Insider Daily-Medienschau: Porsche und Continental
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 26. November 2008, 10:00 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir sind mal wieder in der Automobilbranche zuhause. Wie ich Ihnen bereits am Montag berichtete, wird Porsche-Vorstandschef Wendelin Wedekind heute auf einer Bilanzpressekonferenz in Stuttgart die endgültigen Jahreszahlen seines Konzerns vorlegen, einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2008/2009 geben und über den künftigen Fahrplan in Sachen Volkswagen-Übernahme informieren.
Die Stuttgarter halten aktuell 42,6 Prozent der Stammaktien von Europas größtem Autobauer und zusätzlich etwas weniger als 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung. Ob Porsche seine Anteile wie ursprünglich geplant noch in diesem Jahr auf mehr als 50 Prozent aufstockt, gilt aber noch als unklar, ist einem Bericht auf der Internetseite der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu lesen.
Porsche und das VW-Übernahme-Spektakel
Ende Oktober war der Kurs der VW-Stammaktien zeitweise über die Marke von 1000 Euro hinaus geschossen. Der Wolfsburger Autokonzern hatte damit einen Marktwert von rund 300 Mrd. Euro und wurde kurzzeitig zur teuersten Aktiengesellschaften der Welt. Zu Börsenschluss am vergangenen Freitag lag das Papier bei 365 Euro - auch das ist gemessen noch immer ein relativ hoher Wert. Gestern gehörten die VW-Papiere zu den Schlusslichtern in einem sonst sehr stabilen DAX. Die Aktie beendete den Handel mit Schlusskurs 255 Euro.
Ob Herr Wiedeking jedoch beim Ausblick auf den Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten konkrete Ziele ausgeben wird, ist wegen der Absatzkrise in der Branche offen. Porsche hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 (31. Juli) zwar durch die Beteiligung an VW den mit Abstand höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte erzielt. Doch die Krise in der Autoindustrie geht auch an dem Sportwagenbauer nicht spurlos vorbei. Der Absatz des Vorjahres von 98.652 Fahrzeugen werde laut Porsche wohl nicht erreicht.
Continental: Finanzkrise macht es Schaeffler schwer
Etwas weniger flüssig läuft es derzeit bei der Übernahme von Continental durch die Schaeffler-Gruppe. Wie ich heute morgen auf dem Portal von Boerse.ARD.de lesen konnte, erschwert die Finanzkrise die Übernahme. Die an der Abwicklung beteiligten Banken suchen angeblich verzweifelt nach Investoren für einen Teil des Conti-Aktienpakets.
40 Prozent der Conti-Aktien, die Schaeffler angedient wurden, sollen laut einer Investorenvereinbarung mit Conti weiterverkauft werden. Die Suche nach Investoren laufe auf Hochtouren. Es gebe mehrere Interessenten, sagte Jürgen Geißinger, Geschäftsführer des fränkischen Walzlagerherstellers am Dienstagabend. Offenbar verläuft die Suche nach einem Investor aber doch so schleppend, dass nun die Anteile scheibchenweise in Paketen von 10 bis 20 Prozent abgegeben werden sollen.
Und bei der Investorenauswahl will natürlich auch Continental ein Wörtchen mitzureden haben. Schließlich gehöre zu einer weiterhin erfolgreichen Arbeit des Autozulieferers auch eine gute Unternehmensführung - "und die hängt davon ab, wer der Investor ist", erklärte Conti-Aufsichtsratschef Hubertusvon Grünberg.
Ein Scheitern der Übernahme befürchtet Schaeffler-Manager Geißinger nicht. "Bis jetzt drohen keine Milliarden-Abschreibungen", sagte er. Wenn im Frühjahr die Übernahme vollzogen werde, dann "werden wir sehen, wie sich die Marktlage und die Entschuldung entwickelt". Wegen der Autokrise müsse allerdings auch Schaeffler über Investitionskürzungen und Stellenabbau nachdenken.
Derweil hat Conti seine Treue zur Gummisparte beschworen. Aufsichtsratschef von Grünberg hat angebliche Verkaufsgespräche für die Gummisparte dementiert. "Wir wollen alles zusammenhalten. Man kann doch nicht jeden Tag alles auf den Kopf stellen", sagte er an Rande einer Veranstaltung am Dienstagabend in Hannover. Zuletzt hatte Conti erklärt, angesichts der Krise und der drückenden Schuldenlast alle Optionen für die Sparte zu prüfen.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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