Inflationsgefahr in Deutschland

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Die Löhne in Deutschland steigen kräftig, und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren wohl so fortsetzen", schreibt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank in der Montagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Was für Lohnsteigerungen spricht

Laut Bielmeier seien es gleich mehrere Faktoren, die für diesen möglichen Trend sprechen. Zum einen sehen die Gewerkschaften Nachholbedarf, nachdem die deutsche Wirtschaft so gut aus der Krise gekommen sei. Die lange Phase der Lohnzurückhaltung solle nun endgültig vorbei sein. Hinzu komme, dass sich das politische Klima im Lande verändert habe. Es gebe massiven internationalen Druck, die deutsche Binnenwirtschaft anzukurbeln und so die hohen Handelsbilanzüberschüsse allmählich abzubauen. Der relativ hohe Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst setze insofern ein klares Zeichen.


EZB vor immensen Problemen

Im übrigen scheine laut Bielmeier der deutsche Arbeitsmarkt von der krisenartigen Entwicklung in einigen Euro-Ländern völlig abgeschottet zu sein. Gerade die EZB dürfte aber angesichts des Auseinanderklaffens der wirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern der Euro-Zone vor immensen Problemen stehen. Zur Sicherung der Preisstabilität könne die EZB auf starke konjunkturelle Abweichungen in einzelnen Mitgliedsländern keine Rücksicht nehmen. Ihre Politik müsse sich an der Mehrheit bzw. dem gewichteten Mittelwert ausrichten.

Inflationsgefahr in Deutschland

Es bestehe Herrn Bielmeier zufolge die Gefahr, dass sich in Deutschland eine inflationäre Entwicklung aufbaue. Diese könne geldpolitisch nicht bekämpft werden. Wegen der extrem expansiven Geldpolitik der EZB scheine diese Gefahr sogar noch größer zu sein als in früheren Jahren. Fakt sei jedenfalls, dass der Realzins sowohl am kurzen wie auch am langen Ende deutlich im negativen Bereich liege. Und der Chefvolkswirt prognostiziert auch für die kommenden Jahre sowohl bei geldmarktnahen Anlagen wie auch bei niedrig verzinsten Staatsanleihen reale Verluste.

Ja, am Ende wird wohl der biedere deutsche Sparbuch-Sparer die Zeche bezahlen müssen. Einzig fraglich bleibt, wie viel reale Kaufkraft den deutschen Kleinsparern nach dieser Durststrecke noch erhalten bleiben wird. Gut möglich, dass uns viele harte Auszehrungsjahre mit negativer Realverzinsung bevorstehen werden. Momentan lautet der massenmediale Slogan ja noch Arm durch Arbeit". Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass es irgendwann Arm durch Inflation" heißen wird.

Und da wären wir wieder bei den Edelmetallen. Eine lange Phase negativer Realverzinsung wäre wohl wahrlich ein fast schon paradiesisches Umfeld" für die Preisentwicklung von Gold und Silber. Aktuell liegt der Goldpreis ja im Bereich um 1660 US-Dollar. Silber kostet um die 31 US-Dollar. Eine Unze Krügerrand gibt es für 1285 Euro; die Unze des Wiener Silberphilharmonikers kostet 26,7 Euro.

Gut möglich, dass wir uns in einigen Jahren an diese Preise zurückerinnern" werden und als absolute Schnäppchen bezeichnen werden....

Zum zweiten Teil von: Ein Markt voller Hochstapler

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