Insider-Fallbeispiele – wo greifen die Insider aktuell zu?

Kathrin Dörfeld in Insider Daily zum Thema Aktien
vom


Hier einige Beispiele zu den voran aufgestellten Theorien": Wenn etwa ein neuer Vorstandschef Aktien kauft und eine verhältnismäßig kleine Summe investiert, kann das einfach nur als symbolische Geste gedacht sein bzw. wird zum Teil auch vom Arbeitgeber erwartet. Diese Art der Insiderdeals ist für Privatanleger unbedeutend. Anders sieht es aus, wenn ein Chef kauft, der schon lange im Unternehmen ist und dieses besser kennt als seine eigene Westentasche.


Ein Top-Manager, der das Geschäft und die Launen der Finanzmärkte laut eines Berichts der "EURO am Sonntag" kennt, ist Stefan Wolf. Seit 1997 arbeitet er für den Automobilzulieferer ElringKlinger, im Jahr 2006 trat er dem Unternehmen als Vorstandsvorsitzender bei. Im Mai kaufte Wolf insgesamt 1.000 Aktien zu einem durchschnittlichen Kaufkurs von 19,75 Euro. Das Transaktionsvolumen lag somit bei 19.750 Euro. Derartige Insiderdeals sollten eigentlich ein positives Signal für den Kurs sein.

Angesichts der Schuldendebatte in der Eurozone lieferten die Börsen ideale Einstiegsmöglichkeiten für die Manager, aber natürlich auch für Privatanleger. Im eigentlich schönen Wonnemonat Mai kannte die Börse nur eine Richtung - sie wanderte stur gen Süden. Allerdings zu Gunsten vieler Firmenbosse, die die niedrigen Kurse zum Aufstocken ihrer Positionen nutzten. Neben dem ElringKlinger-Vorstandschef erwiesen sich "EURO am Sonntag" zufolge auch die Insider von Ströer, BASF, SAP und Merck als besonders kauffreudig.

Beispielsweise steckte die Ehefrau von Ströer-Chef Udo Müller annähernd 200.000 Euro in Anteile am Kölner Werbeunternehmen. Wie Ihnen meine Kollegin Cindy Bach bereits berichtete haben im Mai auch die beiden Vorstandssprecher, der Finanzvorstand und ein weiteres Vorstandsmitglied des Software-Konzerns SAP eigene Aktien gekauft. Außerdem heimste der Chef des Pharmakonzerns Merck, Karl-Ludwig Kley, vor wenigen Wochen Aktien des eigenen Unternehmens ein. Kley bewies schon in der Vergangenheit meist ein gutes Händchen. Als die Merck-Aktie in den Jahren 2008 und 2009 seitwärts pendelte, orderte der Merck-Chef jeweils im unteren Bereich des Korridors. Beim allgemeinen Kurscrash im vergangenen Jahr kaufte er zunächst zu früh, dann aber zweimal nahe am Tiefpunkt.

"Anleger, die im Schatten der Insider investieren, können es erfahrungsgemäß langsam angehen lassen. Denn schnelle Kursreaktionen sind die Ausnahme. Oft ist es für Privatanleger sogar besser abzuwarten, ob einem einzelnen Insider weitere folgen. Werden mehrere Vorstände eines Unternehmens aktiv, gilt das als besonders starkes Signal", so das Fazit der Redaktion von "EURO am Sonntag".


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