Insider Daily-Medienschau: Phoenix Solar und Rheinmetall
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Insiderhandel
vom 11. August 2010, 14:30 Uhr
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ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Haben auch Sie so Ihre Probleme mit dem Wort Boom". Ich kann es Ihnen gar nicht unbedingt erklären warum, aber dieser Begriff beherrscht unsere aktuelle Berichterstattung in den Wirtschaftsmedien, dass es fast schon weh tut. Solarboom, Autobranchen-Boom, Wirtschaftsboom in China - alles ist Boom. Sicher, dieses Wort bringt etwas schnell Wachsendes in nur einem Wort auf den Punkt und deshalb bedient sich die schreibende Zunft nur zu gerne dieses Wortes, ich nehme mich da nicht aus. Meine heutige Medienschau präsentierte mir heute Morgen bei meinen Recherchen auch wieder jede Menge Booms". Das erfreuliche daran: Diese Booms" liefern uns erstklassige Unternehmensergebnisse und klasse Aussichten - also lassen wir es einfach mal über uns ergehen.
Boom Nr. 1: Solarboom sorgt für Rekordergebnis bei Phoenix
Der aktuelle Nachfrageboom in der Solarstrombranche hat dem Anlagenbauer Phoenix Solar im zweiten Quartal Rekordwerte beschert. Der im TecDAX notierte Konzern handelt mit Solartechnik und errichtet und verkauft größere Anlagen. Vorzieheffekte, die durch die Kürzung der Solarförderung per Anfang Juli ausgelöst wurde, erzielte Phoenix in den Monaten April bis Juni den Angaben zufolge einen Umsatz von knapp 284 Mio. Euro. Das ist das Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts und entspricht im Vergleich zum witterungsbedingt generell schwächeren ersten Quartal einer Steigerung um 250%. Die Analystenschätzungen wurden damit um rund 30 Mio. übertroffen. Mit den gestiegenen Erlösen ging auch ein deutliches Gewinnwachstum einher. Der operative Gewinn (Ebit) vervielfachte sich noch stärker von 0,1 Mio. im Vorjahr auf 22,3 Mio. Euro. Netto verdiente der Konzern 15,9 Mio. Euro, nach 1,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Damit habe Phoenix erstmals in der Firmengeschichte bereits im ersten Halbjahr die Hälfte des geplanten Jahresumsatzes und mehr als zwei Drittel des Ebit-Ziels erreicht.
Angesichts der reduzierten Einspeisevergütung für Solarstrom geht der Vorstand allerdings für den Rest des Jahres von einem deutlich schwächeren Geschäftsverlauf aus. Nun würden Kraftwerksprojekte im Ausland abgewickelt, die zuvor wegen des Booms auf dem Heimatmarkt verschoben worden seien. Zudem gebe es Anzeichen für einen Nachfrageschub im vierten Quartal. Auch habe der bayerische Konzern mit 282 Mio. Euro - ein Plus von 55,4% - ein gutes Auftragspolster im Rücken.
Boom Nr. 2: Boom in der Automobilbranche - Rheinmetall hebt Jahresprognose an
Der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall hebt wegen der deutlich gestiegenen Automobilproduktion und der anziehenden Nachfrage aus dem Rüstungssektor seine Jahresprognose für 2010 an. Der Hersteller von Kolben und Motorblöcken sowie Panzern, Waffen und Munition will nun einen Umsatz von rund 3,9 Mrd. Euro erzielen.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll 2010 von 15 Mio. Euro im Vorjahr auf 260 Mio. bis 280 Mio. Euro steigen. Bislang hatte der Düsseldorfer MDAX-Konzern eine Umsatzsteigerung von 3,4 Mrd. auf rund 3,7 Mrd. Euro sowie ein EBIT von 220 Mio. bis 250 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Für das zweite Halbjahr rechnen die Düsseldorfer mit einer weiter positiven Entwicklung. Dabei dürfte das Umsatzwachstum im Automobilzulieferergeschäft aber unter der Rate der ersten Jahreshälfte zurückbleiben.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen ein Umsatzplus von knapp 17% auf 928 Mio. Euro. Das EBIT legte von minus 44 Mio. Euro auf plus 62 Mio. Euro zu. Unterm Strich blieben im Zeitraum von April bis Juni 38 Mio. Euro.
Rheinmetall hatte in der Branchenkrise des vergangenen Jahres Werke geschlossen sowie Tausende Stellen gestrichen. Wir ernten jetzt im Automobilgeschäft die Früchte der tief greifenden Restrukturierung des letzten Jahres", erklärte Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt bei Bekanntgabe der Zahlen.
Die zweite Säule des Konzerns, das Rüstungsgeschäft, habe sich ebenfalls als stabiler Gewinnbringer erwiesen. Deshalb plane man, sich in der Rüstungssparte auch durch Zukäufe zu verstärken. Allein durch die Akquisitionen rechnet sich das Unternehmen 2010 ein Umsatzplus von 100 Mio. Euro aus, aus eigener Kraft sollen weitere 100 Mio. Euro hinzukommen. Die übrigen 300 Mio. Euro Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr soll die Autosparte beisteuern.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.
Ihre
Cindy Bach
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