Initiativen zur Reduzierung der deutschen Staatsschulden
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Erinnern Sie sich? Vor ziemlich genau einem Jahr beschäftigte ich mich mit der Tilgungsinitiative ( www.hurrawirtilgen.de ) von Professor Jochen Hörisch und Dr. Alexander Dill. Herr Hörisch machte ja damit auf sich aufmerksam, dass er 20 Prozent seines Barvermögens zur Tilgung der Staatsschuld der Bundeskasse zukommen ließ.
Spendenkonto zur Reduzierung der Bundessschuld
Immerhin hat Bundesfinanzminister Schäuble der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge schon vor zwei Jahren bei der Bundesbank Leipzig (Konto-Nr. 86 001 030 BLZ 86 000 000) ein Konto einrichten lassen. Darauf können Gelder zur Reduzierung der Bundesschulden eingezahlt werden. Im Jahr 2010 flossen immerhin 110771,45 Euro auf dieses Sonderkonto. SAP-Mitgründer Hopp stemmte übrigens den Löwenanteil. Er überwies der FAZ zufolge mehr als 100000 Euro. Damit zahlte er die statistischen Staatsschulden für sich, seine Frau und die beiden Kinder zurück. Zur Erinnerung, pro Kopf beträgt die Staatsverschuldung Deutschlands um die 25000 Euro.
Eher kärgliche Tilgungsmoral in 2011
Laut FAZ sollen im Jahr 2011 insgesamt 55 tilgungswillige" Bürger knapp 25000 Euro auf das Tilgungskonto eingezahlt haben. Von der Summe her also deutlich weniger also als 2010. Das mag aber wohl auch daran liegen, dass das Konto nicht aktiv beworben wird, es keine namentliche Würdigung oder ein Dankesschreiben gibt. Ferner erhalten die Tilger auch keine Einzahlungsbestätigungen. Und des weiteren gibt es auch keine Spendenbestätigung. Angeblich handle es sich um eine freiwillige Geldleistung". Diese werde nicht als gemeinnützig anerkannt und könne folglich auch nicht beim Finanzamt geltend gemacht werden. Eine reine freiwillige Geldleistung passe eben nicht in die Systematik des § 52 der Abgabenordnung, so die Finanzverwaltung.
Thüringer Nachahmer
Wie auch immer, davon ließen sich aber die Thüringer nicht abschrecken. Anfang des Jahres 2012 eröffnete der gestrigen Ausgabe der FAZ zufolge auch die Thüringer Landesregierung (Schuldenstand Thüringen: 16,2 Milliarden Euro) in Erfurt ein Konto zur Reduzierung der Thüringer Staatsverschuldung. Alle Freunde des Freistaats können auf dieses Konto freiwillig Geld einzahlen. Die Einnahmen seien zweckgerichtet. Die Idee zu diesem Vorhaben stammt übrigens von der FDP Thüringens. Immerhin war es aber der Grüne Haushaltspolitiker Meyer, der als erster 170 Euro auf das Konto (Nr. 82001553 BLZ 82000000) einzahlte. Freilich mit dem Hintergedanken, die Liberalen unter Zugzwang" zu setzen.
Letztlich bleibt aber abzuwarten, ob die diversen deutschen Tilgungsinitiativen weiter ein Schattendasein fristen werden. Ich werde Sie, werte Leser, über diese spannenden Projekte weiter in unregelmäßigen Abständen auf dem Laufenden halten.
Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Überraschung zu vermelden...
