Inflation wie und wieso?!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 18. Juni 2007 20:45 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
in Anlehnung an den am Donnerstag der vergangenen Woche veröffentlichten ersten Teil des Diskurses „Gold contra Fiat Money“ erfolgt heute die Veröffentlichung von Teil 2.
Rückblick: Sie mögen sich erinnern, in Teil 1 habe ich die verschiedenen Definitionsansätze zur Bestimmung einer Inflationsrate genannt. Anhand des Beispiels Europa zeigte das Ergebnis mit Hilfe der klassischen Definition eine wesentlich höhere Inflationsrate als offiziell verlautet und ursprünglich angenommen. Dies gilt ebenso in Bezug auf die USA, wie der Ökonom John Williams aufzeigt.
Heute möchte ich mich der Thematik zuwenden, wie Inflation entsteht und warum…
Gewisse Zusammenhänge führen zur Inflation
Zunächst muss man sich damit auseinandersetzen inwiefern Regierung, Zentralbank und Banken eines Landes im Hinblick auf die vorstehende Thematik zusammenhängen.
Beginnen wir einmal beim Staat. Ein Staat gibt grundsätzlich Geld aus. „Dafür ist er ja auch da“, denkt der Bürger, „sonst zahl ich keine Steuern mehr.“
Meist allerdings geben Regierungen gerne mehr Geld aus, als ihnen eigentlich zur Verfügung steht, sei es nun für den Sozialstaat, den Rüstungsetat oder die Verwaltung bestimmt.
Zu diesem Zweck leiht sich der Staat Geld bei den Banken. Im Gegenzug übergibt er ihnen Schuldverschreibungen in Form von Anleihen, Obligationen, Schatzbriefen oder ähnlichem.
Die Banken selbst schütteln ja das Geld nun auch nicht von den Bäumen und wenden sich schließlich an die Zentralbank von der sie die benötigte Geldmenge ausleihen. Im Gegenzug hinterlegen sie nun bei der Zentralbank die vom Staat ausgestellten Schuldverschreibungen.
Und was macht nun die Zentralbank? Das wofür sie da ist…nämlich Geld drucken um es den Banken und damit dem Staat zur Verfügung zu stellen.
Da die Währung allerdings nicht mehr Gold gedeckt ist, zaubert sie die bunten Papierchen praktisch aus dem Hut hervor. Ein gelungener Trick.
Aber welcher konkrete Wert steht denn nun eigentlich hinter der Vermehrung der Geldmenge? Einfach ausgedrückt : Das Versprechen von Politikern.
Ehrlich gesagt, ich bekomme dabei Zahnschmerzen wenn Politiker versprechen die Staatsverschuldung abzubauen, aber gleichzeitig im Hinblick auf die bevorstehende Wiederwahl alle möglichen „kariösen Bonbons“ an die Wähler verteilen.
Bonbons die selten einer Investition gleich kommen, aber meist einer lediglichen Mehrausgabe und deren Konsequenz eigentlich ein Zahnarztbesuch sein müsste.
Doch dem Staat werden die kariösen Zähne nie gezogen, sondern faulen eigentlich nur immer weiter vor sich hin, denn die Zentralbanken, ganz im Sinne dieses herrlichen Kreislaufs der Zusammenhänge, forcieren auch noch die Einnahme der Bonbons.
Oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Staat seine Schulden zurückgezahlt hätte?!
Eigentlich ist ja wohl eher das Gegenteil der Fall, denn so eine inflationäre Geldpolitik kann durchaus verführerisch wirken.
Dadurch, dass der Staat sowieso ständig über seine Verhältnisse lebt und durch die Geldmengenvermehrung die Kaufkraft abschwächt ist es dem Durchschnittpolitiker ein Leichtes dem Wähler immer wieder kleine Bröckchen vorzuwerfen, die dieser auch zu gerne dann noch schluckt.
Ob Rentenerhöhung oder doch lieber ein wenig mehr für den Nachwuchs …alles kostet den Staat eine große Summe, für den Einzelnen bleibt meist nicht mehr als ein Tröpfchen auf den heißen Stein. Und bei der dadurch forcierten realen Abwertung des Geldes im Endeffekt sogar noch viel weniger.
Aber was tut man nicht alles um nach Berlin oder sonst wohin zu ziehen und der Erhöhung seines eigenen Lebensstandards ein wenig behilflich zu sein!
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