", den internetbasierten Sportkanal der Deutschen Telekom, und gewann dafür unter anderem Johannes B. Kerner als Moderator. Damit will die Telekom dem Bezahlsender Premiere, der sich jüngst in Sky umbenannt hat, Kunden abjagen.
Warten auf den Turnaround geht weiter
Das Sportsegment wurde von der Finanzkrise voll erwischt und produziert nach Angaben des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr ein Minus im "unteren zweistelligen Millionenbereich". Die Gewinnwarnung Anfang Juli zur Hauptversammlung traf die Aktionäre tief in die Magengrube. Anstatt von wachsenden Märkten und Geschäften, war hier nur von Einbrüchen im Werbemarkt, Restrukturierungskosten und außerordentlichen Aufwendungen die Rede.
Ob die Entsorgung der geballten Sport-Kompetenz tatsächlich alle Sorgen auf einen Schlag beseitigt und eine nachhaltige Wende mit sich bringt, wird sich erst noch zeigen müssen. Die Insiderkäufe haben jedenfalls den Kursverfall nicht wirklich aufhalten können. Seit Mai dieses Jahres verlor die Aktie gut 25 Prozent an Wert.
Blickt man etwas weiter zurück, dann ist das Minus sogar weitaus deutlicher. Und der nächste charttechnische Halt wartet sogar erst bei 1,50 Euro. Doch spekulative Anleger wagen schon jetzt die Wette auf den Turnaround. Und oft gewinnt eben nur, wer auch wagt.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
