Insider Daily-Medienschau: Centrotherm, Ecotec, Hochtief und Patrizia
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 25. März 2010, 14:30 Uhr
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heute ist "Zahltag" oder besser gesagt "Zahlentag". Das heißt, es wird auf Unternehmensseite abgerechnet und offengelegt, was in 2009 operativ erreicht wurde. Unter anderem präsentierten heute in aller Frühe Centrotherm, Evotec, Hochtief und die Immobiliengesellschaft Patrizia ihre Jahresergebnisse aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Und auch ein Solarzulieferer gab seine Jahreszahlen bekannt. Auf jene werfen wir nun auch zuerst unseren "prüfenden Blick".
Der Solarzulieferer Centrotherm hat wegen der schwierigen Lage der Photovoltaikbranche im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Überschuss sank um 17,4 Prozent auf 28,5 Millionen Euro, wie die im TecDax notierte Gesellschaft mitteilte. Grund waren unter anderem Abschreibungen. Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 509 Millionen Euro und lag damit am unteren Ende der Prognose des Unternehmens. Viele Solarunternehmen hatten im vergangenen Jahr lange unter einem heftigen Preisverfall gelitten und deshalb ihre Investitionen in neue Anlagen verschoben. Darunter litten natürlich auch die Zulieferer der Branche enorm. 2010 soll das aber wieder anders werden.
Der Solarzulieferer will im laufenden Jahr weiter wachsen. Das Unternehmen bestätigte sein Umsatzziel von 550 bis 580 Millionen Euro im laufenden Jahr. "Wir werden weiter expandieren, unter anderem in viel versprechende Regionen wie Indien und die arabische Halbinsel", sagte Robert M. Hartung, Sprecher des Vorstandes von centrotherm photovoltaics. Im ersten Quartal 2010 hat sich die Marktsituation nach Angaben des Unternehmens bereits deutlich verbessert. Außerdem ging ein Großauftrag aus dem arabischen Emirat Katar ein, dort wo die Sonne angeblich ja 365 Tage im Jahr scheint.
Evotec: Verluste halbiert und für 2012 schwarze Zahlen im Blick
Auch das Biotechnologie-Unternehmen Evotec konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr von Kosteneinsparungen und geringeren Forschungskosten profitieren und seinen Verlust im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte senken. Wie Evotec heute Morgen mitteilte, fiel der operative Verlust vor außergewöhnlichen Aufwendungen um 57 Prozent auf 19,6 Millionen Euro. Einschließlich der Wertberichtigungen auf risikoreiche klinische Programme sei die Kennzahl um 42 Prozent auf minus 42,3 Millionen Euro gesunken. Unter dem Strich wies die im TecDax-notierte Gesellschaft einen Nettoverlust von 45,52 Millionen Euro aus. Der Umsatz stieg auf 42,7 Millionen Euro.
Unternehmenschef Werner Lanthaler hatte Evotec bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr einen strikten Sparkurs und eine stärkere Fokussierung in der Forschung verordnet. Lanthaler rechnet 2010 mit einem Umsatzzuwachs von mindestens 15 Prozent und einer signifikanten Verbesserung des operativen Ergebnisses vor Wertberichtigungen. Schwarze Zahlen sollen spätestens 2012 erreicht werden, bestätigte der Unternehmenschef frühere Aussagen.
Hochtief: Rekordergebnis im Krisenjahr
Überraschend gut fiel das Ergebnis bei Deutschlands größtem Bauunternehmen Hochtief aus. Der Baudienstleister mit Hauptsitz in Essen konnte sein Konzernergebnis von 156,7 Millionen auf 195,2 Millionen Euro steigern. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, lag der Gewinn vor Steuern bei 600,5 Millionen Euro. 2008 hatte Hochtief hier 496,9 Millionen Euro erzielt. Für die Dividende bedeutet dies eine Anhebung um zehn Cent auf 1,50 Euro je Aktie.
Um 4,9 Prozent rückläufig war dem entgegen die Leistung, welche 2009 auf 20,56 Milliarden Euro sank. Noch deutlicher war der Rückgang beim Auftragseingang, welcher um 11,1 Prozent auf 22,47 Milliarden Euro abnahm. Positive Zahlen meldet Hochtief hingegen beim Orderbestand, der mit 35,59 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreichte. Rein rechnerisch ist das Unternehmen damit für die nächsten 21 Monate ausgelastet. Hochtief-Vorstandsvorsitzender Herbert Lütkestratkötter erklärte, dass das Unternehmen damit die selbst gesteckten Ziele übertroffen habe.
Die vorgelegten Zahlen übertrafen auch die Hochrechnungen der Analysten. Diese hatten dem Unternehmen durchschnittlich eine Leistung von 20,355 Milliarden Euro, einen Vorsteuerergebnis von 557 Millionen Euro und einen Konzerngewinn von 179 Millionen Euro zugetraut.
Auch für das laufende Geschäftsjahr gibt sich Hochtief optimistisch. Die konzerneigenen Prognosen für 2010 lassen sowohl für Vorsteuerergebnis als auch Konzerngewinn Zahlen erwarten, die etwas über den Vorjahreswerten liegen. Beim Umsatz prognostiziert das Bauunternehmen ein Niveau ähnlich dem des Vorjahres, während Auftragseingang sowie der -bestand leicht hinter den Zahlen von 2009 zurückbleiben sollen. Beim Vorsteuergewinn geht Hochtief mittelfristig von einem Anstieg auf eine Milliarde Euro aus.
Patrizia: Keine Dividende nach neuen Verlusten
Deutlich mehr Wolken am Himmel gibt es derzeit Patrizia Immobilien. Die Immobiliengesellschaft hat im vergangenen Jahr erneut rote Zahlen geschrieben und muss deshalb die Dividende streichen. Der Verlust reduzierte sich allerdings um fast drei Viertel auf 9,5 Millionen Euro, wie der Konzern in Augsburg mitteilte.
Der Vorstand sieht weitere Fortschritte: So kletterte der Umsatz um 13 Prozent auf 250 Millionen Euro. Es wurden bei leicht steigenden Preisen 657 (Vorjahr: 476) Wohnungen an private Anleger oder Selbstnutzer verkauft. Weitere 289 (2008: 722) Einheiten gingen an institutionelle Investoren, die in der Finanzkrise noch ihre Wunden lecken mussten.
In diesem Jahr rechnet das bayerische Unternehmen ohne Sondereffekte aus der Zinsabsicherung mit einer weiteren Verbesserung des Vorsteuerergebnisses, das 2009 auf 2,4 Millionen Euro stieg. Die Zinsabsicherungsgeschäfte drückten das Ergebnis 2009 noch um gut zehn Millionen Euro, 2008 waren es knapp 33 Millionen. Wegen der bereits sehr niedrigen Zinsen dürften die Derivate-Effekte dieses Jahr begrenzt bleiben, bei steigenden Zinsen würde es Gewinne geben. An Private sollen 2010 mindestens so viele Wohnungen verkauft werden wie vergangenen Jahr. Zudem werde das Interesse von Profi-Investoren, die wieder mehr Geld haben, deutlich anziehen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Handelstag.
Ihre
Cindy Bach
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