Insider Daily-Medienschau: Hypo Real Estate und Hannover Rück
Katja Kram in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 11. März 2009, 14:30 Uhr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
lesen Sie heute im zweiten Teil des Insider Daily einen spannenden Gastbeitrag von Volkmar Michler, Chefredakteur des erfolgreichen Börsendienstes Taipan. Doch zunächst möchte ich mich den aktuellen Geschehnissen widmen, die dass Anlegerherz bewegen.
Hypo Real Estate: Der Countdown läuft!
Wie in der aktuellen Onlineausgabe der "Süddeutschen Zeitung" zu lesen ist, läuft nun der Countdown für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer HRE. Bis zum 24. April 2009 muss der Rettungsplan für die Finanzholding stehen, denn an diesem Tag werden die Bilanzzahlen für das Jahr 2008 offen gelegt und der HRE-Aufsichtsrat wird über die Zukunft des Konzerns entscheiden. In Anbetracht der Tatsache, dass der Immobilienbank aus München schon wieder rund 10 Mrd. Euro Kapital benötigt, um sich über Wasser zu halten, drängt die Zeit für akzeptable Lösungsvorschläge.
Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: "In HRE-Kreisen wird mit einem Verlust in Höhe von mehreren Milliarden Euro gerechnet. Dieses Defizit müsse ausgeglichen werden, weil die HRE ansonsten nicht mehr genug Eigenkapital vorweisen könne, heißt es aus der Bank.
Gebe es bis zum 24. April keine Lösung, dann müsse der Aufsichtsrat die Großbank notfalls für überschuldet erklären. Dann drohe eine Insolvenz, ist aus HRE-Kreisen zu hören."
Regierung ist sich bei HRE noch nicht einig
In Sachen "HRE-Enteignung" ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen. Bundesfinanzministerium und Wirtschaftsministerium sind sich aktuell uneins darüber, wie die Rettung der Hypo Real Estate nun vonstatten gehen soll. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hält an den Enteignungsplänen trotz heftigsten Widerstandes des Großaktionärs Flowers fest. Er möchte nach wie vor eine Mehrheit von 90% in Staatshand bringen, um das Unternehmen nach seinen Vorstellungen umstrukturieren zu können. Ein entsprechendes Gesetz dafür wurde bereits auf den Weg gebracht und soll in diesem Monat noch verabschiedet werden.
Aber bevor es soweit ist, heißt es noch einmal "Nachbessern" und zwar aus Sicht des Wirtschafsministeriums. Wie der neue zuständige Minister Guttenberg der "Financial Times Deutschland" mitteilte, sieht er eine Möglichkeit die Enteignung der HRE-Aktionäre abzuwenden. Sein Vorschlag sieht eine "eingeschränkten Insolvenz" für Kreditinstitute vor und bedeutet, dass sich eine quasi-insolvente Bank in die Obhut des Staates begibt. Der Staat würde für die Verbindlichkeiten der Bank einstehen und im Gegenzug würden die Rechte der Eigentümer für die Zeit der "Restrukturierung" des Instituts ausgesetzt.
Hannover Rück: Keine Dividende im Verlustjahr 2008
Die Hannover Rück hat heute auf der Bilanzpressekonferenz ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert. Demnach musste das künftige DAX-Mitglied beim Konzernergebnis einen Verlust von 127 Mio. Euro hinnehmen. Das ist eine bittere Pille die der Konzern da zu schlucken hat, nachdem man in 2007 noch einen Gewinn in Höhe von 728,1 Mio. Euro erwirtschaftete.
Aber in einem Krisenjahr wie 2008 ist eben alles anders. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank in 2008 auf 148,1 Mio. nach 928 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieses Ergebnis resultierte nach Unternehmensangaben aufgrund von Abschreibungen und Verlustrealisationen aus Aktienanlagen. Eine Dividende soll, wie bereits im Oktober vergangenen Jahres bereits angekündigt, deshalb nicht ausgeschüttet werden.
Für 2009 ist man aber frohen Mutes
Wie der Konzern auf der Pressekonferenz weiter mitteilte, sei man gut in das neue Geschäftsjahr gestartet. Vorstandsvorsitzender Wilhelm Zeller sagte: "Für uns ist die Finanzmarktkrise Fluch und Segen zugleich. Nachdem die negativen Auswirkungen hinter uns liegen, können wir nun von den positiven Effekten profitieren. Wir haben eine sehr erfreuliche Vertragserneuerungsrunde zum 1.1.2009 - mit steigenden Preisen - in der Schaden-Rückversicherung erlebt, und wir können dank unserer robusten Finanzstärke die sich bietenden Geschäftschancen adäquat nutzen." Die Hannover Rück erwartet damit für 2009 ein gutes Ergebnis und rechnet damit einen Gewinn von 4,75 Euro bis 5,25 Euro Gewinn je Aktie erreichen zu können. Deshalb möchte der Konzern die Dividendenzahlung für das laufende Jahr wieder aufnehmen. Vom Nettogewinn will man dann etwa 35 bis 40% an die Aktionäre ausschütten.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch.
Ihre
Katja Kram