Inflation UND Deflation Teil 2
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. August 2008, 20:00 Uhr
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Ehrlich gesagt, ich bekomme dabei Zahnschmerzen wenn Politiker versprechen die Staatsverschuldung abzubauen, aber gleichzeitig im Hinblick auf bevorstehende Wahlen alle möglichen kariösen Bonbons" an die Wähler verteilen.
Bonbons die selten einer Investition gleich kommen, aber meist einer lediglichen Mehrausgabe und deren Konsequenz eigentlich ein Zahnarztbesuch sein müsste.
Doch dem Staat werden die kariösen Zähne nie gezogen, sondern faulen eigentlich nur immer weiter vor sich hin, denn die Zentralbanken, ganz im Sinne dieses herrlichen Kreislaufs der Zusammenhänge, forcieren auch noch die Einnahme der Bonbons.
Oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Staat seine Schulden zurückgezahlt hätte?!
Eigentlich ist ja wohl eher das Gegenteil der Fall, denn so eine inflationäre Geldpolitik kann durchaus verführerisch wirken.
Dadurch, dass der Staat sowieso ständig über seine Verhältnisse lebt und durch die Geldmengenvermehrung die Kaufkraft abschwächt ist es dem Durchschnittpolitiker ein Leichtes dem Wähler immer wieder kleine Bröckchen vorzuwerfen, die dieser auch zu gerne dann noch schluckt.
Ob Rentenerhöhung oder doch lieber ein wenig mehr für den Nachwuchs ...alles kostet den Staat eine große Summe, für den Einzelnen bleibt meist nicht mehr als ein Tröpfchen auf den heißen Stein. Und bei der dadurch forcierten realen Abwertung des Geldes im Endeffekt sogar noch viel weniger.
Das Endergebnis jedenfalls bleibt das gleiche: der Staat lebt über seine Verhältnisse, ob er nun den Staatshaushalt in die Rüstung steckt oder den Sozialstaat ist dabei jedenfalls egal.
Aber nicht nur der Staat lebt über seine Verhältnisse. Auch andere tun das und mehr noch müssen das tun, denn das ist das Ziel dieser Politik:
...die imaginäre Stimulation der Wirtschaft
So lange der Rubel rollt, scheint es da egal zu sein, dass er nur auf Pump rollt. Vergessen oder besser gesagt verdrängt wurde auch lange die Rückzahlung der Kredite.
Aber ein Aufschwung muss stimuliert werden. Zu diesem Zweck werden dann Kredite vergeben. Zunächst einmal an die Unternehmen, gefährlicher wird es dann wenn die Kreditschuld schlussendlich beim Konsumenten landet. Doch davon morgen mehr.
Jedenfalls können es sich weder Staat noch Zentralbank erlauben, dass jemand aus diesem System aussteigt. Denn das Schmieröl eines konjunkturellen Aufschwungs in diesem Szenario ist die Weiterverteilung der Kredite.
Ein guter Grund übrigens dafür, dass die FED ihr Notfallkreditsystem bis ins kommende Jahr ausgeweitet hat. Banken solle schließlich gefälligst das tun wofür sie da sind: Kredite vergeben, auf dass die Wirtschaft wieder anspringt und miteinander handeln.
So long liebe Leser...doch greifen wir nicht zu weit nach vorne. Zunächst einmal sind wir an dem Punkt angelangt, warum das inflationäre System forciert wird/wurde. Morgen geht's dann weiter damit was passiert wenn die Kreditschuld beim Konsumenten ankommt und warum es schließlich zum deflationären Knall in einigen Bereichen gekommen ist...bis morgen
Ihre Miriam Kraus