Innerer Markt verbessert sich
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 12. Juli 2010, 17:00 Uhr
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hoffentlich haben Sie ein angenehmes und nicht zu hitziges Wochenende im Schatten verbracht. Nach dem Ende der Fußball WM werden sich jetzt auch wieder verstärkt die Blicke der Anleger auf die Börse richten. Die beginnende Woche wird unsere gesamte Aufmerksamkeit absorbieren, denn nun beginnt die wichtige Quartalssaison in den USA, in der die Unternehmen über das hinter uns liegende zweite Quartal berichten. Viel wichtiger als die Resultate des zweiten Quartals und des ersten Halbjahres 2010 wird aber wie immer der Ausblick der Geschäftsleitung auf die nähere Zukunft sein. Hier erwarten die Investoren wichtige Rückschlüsse auf die Gewinnaussichten der Firma im Jahresverlauf, aber auch auf das Wohlbefinden ganzer Industriesektoren und der allgemeinen Konjunktur. Einen Vorgeschmack von deutscher Seite gab es heute bereits bei zwei Nebenwerten. Centrosolar hob die Erwartungen des künftigen Geschäftsverlaufs an und haussierte um etwa 15 %. Kontron hingegen berichtete heute, dass wegen drohender Forderungsausfälle bei Kunden in Malaysia und Taiwan bilanzielle Rückstellungen von 34 Millionen Euro gebildet werden müssen, was die Aktie um etwa 16 % nach unten zog.
Lage besser als die Stimmung?
In der vergangene Woche konnten sich die deutschen Börsen (und auch die meisten internationalen) auf sehr wichtigen charttechnischen Unterstützungen halten und dann sogar eine Gegenbewegung starten, die mit Sicherheit sehr viele Leerverkäufer und andere Pessimisten auf dem falschen Fuß erwischt hat. Denn typischerweise ohne Vorwarnung oder nachvollziehbaren Anlass zogen die Kurse vier Tage in Folge an. Mal wieder wurde deutlich, dass man sich an der Börse viel stärker auf das Ergebnis zwischen Angebot und Nachfrage konzentrieren sollte als auf die äußeren Charts. Ich bin auf alle Fälle gespannt, ob wir nun wirklich den von den meisten herkömmlichen Charttechnikern avisierten Ausverkauf wegen der angeblichen Schulter-Kopf-Schulter-Formation sehen. Einer meiner bevorzugten Indikatoren des inneren Marktes" spricht seit etwa 10 Tagen (also bereits vor der Kurserholung) eine ganz andere Sprache und deutet auf eine kurzfristige Erholung der Märkte und eine Beibehaltung des übergeordneten Seitwärtstrends. Ich spreche vom kleinen Bruder" des hier häufig gezeigten inneren Marktes", den Index der Titel, die oberhalb ihrer 50-Tage-Linie handeln. Dieser ist viel flexibler und dynamischer als der Hauptindikator und bei korrekter Anwendung eine treffsichere und objektive Entscheidungsgrundlage für Trader.
Gut erkennt man, in welch kurzer Zeit sich der Index seit April von 88 auf 10 % verminderte, als die großen Indizes korrigierten. Heute handeln bereits wieder 40 % der an der NYSE gehandelten Titel oberhalb ihrer wichtigen 50-Tage-Linie -und deren Anzahl steigt deutlich. Bildet sich auf einem Niveau von 30 % oder weniger wie aktuell eine neue X-Spalte, liegt ein objektives Kaufsignal vor. Natürlich gibt es keine Hinweise auf ein Kursziel oder die zeitliche Ausdehnung der Erholung, aber aus zyklischen Gründen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für einen Angriff der Bullen. Beachten Sie bitte, wie häufig sich in den vergangenen Monaten auf relativ geringem Kursniveau positive X-Spalten bildeten, obwohl wir uns übergeordnet in einem Seitwärtstrend befinden. Da sich aktuell die Anzahl der Aktien, die ihre wichtige 50-Tage-Linie überwinden, schnell erhöht, rechne ich nicht damit, dass die Indizes ihre Seitwärtszone nach unten auflösen und durchfallen".
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