Insider im Fokus: Beiersdorf
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom 25. Januar 2011, 14:30 Uhr
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die Aktie von Konsumgüterkonzern Beiersdorf befindet sich seit einigen Tagen an einem charttechnischen Scheideweg. Der Kurs pendelt um die wichtige Unterstützung bei 40 Euro, nachdem es zuvor fast ein Jahr lang in einer Range von 42 bis 46 Euro seitwärts gegangen war. Doch dann kamen die Zahlen und die waren nicht ganz nach dem Geschmack der Börsenakteure. Die Aktie fiel markant. Es ging sogar einmal kurz unter die 40-Euro-Marke. Auch heute bewegt sich der Kurs des DAX-Wertes wieder gefährlich nah an dieser wichtigen Kursmarke.
Wo aber wird es für Beiersdorf hingehen? Fakt ist: Lässt man die charttechnische Komponente erst einmal außen vor, so ist bei Beiersdorf eigentlich alles in Butter. Der Hamburger Traditionskonzern kam im zurückliegenden Geschäftsjahr nach Sondereffekten auf einen Betriebsgewinn von 579 Mio. Euro, nach 587 Mio. Euro im Jahr zuvor. Damit lag man aber dennoch über den Schätzungen der Analysten, die hier im Schnitt mit 559 Mio. Euro gerechnet hatten. Der Produzent von Cremes, Shampoo oder Seife erzielte in 2010 einen Umsatz von 6,19 Mrd. Euro, was ein Plus von 7,7% ausmacht. Lediglich die Kosmetiksparte mit Marken wie Nivea und Eucerin schwächelte. Der Gewinn sank daraufhin von 380 auf 308 Mio. Euro - ein Minus von 19% gegenüber dem Vorjahr. Doch eben diese Sparte ist Beiersdorfs wichtigstes Geschäftssegment. So wirklich zufrieden war Konzernchef Thomas Quaas bei Bekanntgabe der Zahlen auch nicht. Er ließ auch einen konkreten Ausblick auf 2011 offen.
Insider nutzen Kursrabatt und schlagen zu
Dennoch sind für mich einige positive Aspekte hervorzuheben, die Beiersdorf für mich weiterhin attraktiv machen, insbesondere nach der jüngsten "Rabatt-Aktion". Zum einen nutzen die Konzerninsider den aktuellen Kursrabatt, um Anteile zu kaufen. So erwarb die einer Führungsperson von Beiersdorf zuzuordnende Gesellschaft JJMR GbR erst vor wenigen Tagen zwei markante Aktienpakete mit 24.150 Anteilen im Gegenwert von fast einer Millionen Euro. Mir stellt sich nun die Frage, was wissen die Insider, was andere vielleicht noch nicht wissen?
Denn am Markt hält sich hartnäckig ein Gerücht, wonach die Konzernfamilie Herz ernsthaft über eine Veräußerung ihrer über die maxingvest AG gehaltenen Beiersdorf-Anteile nachdenkt und wohl in Procter & Gamble einen interessierten Abnehmer gefunden haben soll. Die Spekulation gefiel, schickte die Aktie von Beiersdorf für einen Tag lang sogar mal auf Erholungskurs. Doch bestätigt wurde das Gerücht nicht.
Gleichwohl: die Spekulation hat etwas, dass Kursfantasie erzeugt. Sollte maxingvest wirklich an Procter & Gamble verkaufen, dann wäre dies für Beiersdorf selbst nicht unbedingt von Nachtteil, weil sich P&Gs und Beiersdorfs Kosmetiksparten herrlich ergänzen würden.
Und überhaupt wieso sollte die Familie Herz ausgerechnet jetzt, wo das Papier auf einem Jahrestief notiert seine Anteile veräußern. Es heißt zwar man brauche das Geld, um sich am Kaffeegeschäft von Sara Lee beteiligen zu können, auf welches man schon seit geraumer Zeit ein Auge geworfen habe, um es mit Tchibo zu fusionieren. Aber ob sich die "Herzens" dafür von ihrer Beiersdorf-Beteiligung um jedem Preis trennen? Das halte ich für unwahrscheinlich. Procter & Gamble müsste also schon einen ordentlichen Preisaufschlag auf den aktuellen Kurs bieten und was das für den Aktienkurs bedeuten würde, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach