Insider Daily-Medienschau: GM/Opel und Hypo Real Estate
Katja Kram in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 26. August 2009, 14:30 Uhr
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man kann es drehen und wenden wie man möchte: Wir befinden uns mitten im Sommerloch! In Mexiko wurde angeblich vor geraumer Zeit einen "Alien" gefangen und in Deutschland debattiert man knapp ein Jahr später über die Richtigkeit eines längst verspeisten Festessens im Kanzleramt. Und wenn man heute die Zeitungen und Online-Medien durchstöbert, bekommt man das Gefühl, dass man die ein oder andere Nachrichten vor gut einem halben Jahr schon einmal gelesen hat. Denn Autobauer Opel hat noch immer keinen Investor und die Hypo Real Estate braucht nach wie vor Staatshilfe.
GM will Opel vorerst nicht verkaufen
In Sachen Opel sind die Neuigkeiten jedoch alles andere als von vorgestern: Im Bieterwettbewerb um den Autobauer aus Rüsselsheim kam es in den vergangenen Tagen zu einer dramatischen Wende. So hat der Mutterkonzern General Motors (GM) dem Bieterwettstreit vorerst den Wind aus den Segeln genommen, in dem dieser hat durchscheinen lassen, dass man vorerst Opel nicht zum Verkauf freigibt. Vielmehr möchte GM mit einer Entscheidung über den Verbleib von Opel bis Ende September dieses Jahres warten.
Kommt es für Opel doch anders als man denkt?
Wer bisher glaubte, dass der Deal mit dem favorisierten Investor Magna so gut wie sicher sei, wird nun eines besseren belehrt. Gestern machten bereits Gerüchte die Runde, dass General Motors das deutsche Traditionsunternehmen sogar selbst behalten könnte, da sich in Deutschland die lukrative Entwicklerschmiede für die so genannten zukunftsfähigen Autos - die General Motors dringend benötigt - befindet. Ein Spitzentreffen in Berlin von Bund und Ländern mit dem Mutterkonzern aus Detroit verdeutlicht die Brisanz der überraschenden Wendung. Allerdings kam man gestern in Berlin nur zu dem Ergebnis, dass alle Beteiligten vorerst Stillschweigen über die Verhandlungen zu wahren haben. Nur soviel lies das GM-Management durchblicken, dass "man weiterhin an einer Investorenlösung interessiert sei".
GM spielt auf Zeit
Wie auch die "ZEIT ONLINE" aktuell berichtet, will General Motors am Bieterverfahren festhalten, dennoch sei das Management damit beauftragt, eine Alternative zum Opel-Verkauf zu prüfen. Zudem spielt GM auf Zeit - Zeit, um die Vertreter von Bund und Länder davon zu überzeugen, dass der belgische Finanzinvestor RHJ International ein ebenso geeigneter Käufer für Opel sei wie Magna. Und das nicht ohne Grund. So besteht für GM die Hoffnung - im Fall des Zuschlags für den belgischen Investor RHJ -, dass man die Anteile am deutschen Autobauer nach der Sanierung eventuell wieder von diesem zurückkaufen könne. Eine entgültige Entscheidung wird aber in diesen Tagen weiter auf sich warten lassen.
Die Hypo Real Estate braucht wieder Steuergeld
Wie die Nachrichtenagentur Reuters aufgrund eines Artikels der "Bild-Zeitung" heute meldet, benötigt die staatliche Immobilienbank Hypo Real Estate schon wieder Staatshilfen in Milliardenhöhe. Das hatte das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise verlauten lassen. Demnach fehlen dem Münchener Institut bis Ende des Jahres weitere 7 Mrd. Euro. Erst im Juni dieses Jahres hatte die HRE vom Staat 3 Mrd. Euro frisches Geld im Form einer Kapitalerhöhung erhalten. Im Gegenzug stockte der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin seine Anteile auf 90% auf. Die Hypo Real Estate gehört damit mehrheitlich dem Staat. Und das, obwohl der Unternehmenswert angeblich laut einem Wertgutachten bei Null liegt.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch.
Ihre
Katja Kram