Zum zweiten Teil von: Das neue Südafrika scheint zu funktionieren
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Livia (18.01. 2012 08:47 Uhr):
Eine richtige Überraschung wäre, wenn einer der internationalen Bankbesitzer / Spitzenmanager, der sich an den Zinsen dumm und dämlich verdient oder ein Politiker da einzahlt! Aber das wird wohl nicht geschehen - eher geht das berühmte Kamel durch das Nadelöhr! Aber auch daß man dafür keine Spendenbescheinigung bekommt, ist ein Zeichen dafür, daß es unseren Politikern garnicht daran liegt. von den Schulden runter zu kommen! Denn dann könnten die Steuerzahler ja in größerem Umfang mitbestimmen, wozu ihr Geld verwendet wird! Stelle man sich mal vor, jeder Steuerzahler spendet die größtmöglich für ihn abzugsfähige Spendensumme auf ein solches Konto! Wieviel weniger Geld hätten dann unsere Politiker übrig für unsinnige Kriegseinsätze, blödsinnige Kampangnen, Geldgeschenke ins Ausland, überflüssige Baumaßnahmen, Zahlungen in die EU und letztlich Diätenerhöhungen? Man kann ja mal theoretisch durchrechnen, wie lange die Bürger das machen müßten, um von den Schulden runter zu kommen! Ein kleiner Anfang wäre es ja vielleicht, wenn alle Spenden an die im Bundestag vertretenen Parteien auf so ein Konto durchgereicht werden würden!
Antworten - Kommentar von Lutz Pansegrau (18.01. 2012 09:08 Uhr):
Sagt mal seid Ihr alle noch zu retten im Heimatland. Von dieser Aktion "Rettet Deutschland" wusste ich bisher nichts. Bund und Länder können doch nicht einfach über Ihre Vehältnisse leben und anschliessend kommen und sagen: "Helft uns unsere Schulden zu tilgen". Alles was Bund und Länder benötigen sollte ausschliesslich aus dem Staatssäckel beglichen werden. Der Bundes-Rechnungshof hat leider seine Aufgaben nur unzureichend wahrgenommen und versäumt die Ausgaben zu überwachen und unterlassen frühzeitig gegenzusteuern. Schlimmer zudem, dass diejenigen, willens einzuzahlen, weder Würdigungen noch Quittungen erhalten für ihre Leistung. Und dann noch: "Eine reine freiwillige Geldleistung passe eben nicht in die Systematik des 52 der Abgabenordnung, so die Finanzverwaltung". Na, da hört sich aber alles auf. Lutz Pansegrau
Antworten - Kommentar von Stefan Koch (18.01. 2012 09:22 Uhr):
Eigentlich peinlich, dass selbst solche Professoren das Geldsystem noch nicht verstanden haben und somit nicht wissen, dass Geld = Schuld ist. Das ist elementares Wissen, welches eigentlich schon in der Grundschule gelehrt werden sollte. Würde aber zur Revolution führen. Wenn Schulden zurückgezahlt werden, ist es auch das Ende dieses Geldsystems. Keine Schulden, kein Geld. So einfach ist die Rechnung.
Antworten- Antwort von frederic (18.01. 2012 11:55 Uhr):
Sicher ist der Professor nicht ganz Dicht. Dem Staat Geld zu geben ist Falsch,den der hat noch nie gelernt damit vernünftig umzugehen. Der Staat muss gezwungen werden Schulden abzubauen und nicht auf Schulden immer NEUE Schulden aufzuladen und ich denke die sind niemals zur Schule gegangen, sonst müssten sie wissen das die Schuldzinsen so in Astronomische Hohen klettern die sie nie mehr zurückzahlen können, so machen sie ganze Generationen ARM. Zudem müsste auch der Bürger einmal wieder lernen nicht immer alles vom Staat zu verlangen, sondern wieder EIGENVERANTWORTUNG zu übernehmen und nicht nur auf Almosen vom Staat zu warten. Der Bürger hat leider nicht begriffen das er nur noch Verwaltet wird und mit Gesetzen, Verboten,Geboten und Vorschriften gelenkt wird. Wenn ihr ALLE das nicht begreift, werdet ihr miteinander den Bach runter gehen.
- Antwort von frederic (18.01. 2012 11:55 Uhr):