Insider im Fokus: Balda
Cindy Bach in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 06. Dezember 2007 17:00 Uhr
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Lesen Sie heute einen Gastbeitrag von Cindy Bach aus dem "Insider Daily".
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wie ich Ihnen bereits in der gestrigen Ausgabe berichtete, wurde bei SDAX-Konzern Balda vergangene Woche ein größerer Insiderverkauf getätigt. Wie eine Directors Dealings Mitteilung am Montag vermeldete, veräußerte Aufsichtsratsmitglied Mark C. J. Twaalfhoven 40.000 Aktien von Balda im Gegenwert von 360.404 Euro über Xetra. Dieser hatte das Aktienpaket im August zu rund 318.000 Euro erworben.
Das lässt zwar darauf schließen, dass es sich hier lediglich um eine Gewinnmitnahme handelt. Dennoch ist die aktuelle Story um Balda meiner Meinung nach einfach zu spannend, als dass ich Sie Ihnen vorenthalten könnte.
Es war einmal... und ist nicht mehr
Die Unternehmensgeschichte der Balda AG begann vor ziemlich genau 100 Jahren mit der Herstellung hochwertiger Kameras in Dresden. Heute ist der Balda-Konzern ein Global Player mit Tochterunternehmen und Produktionsstätten rund um den Globus.
Balda entwickelt, produziert und vertreibt komplette Baugruppen aus Kunststoff, Metall und Elektronikkomponenten sowie Touch-Sensoren und sämtliche Plastikteile für Handyschalen. Der Konzern ist in den wichtigen Wachstumsmärkten Asiens wie China und Indien mit vier eigenen Produktionsstandorten stark positioniert. Fünf weitere Fertigungswerke stehen in Malaysia, Brasilien, Deutschland und Ungarn.
Wegweisende Beteiligung
Einen Meilenstein legte das Unternehmen 2006 mit der Beteiligung am Touchscreen-Unternehmen TPK-Holding mit Standort im chinesischen Xiamen. Die Technologie des Herstellers berührungsempfindlicher Touchscreen-Bildschirme gilt unter Branchenkennern als wegweisend. Mitte Januar 2007 kam der Ritterschlag: Balda erhielt den Auftrag die Touchscreens für Apples neues Blockbuster-Produkt, das IPhone, zu produzieren.
Zufall oder nicht, dass ungefähr zur selben Zeit der umstrittene US-Investor Guy Wyser-Pratte seinen Einstieg bei Balda verkündete. Der Milliardär ist dafür bekannt, ein glückliches Handchen für lukrative Investments zu haben. Und wie üblich, blieb es auch nicht lange still um den „Aufmischer“ Wyser-Pratte. Gemeinsam mit Hedge-Fonds Audley Capital, mit welcher er insgesamt 15 Prozent an Balda hält, forderte er offiziell die Abspaltung der Tochter TPK und deren Gang an die Börse.
Nach Ansicht der beiden Großaktionäre würde eine Abspaltung von TPK als eigenständiger High-Tech-Konzern an der Börse bis zu 650 Mio. Euro bringen. Der Mischkonzern Balda erreiche dagegen mit TPK gerade mal eine Marktkapitalisierung von insgesamt 426 Mio. Euro. Und die beiden „Helden“ erhielten sogleich auch das Salz in die Suppe ihrer Pläne, als Balda nach Ablauf des ersten Halbjahres einen Gewinneinbruch verkündete und die Prognose für das Gesamtjahr kappen musste.