Insider Daily-Medienschau: Amazon, BMW und Münchener Rück
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Insiderhandel
vom 4. August 2010, 14:30 Uhr
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letzte Woche präsentierte Amazon die neue Generation seines E-Book-Readers Kindle. Sie ist kleiner, leichter und vor allem deutlich billiger, als der Vorgänger. Trotz zunehmender Konkurrenz durch Apples iPad griffen die Kunden massenhaft zu. Der neue Kindle ist erstmal ausverkauft. Weitere Geräte werden laut Aussage von Amazon frühestens ab September wieder ausgeliefert.
Die aktuelle Generation des Amazon Kindle ist 21% kleiner und 15% leichter als der Vorgänger und hat einen 50% besseren Kontrast. Die Displaygröße ist mit 6 Zoll gleich geblieben. Amazon verwendet für die Anzeige eine Technik namens E-Ink, die ebenso gut ablesbar sein soll wie eine Zeitung. Sie kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus und spart dadurch Strom. Der Online-Händler gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 30 Tagen an. Der integrierte Speicher wurde verdoppelt und bietet nun Platz für über 3.500 Bücher. Außerdem unterstützt der Kindle die Formate MP3 und PDF und ein WebKit-Browser ermöglicht das Surfen im Internet.
BMW fährt Rekordgewinn ein, warnt aber vor Euphorie
Die Krise im Automobilsektor scheint nun endgültig passé - BMW verdient wieder prächtig. Für das zweite Geschäftsquartal meldete der Münchner Autobauer gestern einen Vorsteuergewinn von knapp 1,3 Mrd. Euro. Das ist nach eigenen Angaben des Konzerns der höchste Vorsteuergewinn, welches das Unternehmen jemals in einem zweiten Quartal eingefahren habe.
Wir erinnern uns: Noch vor einem Jahr hatte BMW mit 151 Mio. Euro nur einen Bruchteil dessen verdient - um genau zu sein ist es eine Steigerung um 760% im Jahresvergleich. Der Umsatz wuchs um 18,3% auf 15,35 Mrd. Euro und damit schneller als der Absatz, der um 12,5% zugelegt hat. Auch der Gewinn nach Steuern übertraf mit 834 Mio. Euro im zweiten Quartal das Niveau vor der Krise. In den ersten sechs Monaten summiert sich der Umsatz bei BMW auf rund 27,8 Mrd. Euro. Der Gewinn betrug vor Steuern 1,8 Mrd. Euro, nach Steuern 1,158 Mrd. Euro.
"Wir blicken auf ein außerordentlich starkes zweites Quartal zurück", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner, warnte aber gleichzeitig vor verfrühter Euphorie. Die Aussichten seien zwar gut, die aktuelle Entwicklung könne man aber nicht einfach linear fortschreiben. Juli und August seien immer etwas schwächere Monate, zudem kämen im zweiten Halbjahr Kosten durch die Einführung neuer Modelle auf das Unternehmen zu, und auch beim aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung müsse man noch sehen, wie nachhaltig er sei.
Dennoch bestätigte BMW seine kürzlich erhöhte Prognose, im laufenden Jahr mehr als 1,4 Mio. Fahrzeuge verkaufen und im Autosegment eine operative Marge von 5% erreichen zu wollen. Eine eher zurückhaltende Prognose, doch Konzernchef Norbert Reithofer formuliert seine Vorsicht wie folgt: "Wir sind unseren Profitabilitätszielen für 2012 einen großen Schritt näher gekommen." Das Kerngeschäft des Konzerns profitierte neben den steigenden Absätzen auch davon, dass BMW teurere Autos verkaufte und weniger Rabatte gewähren musste. Zudem habe man die Kostenstruktur nachhaltig verbessert.
Für weiteres Absatzwachstum will sich BMW nicht nur auf China verlassen, wo das Unternehmen im ersten Halbjahr seine Verkäufe verdoppelt hat. Durch neue Modelle würden sich die Absatzschwerpunkte im zweiten Halbjahr sogar eher nach Europa und in die USA verlagern. Reithofer sagte, man strebe eine ausgewogene Volumenverteilung zwischen den Regionen an.
An der Börse kamen die BMW-Zahlen blendend an. Mit Zuwächsen von zeitweise mehr als 4% lagen die Aktien des Autobauers gestern mit an der Spitze im DAX. Heute gaben die Papiere wieder leicht um 0,3% nach.
Münchener Rück trotz zahlreicher Katastrophen auf Kurs
Auch der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sieht sich aktuellen Presseberichten zufolge trotz zahlreicher Katastrophen im ersten Halbjahr auf Kurs zu seinem Jahresziel. Wir wollen 2010 einen Gewinn von über 2 Mrd. Euro erwirtschaften", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bei der Vorlage der Halbjahresbilanz in München. Das bleibt ambitioniert, ist aber zu schaffen."
Trotz immenser Belastungen durch das Erdbeben in Chile und den Untergang der Bohrinsel im Golf von Mexiko erwirtschaftete die Münchener Rück in den ersten sechs Monaten einen Überschuss von 1,2 Mrd. Euro nach 1,1 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Überraschend gute Geschäfte an den Finanzmärkten glichen die Belastungen aus. Insgesamt sprang das Kapitalanlageergebnis um 43% auf 5,1 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal betrug der Zuwachs zwar lediglich ein Fünftel. Analysten hatten jedoch mit weit weniger gerechnet.
Auch für das Gesamtjahr gab sich der Vorstand wieder etwas optimistischer. Die Kapitalanlagen sollen jetzt eine Rendite gut 4% einbringen - zuletzt war diese Schwelle noch außer Sicht gewesen.
Außergewöhnlich schwer lasteten die Katastrophen auf dem Ergebnis. Alleine für die Schäden durch das Erdbeben in Chile Ende Februar hat die Münchener Rück knapp 1 Mrd. US-Dollar veranschlagen müssen. Damit sei die Naturkatastrophe für das Unternehmen der größte Schaden seiner Geschichte - hinter dem Anschlag auf das World Trade Center 2001 und dem Wirbelsturm Katrina 2005. Auch der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April dürfte die Munich Re den Angaben zufolge mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten. Die genaue Höhe sei noch immer nicht verlässlich absehbar, hieß es.
Die deutschen Konzerne liefern ab. So kann es weiter gehen. Morgen gibt es wie bereits am Montag angekündigt u.a. Zahlen von Balda, Beiersdorf, Commerzbank, Telekom, Drägerwerk, Nordex und Rhön-Klinikum.
Ich wünsche Ihnen einen guten Handelstag.
Ihre
Cindy Bach
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