Insider Daily-Medienschau: Volkswagen, Deutsche Bank und Q-Cells
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. September 2010, 14:30 Uhr
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die Nutzfahrzeugsparte des VW-Konzerns blickt nach Verkaufssteigerungen in 2010 zuversichtlich in die Zukunft. "Für uns ist die Krise der Nutzfahrzeugmärkte überstanden", sagte Spartenchef Wolfgang Schreiber am Dienstag zum Auftakt der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Schon einen Tag zuvor hatte Schreiber in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" angekündigt, man wolle nun die Internationalisierung weiter voran treiben. Dazu gäbe es bereits konkrete Pläne. Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen (VWN) will auf den chinesischen Markt vordringen. Um die Markteroberung voranzutreiben, soll laut Schreiber ein spezielles Modell für die boomenden Schwellenländer gebaut werden.
Volkswagen baut Kleinlaster für den chinesischen Markt
Für China hat VWN-Chef Wolfgang Schreiber ein bestimmtes Segment im Visier. Auf diesem Markt seien besonders kleine Lkw zwischen 2,8 und 7 Tonnen gefragt. "Es ist an der Zeit, das Thema anzugehen", sagte Schreiber. Das neue Pick-up-Modell Amarok sei in anderen Schwellenländern bereits erfolgreich angelaufen, erklärt Schreiber in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Der Amarok ist seit Mai in Südamerika auf dem Markt. Bis Ende August wurden 8.000 Einheiten verkauft und es gingen laut VW 40.000 Bestellungen ein. Ende September kommt das Modell in Deutschland und anschließend auch in anderen europäischen Ländern und in Russland auf den Markt.
Die Fertigung, die bisher in Argentinien liegt, müsse rechtzeitig erweitert werden. Schon heute sei absehbar, dass der Bedarf die Kapazitäten in zwei Jahren übertreffen werde. Schreiber will den Amarok daher künftig auch im Stammwerk Hannover bauen.
Nach dem Krisenjahr 2009 mit Absatzeinbußen von 28% sieht Schreiber nun die Talsohle durchschritten. "Es geht stabil aufwärts", sagte er dem „Handelsblatt". Er rechne in diesem Jahr wieder mit steigenden Absatzzahlen - Ziel seien rund 450.000 statt 355.000 Fahrzeuge wie im Jahr 2009. Treiber sei die erfolgreiche Erneuerung der wichtigsten Modelle T5 und Caddy.
Beim Amarok sieht Schreiber mittelfristig ein Potenzial von 200.000 Verkäufen im Jahr. In Argentinien kann Volkswagen pro Jahr aber maximal 100.000 Fahrzeuge jährlich fertigen. Schreiber will die Produktion deshalb auch nach Deutschland holen. In Hannover könnten 40.000 Einheiten pro Jahr gebaut werden, Mitte 2012 könnte es losgehen. Bisher fertigt VWN in seinem Stammwerk den Transporter T5 und die Karosserie des Porsche Panamera.
Deutsche Bank legt für Kapitalerhöhung Bezugspreis auf 33 Euro fest
Die Deutsche Bank hat für die anstehende Kapitalerhöhung den Bezugspreis auf 33,00 Euro je Aktie, und somit am oberen Ende der angekündigten Spanne, festgesetzt. Insgesamt sollen wie angekündigt 308,6 Mio. neue Aktien platziert werden, der Brutto-Emissionserlös beträgt dann 10,2 Mrd. Euro, teilte die Bank gestern Abend in Frankfurt mit. Mit Hilfe der Kapitalerhöhung will die Bank den Mehrheitserwerb an der Postbank stemmen und angesichts der verschärften Kapitalvorschriften ihre Kapitaldecke stärken.
Über die Pläne der Deutschen Bank, mit einer Kapitalerhöhung rund 10 Mrd. Euro einzunehmen, hatte ich Ihnen bereits vor einer Woche berichtet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bank mitgeteilt, voraussichtlich 308,6 Mio. neue, auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag auszugeben und das Grundkapital um 790,1 Mio. Euro auf 2,38 Mrd. Euro zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung würde damit einem Volumen von insgesamt 49,7% des bisherigen Grundkapitals entsprechen.
Unverhoffter Geldregen für Solarkonzern Q-Cells
"Unverhoffter Geldregen bei Q-Cells" titelt aktuell das Finanzportal „financial.de" Das Solarunternehmen soll sich mit seinem chinesischen Zulieferer LDK Solar überraschend auf eine frühere Kredittilgung und neue Preise für Solarwafer geeinigt haben. Die im TecDAX notierte Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursplus von in der Spitze fast 5% auf die heute veröffentlichte Meldung.
"Es klingelt in der Kasse bei Q-Cells. Das Solarunternehmen hat sich mit seinem chinesischen Zulieferer LDK Solar überraschend auf eine frühere Kredittilgung und neue Preise für Solarwafer geeinigt. Vier Jahre früher als ursprünglich geplant wird LDK Solar sein Darlehen an Q-Cells zurückzahlen. Bis Ende 2011 werden Q-Cells damit 225 Mio. US-Dollar (170 Mio. Euro) zufließen. Bereits bis zum Ende des laufenden Jahres sind Zahlungen in Höhe von 195 Mio. US-Dollar (ca. 150 Mio. Euro) vereinbart, wobei eine erste Zahlung in Höhe von 56,2 Mio. US-Dollar (ca. 44 Mio. Euro) bereits geleistet wurde", so ist dem Bericht zu entnehmen.
"Die vorzeitige Rückzahlung des Darlehens stärkt die Liquiditätsposition und ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der langfristigen Finanzierung des Unternehmens", erklärt das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen gegenüber "financial.de". Hintergrund: Q-Cells hat zwei Wandelanleihen ausstehend, wobei im Februar 2012 die Rückzahlung einer Wandelanleihe in Höhe von 492,5 Mio. Euro ansteht.
Positiv bewertet wird am Markt auch die Einigung der Partner auf eine Anpassung der Preise für den bestehenden Liefervertrag für Solarwafer. Die Preisanpassungen für Solarwafer minderten den Druck auf das deutsche Unternehmen, sagte ein Händler. Der Liefervertrag läuft noch bis zum Jahr 2018. Für die gesamte Vertragslaufzeit gelten flexible Preise, die quartalsweise festgelegt werden und sich am Marktpreis orientieren.
Die Analysten der Commerzbank sehen in dieser vorzeitigen Rückzahlung des Darlehens einen wichtigen Schritt hin zur Refinanzierung des deutschen Solarunternehmens. Robert Schramm hob das Kursziel für Q-Cells nach Bekanntgabe der Einigung mit LDK Solar von 5,00 auf 5,80 Euro an und bestätigte seine Einstufung mit "Halten". Das damit gesunkene Volumen einer möglichen Kapitalerhöhung sollte den Unternehmenswert um 0,75 bis 0,80 Euro je Aktie steigern. Frisches Geld könnte Schramm zufolge auch durch einen Teilverkauf der Tochter Solibro in die Kassen von Q-Cells fließen. Im Gegenzug für die frühere Rückzahlung des Darlehens werde Q-Cells wohl nun etwas höhere Preise für die Wafer von LDK Solar zahlen, fuhr der Commerzbank-Experte fort. Dieser negative Effekt auf den Aktienkurs werde jedoch durch die frühere Kredittilgung ausgeglichen.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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