Insider Daily-Medienschau: Escada, E.ON und Conti
Katja Kram in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 12. August 2009, 14:30 Uhr
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und wieder reiht sich ein traditionsreiches deutsches Unternehmen in die Reihe der Firmenpleiten ein. Der Modekonzern Escada aus München ist zahlungsunfähig.
Escada steht vor Bankrott
Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" schreibt, hat größte Modekonzern Deutschlands in den frühen Morgenstunden verkündet, dass man noch in dieser Woche einen Insolvenzantrag stellen werde. Einen Tag zuvor war der letzte Rettungsversuch des angeschlagen Herstellers von Damenoberbekleidung gescheitert. Nur 46% der Anleihe-Gläubiger hätten das fürs Überleben notwendige Umtauschangebot angenommen. Die Gläubiger sollten auf 60% ihres Geldeinsatzes verzichten, um Escada bei der Entschuldung zu unterstützen.
Nun waren bis gestern zu wenige Anleger bereit auf ihr Geld zu verzichten und die Annahmequote von mindestens 80% konnte nicht erreicht werden. Damit konnte wiederum die geplante Bezugsrechtskapitalerhöhung in Höhe von 29,05 Mio. Euro nicht vollzogen werden, was dazu führte, dass Avalkreditlinie in Höhe von 13 Mio. Euro nicht verlängert wurde. Die Aktie des Modekonzerns büßte aufgrund der Negativschlagzeilen heute Vormittag rund 55% an Wert ein.
E.ON überrascht Analysten mit Quartalszahlen
Der Energieriese aus Düsseldorf präsentiert glänzende Zahlen für das zweite Quartal. Zwar gingen die Erlöse gegenüber dem Vergleichquartal 2008 von 18,38 Mrd. Euro auf 16,58 Mrd. Euro zurück. Das ist für den Energiekonzern kein Grund Trübsal zu blasen, denn der Konzernüberschuss konnte sich deutlich auf 1,9 Mrd. von nach 756 Mio. Euro im zweiten Quartal des Vorjahres erhöhen, nach Anteilen Dritter beträgt dieser 1,85 Mrd. Euro nach 882 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2008. Mit diesem Ergebnis übertraf E.ON die Analystenerwartungen, die lediglich 1,1 Mrd. Euro prognostiziert hatten.
Dank des guten Abschneidens im zweiten Quartal 2009 hebt E.ON seine Gesamtprognose für das laufende Jahr teilweise an. Demnach werde der bereinigte Konzernüberschuss nach Einschätzungen der Konzernleitung im laufenden Gesamtjahr um 5 bis 10% sinken, bislang ging man von Minus 10% aus. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) soll im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten werden. Der Konzern hatte in 2008 ein Ergebnis von 9,9 Mrd. Euro erwirtschaften können.
Frischer Wind in Conti's Chefetage
Das "Handelsblatt" berichtet in seiner Online-Ausgabe, dass schon im Vorfeld der heute stattfindenden Aufsichtsratssitzung klar ist, wer im Hause Conti künftig das Sagen haben wird. Elmar Degenhart soll der neue Chef bei Conti werden. Im Juli war der Großaktionär Schaeffler mit der Erneuerung der Conti-Spitze zunächst gescheitert. Doch allem Anschein nach, wird man heute wohl im gegenseitigen Einvernehmen, die Plätze in der Continental-Chefetage neu besetzen. Der ehemalige Schaeffler-Manager Elmar Degenhart soll künftig für frischen Wind in der Konzernzentrale in Hannover sorgen. Im Gegenzug muss aber der Conti-Aufsichtsrat und Schaeffler-Berater Rolf Koerfer seinen Platz freimachen. Wer dessen Amt künftig bekleiden soll, ist bisher noch nicht bekannt. Mit diesem Kompromiss soll nun der monatelange Machtkampf zwischen Conti und dem Großaktionär Schaeffler ohne größere Umschweife beendet werden.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Mittwoch.
Ihre
Katja Kram
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