Inflation UND Deflation ?!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. August 2008, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
gestern haben wir uns ein wenig den Definitionen und Methoden zur Messung der Inflation beschäftigt. Inflation ist ein aktuelles Thema, niemand kann gegenwärtig ernsthaft die Ausweitung der Konsumentenpreisinflation in Frage stellen.
Doch, dass aktuell die Inflation so hoch ist, dass sich auch Politik und Notenbanken Sorgen machen - und nicht nur der Bürger, der den Verlust seiner Kaufkraft meist im Vorfeld schon fühlt" - liegt an einem Prozess, dessen Beginn nicht heute sondern in der Vergangenheit zu suchen ist. Ein Prozess, der gerade auf ein inflationäres Szenario zusteuert, wobei alle Teilnehmer sich praktisch in einem euphorischen Rauschzustand befinden, oder befunden haben.
Dass das Stichwort Inflation mittlerweile stark an Bedeutung gewonnen hat ist keine Überraschung, doch inzwischen taucht verstärkt ein weiteres Stichwort auf: die Deflation.
Wie kann das sein? Inflation UND Deflation, mag man sich fragen, schließt sich das nicht gegenseitig aus?
Nun, es mag seltsam klingen, aber ich sage ganz vorsichtig: nicht unbedingt. Während wir nicht nur in den USA gegenwärtig steigende Konsumentenpreise haben, sinken stattdessen beispielsweise die Immobilienpreise. Zwei unterschiedliche Symptome, die auf beide unterschiedliche Krankheiten hindeuten.
Ich möchte es einmal so ausdrücken: das inflationäre System, dass über Jahre hinweg forciert wurde, hat nun in einigen Teilen zu einem - ich sage einmal - deflationären Knall geführt.
Um diese These zu untermauern, möchte ich mich heute und morgen unter der Titel Inflation UND Deflation" damit beschäftigen wie der inflationäre Prozess stattfand/findet, wer ihn forciert und warum es dann zu einem deflationären Knall kommt.
Legen wir los...
Gewisse Zusammenhänge führen zur Inflation
Zunächst muss man sich damit auseinandersetzen inwiefern Regierung, Zentralbank und Banken eines Landes im Hinblick auf die vorstehende Thematik zusammenhängen.
Beginnen wir einmal beim Staat. Ein Staat gibt grundsätzlich Geld aus. Dafür ist er ja auch da", denkt der Bürger, sonst zahl ich keine Steuern mehr."
Meist allerdings geben Regierungen gerne mehr Geld aus, als ihnen eigentlich zur Verfügung steht, sei es nun für den Sozialstaat, den Rüstungsetat oder die Verwaltung bestimmt.
Zu diesem Zweck leiht sich der Staat Geld bei den Banken oder dem Bürger. Im Gegenzug übergibt er ihnen Schuldverschreibungen in Form von Anleihen, Obligationen, Schatzbriefen oder ähnlichem.
Die Banken selbst schütteln ja das Geld nun auch nicht von den Bäumen und wenden sich schließlich an die Zentralbank von der sie die benötigte Geldmenge ausleihen. Im Gegenzug hinterlegen sie nun bei der Zentralbank die vom Staat ausgestellten Schuldverschreibungen.
Und was macht nun die Zentralbank? Das wofür sie da ist...nämlich Geld drucken um es den Banken und damit dem Staat zur Verfügung zu stellen.
Da die Währung allerdings nicht mehr Gold gedeckt ist, zaubert sie die bunten Papierchen praktisch aus dem Hut hervor. Ein gelungener Trick.
Aber welcher konkrete Wert steht denn nun eigentlich hinter der Vermehrung der Geldmenge? Einfach ausgedrückt : Das Versprechen von Politikern.