Insider Daily-Medienschau: Allianz und Dt. Telekom
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 12. Mai 2010, 14:30 Uhr
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wie erwartet war die Freude über das beschlossene EU-Hilfspaket nicht wirklich von langer Dauer. Nach den Rekordgewinnen von Montag eröffneten die europäischen Aktienmärkte gestern bereits wieder mit Abschlägen. Es verloren vor allem Bankaktien. Diese hatten am Montag am deutlichsten von dem Rettungspaket profitiert. (Lesen Sie dazu auch den nachfolgenden Kommentar von Jürgen Schmitt vom AKTIEN-MONITOR).
Auch der Euro verabschiedete sich wieder von der 1,30 Dollar-Marke und gab deutlich auf 1,2667 Dollar nach. "Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone ist weiterhin vorhanden", kommentierte Thomas Amend, Devisenexperte beim Bankhaus HSBC Trinkaus, diese Entwicklung.
Heute konnte sich der deutsche Leitindex im frühen Handel allerdings wieder erholen. 0,7 Prozent gewinnt der DAX und steigt auf 6.080 Punkte. Gestützt wird der Blue-Chip-Index dabei vor allem von Käufen der beiden Aktienschwergewichte Allianz und Deutsche Telekom nach deren Quartalszahlen.
FAZ: Allianz verdient 1,6 Mrd. Euro im ersten Quartal
In der Frankfurter Allgemeine Zeitung lese ich heute: "Europas größter Versicherer Allianz hat im ersten Quartal von einem starken Geschäft mit Leben- und Krankenversicherungen und einer Erholung der Finanzmärkte profitiert. Unter dem Strich stieg der Gewinn von 29 Mio. Euro im Vorjahr auf knapp 1,6 Mrd. Euro, teilte die Allianz in München mit.
Damit verdiente der Konzern deutlich mehr als von Experten erwartet. Bei den Sparten zog vor allem der Überschuss in der Leben- und Krankensparte an. Die Allianz hatte bereits in der vergangenen Woche Eckdaten für das erste Quartal vorgelegt. Demnach stieg der operative Gewinn von 1,4 Euro auf 1,7 Mrd. Euro und der Umsatz legte um rund 10 Prozent auf 30,6 Mrd. Euro zu."
Der deutliche Gewinnsprung sorgt für Wohlwollen unter Anlegern und Analysten. Die Aktie legt heute im frühen Handel um gut 2,7 Prozent auf 84,47 Euro zu. Die Schar der Analysten bestätigte ihre Kursziele, die in einer Range von 92 Euro bis 98 Euro liegen.
Financial Times Deutschland: Deutsche Telekom fängt sich
Die Financial Times Deutschland schreibt: "Die Deutsche Telekom hat zum Jahresauftakt wieder schwarze Zahlen geschrieben. Im ersten Quartal wurden 767 Mio. Euro Überschuss erzielt nach 1,1 Mrd. Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, teilte der Bonner Konzern am Mittwoch mit.
Seinerzeit hatten die Deutsche Telekom vor allem Abschreibungen von 1,8 Mrd. Euro auf die britische Mobilfunktochter T-Mobile UK belastet. Der Umsatz sank um 0,6 Prozent auf 15,8 Mrd. Euro. Analysten hatten mit 15,6 Mrd. Euro Umsatz und 652 Mio. Euro Überschuss gerechnet.
,Es ist ein guter Start für uns in das Jahr 2010´, sagte Konzernchef René Obermann . Das operative Geschäft habe sich stabilisiert, zugleich sei die neue Strategie vorangetrieben worden. Im Mittelpunkt steht das Internet- und IT-Service-Geschäft. Initiativen wie elektronische Gesundheitsfürsorge, neue Webgeschäfte oder intelligente Stromnetze sollen laut Obermann bis zum Geschäftsjahr 2015 mit rund 30 Mrd. Euro knapp Hälfte des Konzernumsatzes ausmachen. Derzeit stehen diese Angebote nur für ein Viertel der Erlöse.
Der Vorstand bestätigte die Prognose für das laufende Jahr: Bei einem Free Cash-Flow von 6,2 Mrd. Euro werde ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von etwa 20 Mrd. Euro erwartet. Allerdings werde das am 1. April gestartete Gemeinschaftsunternehmen zwischen T-Mobile UK und der France-Telecom -Tochter Orange UK das bereinigte Ebitda 2010 mit 0,4 Mrd. bis 0,5 Mrd. Euro belasten. In den ersten drei Monaten lag das bereinigte Ebitda bei rund 4,9 Mrd. Euro nach 4,8 Mrd. Euro im Vorjahresquartal.
Vor allem im Heimatmarkt Deutschland läuft es für den Telekomkonzern noch nicht rund: Der Umsatz fiel im ersten Quartal um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 6,2 Mrd. Euro. Allerdings waren die Erlöse ein Jahr zuvor noch um 4,6 Prozent gesunken. Das bereinigte Ebitda in Deutschland ging um 2,7 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro zurück."
Die Experten Der Aktionär halten die Telekom-Aktie trotz der eingeleiteten Trendwende nach wie vor nicht für attraktiv. In ihrer aktuellen Empfehlung schreiben sie: "Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 18 Prozent an Wert verloren. Mittlerweile ist nicht nur die wichtige Marke von 10 Euro in weite Ferne gerückt, die Aktie notiert sogar auf dem niedrigsten Stand seit August 2009. Natürlich lassen sich die fallenden Notierungen auf die Gesamtmarktschwäche zurückführen, aber bereits zuvor gehörte die Aktie nicht zu den Outperformern. Kein Wunder: Die Geschäfte im Ausland kommen nicht so recht in Schwung und die neue „Strategie 2.0" mit einer Ausweitung der Geschäftsbereiche mobiles Internet, Breit band oder Cloud Computing ist eher eine notwendige Konsequenz als eine bahnbrechende Neuausrichtung. Fazit: Auch auf dem ermäßigten Niveau drängt sich ein Einstieg in den schwerfälligen Telekom-Giganten nicht auf."
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach
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